Produktion | 18.03.2021

Beratung bleibt fundamental

Der BRING-Beratungsring Berglandwirtschaft hat Anfang März seine Vollversammlung abgehalten. Dabei wurde klar, dass Weiterbildung und Beratung für den Erfolg eines Betriebes grundlegend sind und bleiben. von Anna Pfeifer

Auch bei der richtigen Fütterung von Rindern steht der BRING beratend zur Seite. Foto: BRING

Auch bei der richtigen Fütterung von Rindern steht der BRING beratend zur Seite. Foto: BRING

Seit 2013 steht der BRING-Beratungsring Berglandwirtschaft den Bäuerinnen und Bauern zur Seite. Dabei hat sich die Institution ständig weiterentwickelt. Mittlerweile zählt der BRING über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ca. 1400 Mitglieder. Rund 100 davon nahmen an der digitalen Vollversammlung am 5. März teil. „So viele wie noch nie“, erklärte Daniel Gasser, Obmann des BRING. 

Die Digitalisierung, die durch die Corona-Pandemie noch schneller vorangetrieben wurde, hat auch dem BRING neue Möglichkeiten eröffnet. Obwohl im Jahr 2020 Beratungen und Veranstaltungen vielfach nur unter strengen Sicherheitsauflagen, telefonisch und digital abgehalten werden konnten, hat der BRING es geschafft, seine Beratungsstunden im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. Auch die Öffentlichkeitsarbeit konnte der BRING im Corona-Jahr 2020 ausbauen. Dass genau diese Beratungen wichtig für den Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebes sind, waren sich Landesrat Arnold Schuler, EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann und Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler in ihren Grußworten einig. 

Team neu aufgestellt 

Der BRING nutzte die Vollversammlung auch, um den Anwesenden seine Beraterinnen und Berater vorzustellen. Seit 2020 sind diese in vier Teams aufgeteilt. Thomas Prünster leitet das Team „Pflanzenbau“ und wird von Alexandra Asper, Franziska Mairhofer, Marion Mayr, Melanie Graf, Evi Garber und Chris­tof Malleier bei der Beratung zu Grünland und Ackerbau, Gemüseanbau, Stein- und Beerenobst, Kräuter und Pflanzenschutz unterstützt. Josef Gräber ist für den Bereich „Viehwirtschaft“ zuständig. Zusammen mit Michael Kuppelwieser, Hannes Klocker, Erica De Monte, Stefan Jud, Chiara Perissinotto, Erich Pramstrahler, Elias Tschurtschenthaler, Simon Volgger und Stefan Winkler betreut er Beratungssuchende rund um das Stallbauwesen, Fütterung, Klauenpflege und Tiergesundheit. Neu im BRING ist die Beratung für Biobetriebe und solche, die es werden möchten. Irene Holzmann begleitet gemeinsam mit Chiara Perissinotto Bäuerinnen und Bauern von der Umstellung zum Biobetrieb bis hin zu alternativen Behandlungsmethoden von Krankheiten bei Tieren. Alexander Alber unterstützt Höfe in Sachen Betriebswirtschaft. Um Weiterbildungen und Kommunikation kümmern sich Margit Hanni, Martin Unterweger und Martina Luchetta. Für die Verwaltung des BRING sind Melanie Gross, Ingrid Unterkalmsteiner und Astrid Schwarz zuständig. Alle Kontakte zu den einzelnen Beratern des BRING sind unter http://www.bring.bz.it/ueber-uns/mitarbeiter/ zu finden.  

Arnold Schuler unterstrich die Wichtigkeit des BRING für die Südtiroler Landwirtschaft: „Beratung und Weiterbildung werden immer wichtiger – nicht nur in der Berglandwirtschaft, sondern in allen Bereichen. Es gibt noch viel Potential, sich zu verbessern.“ 

Weiterbildung für alle wichtig

Doch es ist nicht nur für die Landwirtinnen und Landwirte wichtig, sich weiterzubilden und sich beraten zu lassen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BRING bilden sich ständig fort. Unter anderem hat der Fütterungsberater Elias Tschurtschenthaler einen Kurs zum Herdenmanagement in Deutschland besucht. Die Ausbildung ist in drei Themenblöcke aufgeteilt und dauert mehrere Wochen. Im Rahmen der Vollversammlung präsentierte Tschurtschenthaler einen Auszug aus dem Erlernten. Er sprach über das „Freshcow“-Management.

Mit diesem Ausdruck werden Kühe im Zeitraum von der Abkalbung bis zur ersten Besamung bezeichnet. Damit es den frischmelkenden Kühen gut geht, ist die richtige Vorbereitung in der Trockenstehzeit wichtig. Die Trockensteh-phase wird in zwei Teil geteilt: in die erste Phase acht bis drei Wochen vor der Abkalbung und die zweite Phase, zu der die letzten drei Wochen vor der Kalbung gehören. In beiden Phasen muss darauf geachtet werden, dass die Kuh genügend Futter aufnimmt. In der ersten Phase sollte dieses einen hohen Rohfaseranteil aufweisen, in der zweiten Phase kann es etwas energiereicher sein. Das ist wichtig, um die Verdauung in Schwung zu halten und Stoffwechselproblemen nach der Abkalbung vorzubeugen. Eine Kuh sollte nach der Geburt sofort mit viel lauwarmen Wasser, einem Energiezusatz und Calcium versorgt werden. Eine typische „Berufskrankheit“ der Tiere zu Beginn der Laktation ist die Ketose. Sie wird durch zu einen zu hohen Rohfaseranteil in der Ration nach der Kalbung und zu geringen Zucker- und Stärkeanteilen begünstigt. Eine Acidose hingegen tritt eher gegen Ende der Laktation auf, wenn die Kühe überfüttert werden und die Ration eine geringe Strukturwirksamkeit aufweist. Beiden Krankheiten können Landwirtinnen und Landwirte durch eine ausgewogene und gezielte Fütterung vorbeugen.