Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 21.01.2021

„Müssen die Regionalität stärken“

Für Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler war der Lockdown im Frühjahr letzten Jahres ein Ereignis, an das er sich noch lange erinnern wird. Was er sich für das neue Jahr erwartet, hat er dem „Südtiroler Landwirt“ im traditionellen Interview zum Jahresauftakt verraten. von Michael Deltedesco

Landesobmann Leo Tiefenthaler hat auch für das neue Jahr 2021 eine Menge Themen auf der Agenda.

Landesobmann Leo Tiefenthaler hat auch für das neue Jahr 2021 eine Menge Themen auf der Agenda.

Südtiroler Landwirt: Herr Tiefenthaler, 2020 war ein außergewöhnliches, ein schwieriges Jahr. Was wird Ihnen vom Corona-Jahr in Erinnerung bleiben?

Leo Tiefenthaler: Ein prägendes Ereignis war sicherlich der Lockdown im März und die damit verbundenen Einschränkungen, die etwas ganz Neues waren. In Erinnerung bleiben wird mir auch, wie rasch es im Südtiroler Bauernbund gelungen ist, von der Tätigkeit im Büro auf „Homeoffice“ umzustellen, damit die Dienstleistungen für die Mitglieder weiterhin angeboten werden konnten. Natürlich war auch die Organisation der Saisonarbeiter und Erntehelfer eine große Herausforderung.  

Was nehmen Sie von diesem Jahr mit? Was kann die Landwirtschaft von 2020 lernen? 

Wir haben die negative Seite der Globalisierung gesehen, und zwar, was es bedeutet, wenn große Teile der Produktion auf andere Kontinente ausgelagert werden bzw. wir in Europa auf Produkte oder Fertigteile aus fernen Ländern angewiesen sind. Ich hoffe, dass zukünftig wieder mehr in Europa selbst produziert wird, um weniger von anderen Ländern abhängig zu sein. Auch die Landwirtschaft muss unabhängiger werden, zugleich müssen wir die Regionalität stärken. Auch das hat die Corona-Pandemie gezeigt. 

Die Landwirtschaft war in unterschiedlichem Maße von der Corona-Pandemie und den Maßnahmen betroffen. Die Weinwirtschaft, der Urlaub auf dem Bauernhof, die Direktvermarktung und die Schankbetriebe haben die Beschränkungen besonders zu spüren bekommen, weniger die Obst- und die Milchwirtschaft. Welche Unterstützung brauchen die einzelnen Sektoren?

In der Tat waren die Weinwirtschaft, die Gärtnereien und der Zu- und Nebenerwerb besonders von den Corona-Beschränkungen betroffen. In der Milchwirtschaft ging der Absatz einiger Produkte ebenfalls zurück, der Obstbau hat ein durchschnittliches Jahr hinter sich. 

Ich wünsche mir, dass die öffentliche Hand den Urlaub auf dem Bauernhof und die Schankbetriebe wie die Gastronomie bzw. den Tourismus behandelt. Für die Weinwirtschaft und die Gärtnereien hoffe ich, dass es wieder aufwärtsgeht, wenn der Tourismus wieder startet. Leider sieht es derzeit nicht danach aus, dass das schon bald der Fall sein wird. Daher werden diese Betriebe Hilfe brauchen, denn hier geht es auch um Arbeitsplätze. 

Das ganze Interview lesen Sie ab Freitag in der neuen Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“ oder online auf „mein SBB“.