Südtiroler Landwirt, Steuerberatung | 21.01.2021

Viel Neues im Bilanzgesetz

Zum Jahresausklang verabschiedet das italienische Parlament alljährlich das Bilanzgesetz für das kommende Jahr. Die wichtigsten Neuerungen, welche in verschiedenen Bereichen die Landwirtschaft betreffen, sind hier zusammengefasst.

Für die Sanierung und energetische Optimierung von Immobilien gelten auch im Jahr 2021 wieder verschiedene Absetzbeträge.

Für die Sanierung und energetische Optimierung von Immobilien gelten auch im Jahr 2021 wieder verschiedene Absetzbeträge.

Im staatlichen Bilanzgesetz sind zahlreiche Neuerungen in den verschiedensten Bereichen enthalten. Die wichtigsten steuerlichen Bestimmungen, welche auch für die Landwirtschaft relevant sind, werden nachfolgend aufgezählt. Viele der Bestimmungen im staatlichen Bilanzgesetz betreffen auch andere Bereiche, die ebenfalls in der aktuellen Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“ aufbereitet werden.

Zu den wichtigsten Neuerungen im Sozialbereich siehe die Printausgabe des "Südtiroler Landwirt vom 22. Jänner 2021, online einsehbar auch hier auf "mein SBB".

Aufwertung Baugrund und Bauerwartungsland 

Die Aufwertung von Baugrund und Bauerwartungsland sowie für Beteiligungen wurde neu aufgelegt. Es handelt sich mittler­weile um die 17. Neuauflage der Auf­wertung­s­möglichkeit. Für die Aufwertung von Liegenschaften muss ein Ingenieur, Geometer, Architekt oder Agronom innerhalb 30. Juni 2021 eine beeidigte Schätzung des Grundwertes zum 1. Jänner 2021 vornehmen. Innerhalb 30. Juni 2021 ist die Ersatzsteuer von elf Prozent zu bezahlen, welche auf drei Raten mit einem Zinsaufschlag von drei Prozent aufgeteilt werden kann – die Fälligkeiten sind dabei am 30. Juni 2021, am 30. Juni 2022 und am 30. Juni 2023.

Steuerbonus für Neuinvestitionen 

Der im letzten Jahr eingeführte Steuerbonus wurde verlängert und gleichzeitig leicht abgeändert. Somit kommen auch in diesem Jahr wiederum Landwirtschaftsbetriebe, welche die Besteuerung laut Katasterwerten vornehmen, sowie Unternehmen mit Pauschalbesteuerung (z. B. Urlaub auf dem Bauernhof) in den Genuss dieser Begünstigung. Folgende neuen Bestimmungen gelten rückwirkend bereits ab dem 16. November 2020:

  • Erhöhung des Prozentsatzes für die normalen Investitionen von sechs auf zehn Prozent;
  • Erhöhung des Prozentsatzes für Investitio­nen in Güter mit den Merkmalen Industrie 4.0 von 40 auf 50 Prozent;
  • Reduzierung der Jahre, auf welche der Steuerbonus aufzuteilen ist, von derzeit fünf auf drei Jahre (grundsätzlich für alle begünstigten Neuinvestitionen) bzw. ein Jahr (ein Jahr für Betriebe mit einem Umsatz unter fünf Millionen Euro und begrenzt auf Investitionen, für welche ein Prozentsatz von zehn Prozent gilt);
  • mit der Kompensierung des Guthabens über den Vordruck „Modell F24“ kann bereits ab dem Investitionsjahr begonnen werden (zuvor erst im Folgejahr);
  • Ausdehnung auch auf immaterielle Anlagegüter (Software) in der Höhe von zehn Prozent. Wenn die Güter für „Smart Working“ bestimmt sind, dann erhöht sich der Prozentsatz auf 15 Prozent.

Ausgenommen von dieser Begünstigung bleiben Immobilien und Autofahrzeuge. 

Auf neues Bilanzgesetz Bezug nehmen

Auf den Rechnungen und allen dazugehörigen Dokumenten muss nun auf das neue Bilanzgesetz Bezug genommen werden. Es ist davon auszugehen, dass folgender Wortlaut ausreicht: „Geförderter Gegenstand laut Art. 1, Abs. 1054-1058, Gesetz Nr. 178/2020“ oder auf Italienisch „bene agevolabile ai sensi dell’art. 1, co. 1054-1058, Legge n. 178/2020“. 

Der Bericht des autorisierten Technikers, welcher für Güter mit den Merkmalen Industrie 4.0 vorgesehen ist, muss nun immer beglaubigt werden. Für die Inanspruchnahme des Steuerbonus muss die getätigte Investition weiterhin der Abteilung Steuerberatung im jeweiligen Bauernbund-Bezirksbüro mitgeteilt werden, weil die entsprechenden Rechnungen nicht automatisiert erkannt werden können. 

Befreiung für Besitz- und Bodenertrag

Die Befreiung von der Besteuerung der Einkommenssteuer von Besitz und Bodenertrag für bauernversicherte berufsmäßige landwirtschaftliche Unternehmen und Selbstbebauer ist bis zum 31. Dezember 2021 verlängert worden.

Kompensierungssätze für Rinder und Schweine

Auch für das Steuerjahr 2021 können die Kompensierungssätze für lebende Rinder und Schweine mit Ministerialdekret angehoben werden. Wahrscheinlich ist eine erneute Erhöhung auf 7,65 Prozent bzw. 7,95 Prozent (statt 7 % bzw. 7,3 %).

Verlängerung Steuerabsetzbeträge

Die verschiedenen Steuerbegünstigungen für die Sanierung und energetische Optimierung von Immobilien werden für 2021 verlängert. Diese betreffen unter anderem folgende Punkte:

  • Ecobonus für die energetische Sanierung von Gebäuden in Höhe von 65 bzw. 50 Prozent;
  • Bonus 50 Prozent für Sanierungs- und Wiedergewinnungsarbeiten an Wohngebäuden;
  • Ankauf von Möbeln und energieeffizienten Haushaltsgeräten für sanierte Wohnungen mit Erhöhung der Obergrenze auf 16.000 Euro;
  • Bonus für Grünraumpflege;
  • Steuerabsetzbetrag 90 Prozent bei Sanierung der Gebäudehülle. 

Ebenfalls verlängert – und zwar bis zum 30. Juni 2022 – wird der neue Superbonus 110 Prozent für Energiesparmaßnahmen, Erdbebenschutz und Fotovoltaik. Es ist nun auch vorgesehen, dass der Superbonus auch bei einem einzigen Eigentümer eines Gebäudes mit mehreren Wohnungen zusteht, sofern die Immobilie aus zwei bis vier Katastereinheiten besteht. Durch diese Gesetzesänderung könnten einige zuvor ausgeschlossene Gebäude nun doch in den Anwendungsbereich des Superbonus fallen.