Südtiroler Landwirt, Produktion | 04.03.2021

Alarmsystem für Lana

Korrekter Einschaltzeitpunkt und flächendeckender Einsatz der Überkronenbewässerung sind entscheidend für den erfolgreichen Frostschutz mittels Beregnung. Darum hat man für Lana eine Web-Applikation ausarbeiten lassen, die alle gleichzeitig alarmiert: Mit Anfang März fällt der Startschuss. von Renate Anna Rubner

(Fast) alle Jahre wieder: Eine Schicht aus Eis, die Erstarrungswärme abgibt, schützt die Blüte wirksam vor Frostschäden. Foto: Fotowelt Chip

(Fast) alle Jahre wieder: Eine Schicht aus Eis, die Erstarrungswärme abgibt, schützt die Blüte wirksam vor Frostschäden. Foto: Fotowelt Chip

Inzwischen sind sie zum Symbol geworden, die in Eis eingehüllten Apfelblüten, die die Talsohle im Südtiroler Obstanbaugebiet (fast) jedes Frühjahr im morgendlichen Sonnenlicht schillern lassen. Gäste und auch viele Einheimische wissen oft nicht, wie viel Hoffen und Bangen, wie viele durchwachte Nächte solche Szenarien für unsere Bäuerinnen und Bauern bedeuten. 

Aber trotz aller Mühen: In der Regel ist die Frostschutzberegnung die effizienteste Methode, um den Spätfrösten Paroli zu bieten und Blüten sowie Fruchtansatz vor Schäden durch plötzliche Kälteeinbrüche im Frühling zu schützen. In manchen Orten hört man noch die Sirenen, die (nicht nur) die Bauern aus dem Schlaf reißen, damit sie die Motoren für die Überkronenbewässerung rechtzeitig starten können. 

Web-Applikation statt Sirene

So war es bisher auch in Lana, eine der größten Obstbaugemeinden des Landes. Mit diesem Jahr aber werden die Sirenen nicht mehr zu hören sein, wenn es Frostalarm gibt. Eine Web-Applikation wird ab diesem Jahr dafür sorgen, dass die Bäuerinnen und Bauern dort bei Frostalarm einen Anruf auf ihrem Telefon bekommen. Und zwar alle gleichzeitig. Damit alle auch zeitgleich die Frostberegnung einschalten und damit die Ernte vor dem Erfrieren retten.

Aber beginnen wir von vorne, im Jahr 2018: In diesem Jahr wurde der Obstbauer Martin Nock in Lana neuer Ortsobmann des Südtiroler Bauernbundes. An ihn traten Frostwache und die Feuerwehr heran, mit dem Anliegen, eine neue Art der Frostwarnung anzudenken und umzusetzen. Denn, so die Argumentation, die Sirene sei ein Instrument des Zivilschutzes. Ihr Einsatz für die Frostwarnung sei zwar gängige Praxis, aber es sei an der Zeit, eine Alternative zu finden. 

Zudem sei der Frostwarndienst des Südtiroler Beratungsrings für Obst- und Weinbau zwar gut, um die Bäuerinnen und Bauern individuell je nach Lage ihrer Obstwiesen bzw. Sorten zu alarmieren, ein synchronisiertes Einschalten der Frostberegnung sei aber wirksamer und deshalb sinnvoll.

Auf Partnersuche

Also machte man sich gemeinsam auf die Suche nach möglichen Partnern für das Projekt: In einem ersten Schritt wand man sich an den Beratungsring und an die Obstgenossenschaften OG Lana und LanaFruit. Der Beratungsring konnte dem Wunsch der Lananer Bauern aber nicht nachkommen, da er zurzeit keine individuelle Lösung für eine einzelne Gemeinde anbieten kann. Die Genossenschaften konnten auch nicht mit ins Boot geholt werden: Wie hätte das Ganze auch korrekt abgerechnet werden können? Schließlich hätten alle Mitglieder das Projekt mitfinanziert, obwohl nur die Talbauern damit bedient werden müssten. 

Bei den Bonifizierungskonsortien wurde man dann aber fündig. Die Wasser- und Feldwegleege Lana und das Bodenverbesserungskonsortium Auenwegleege Niederlana beliefern beide die Talsohle bei Lana. Für die Bonifizierungskonsortien stellt sich die Frage der Verrechnung für die laufenden Spesen nicht: Sie erfolgt jährlich über die Fläche. Eine Entscheidung war so bald getroffen. 

Den ganzen Bericht lesen Sie ab Freitag in der Ausgabe 4 des „Südtiroler Landwirt“ vom 5. März auf Seite 43 oder online auf „meinSBB“.