Produktion | 04.02.2021

Alternativen zu Einwegkunststoff

Kürzlich wurde die Südtirol-Wein-Agenda 2030 vorgestellt. Sie sieht vor, Einweg-Kunststoffmaterialien im ­Weinbau durch biologisch abbaubare Materialien zu ersetzen. Aber warum ist das notwendig? Und vor allem: Welche Alternativen gibt es zu Einwegkunststoffen?

Besonders bei Bindematerialien werden häufig Einwegkunststoffe verwendet.

Besonders bei Bindematerialien werden häufig Einwegkunststoffe verwendet.

Plastik verschmutzt unsere Umwelt, die Seen und Flüsse. Während man größere Plastikteile einsammeln kann, ist dies bei sogenanntem Mikroplastik nicht möglich. Unter Mikroplastik versteht man Plastikpartikel von einer Größe unter fünf Millimeter. Es entsteht vor allem beim Verrotten von Plastik. Mikroplastik sieht man nicht oder kaum, obwohl es überall zu finden ist. Welche Folgen das hat, ist noch nicht ausreichend erforscht. Es zeichnet sich aber ab, dass diese kleinen Plastikteilchen in den Nahrungskreislauf kleiner und größerer Lebewesen gelangen, natürlich auch in den des Menschen. Dort führen sie zu Entzündungen und schwerwiegenden Langzeitfolgen. Besonders gefährlich sind die toxischen Bestandteile, die beim Abbau einiger Kunststoffe freigesetzt werden. Aber auch weniger giftige Kunststoffe sind problematisch: Tiere zu Land und im Wasser verwechseln kleine Plastikteile mit Futter, können diese aber schlecht wieder ausscheiden und verhungern bei mit Plastik gefülltem Magen. 

Woher kommt das Mikroplastik? 

Das Fraunhoferinstitut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen hat für Deutschland ermittelt und mehr als 50 verschiedene Quellen für Mikroplastik ausgewertet. Insgesamt haben die Forscher errechnet, dass in Deutschland pro Jahr 330.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt gelangen, pro Person sind das vier Kilogramm. Die Kunststoffemissionen insgesamt betragen 5,4 Kilogramm pro Person. Von den gesamten Kunststoffemissionen pro Jahr in Deutschland macht Makroplastik wie leere Plastikflaschen oder -taschen nur ein gutes Viertel aus.
74 Prozent sind dagegen Mikroplastik, also kleine und kleinste Teilchen. Die größten Mikroplastikquellen in Gramm (g) pro Jahr und Einwohner sind laut Fraunhoferstudie: der Abrieb von Reifen (1228,5 g), Freisetzung bei der Abfallentsorgung (302,8 g), Abrieb von Bitumen in Asphalt (228,0 g), Pelletverluste (182,0 g), Verwehungen von Sport- und Spielplätzen (131,8 g, dabei sind die Kunstrasenplätze mit 96,6 g ganz weit vorne), Freisetzungen von Baustellen (117,1 g), Abrieb der Schuhsohlen (109,0 g), Abrieb von Kunststoffverpackungen (99,1 g), Abrieb von Fahrbahnmarkierungen (91 g) und Faserabrieb bei Textilwäsche (76,8 g).

89 Prozent des Mikroplastiks entsteht also durch Nutzung oder Verwitterung von Plastik. Auch die im Weinbau benutzten Plastikbänder und Schutzhüllen werden zu Mikroplastik, sofern sie in den Anlagen verbleiben und dort verwittern.

In Italien dürfte die Situation nicht besser ausschauen als in Deutschland. Das Mittelmeer ist laut wissenschaftlichen Untersuchungen eines der am stärksten mit Plastikmüll belasteten Meere überhaupt. Wobei das Plastik größtenteils aus der verantwortungslosen und unprofessionellen Müllentsorgung der ans Mittelmeer grenzenden Länder stammt. Die inzwischen weitgehend ordnungsgemäße Entsorgung größerer Plastikgegenstände wird aber nicht ausreichen, um das Problem zu lösen.

Den ganzen Bericht lesen Sie ab Freitag in der neuen Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“ oder online auf „mein SBB“.