Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 04.03.2021

Großprojekte gemeinsam umsetzen

Selten waren die Rahmenbedingungen für Investitionen in eine nachhaltige Wasserversorgung besser als jetzt. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit der Konsortien voraus. In einem Webinar hat der Bauernbund über Neue­rungen im Bereich Bewässerung und die Wichtigkeit von Zusammenschlüssen informiert. von Michael Deltedesco

Vor allem für großflächige Beregnungsprojekte gibt es derzeit gleich mehrere Möglichkeiten der Förderung. Foto: Matthias Matscher

Vor allem für großflächige Beregnungsprojekte gibt es derzeit gleich mehrere Möglichkeiten der Förderung. Foto: Matthias Matscher

Am Webinar des Bauernbundes nahmen über 250 Funktionäre teil. Dass Wasser für die Landwirtschaft existenziell ist, ist seit Langem bekannt. Auch Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler erinnerte zur Eröffnung des Webinars daran: „Durch die Klimaveränderung werden lange Trockenperioden und Starkniederschläge häufiger. Daher müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die eine sichere Wasserversorgung garantieren.“ 

Neben einer effizienteren Nutzung des Wassers werde die Speicherung immer bedeutender. Wohl auch deshalb denken immer mehr Konsortien über eine Erweiterung, eine Sanierung oder den Neubau von Bewässerungsanlagen nach. 

Mindestfläche und -kosten für Projekte vorgesehen

Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner fasste zusammen: „Die Voraussetzungen für die Finanzierung und die Umsetzung von großen zukunftweisenden Beregnungsprojekten sind so gut wie selten.“ Strategische Studien und Einreichprojekte für eine nachhaltige Nutzung der Gewässer werden auf Landesebene finanziert. Voraussetzung dafür sind aber eine betroffene Mindestfläche von 200 Hektar und Kosten von mindestens 30.000 Euro, erklärte Matthias Ladurner vom Amt für ländliches Bauwesen. 

Finanziert werden unter anderem die Untersuchung des Wasserbedarfs und der Ressourcen oder die Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern und den Nutzungsdruck auf die Gewässer zu verringern. Die Geldmittel stammen unter anderem aus dem Wasserzins, der im vergangenen Jahr neu eingeführt wurde und auf die europäische Wasserrahmenrichtlinie zurückgeht. 

Noch interessanter sind aber die nationalen Förderprogramme, wie Matthias Ladurner ausführte: „Derzeit gibt es mehrere nationale Förderungen für Bewässerungsprojekte, finanziert werden größere Projekte. 

Drei Projekte aus Südtirol sind finanziert, ein Projekt steht kurz vor der Finanzierung“, erklärte Ladurner. Insgesamt geht es um Projekte mit Durchschnittskosten von 7,6 Millionen Euro. 

Die Finanzierung erfolgt per Ausschreibung oder durch direkte Auswahl. Ein Förderantrag kann nicht direkt gestellt werden, sondern die Provinzen bzw. Regionen schlagen vielversprechende Projekte vor und tragen diese in eine nationale Datenbank ein. „Aktuell sind es 14 Projekte von neun verschiedenen Konsortien. Eine Eintragung ist aber noch keine Garantie für eine Finanzierung.“

Auf staatlicher Ebene wird dann entschieden, ob ein Projekt die Voraussetzung für eine Förderung erfüllt. „Bewertet werden unter anderem die Wichtigkeit, die Größe und das Einzugsgebiet und die Kosten-Nutzen-Relation sowie die Umweltrelevanz“, betonte Ladurner. 


Den ganzen Bericht lesen Sie ab Freitag in der Ausgabe 4 des „Südtiroler Landwirt“ vom 5. März oder online auf „meinSBB“.