Produktion | 21.01.2021

Genehmigung von Neupflanzungen

Ab Anfang Februar können Weinbauern wieder ihr Interesse für neue Anbauflächen bekunden. Telefonische Terminvereinbarungen sind bereits jetzt möglich. Die maximal zuweisbare Fläche beträgt nach wie vor ein ­Prozent der in Südtirol bestehenden Weinbaufläche des Vorjahres, was circa 56 Hektar entspricht.

Auch in diesem Jahr wird nur eine begrenzte Zahl an Neupflanzungen möglich sein.

Auch in diesem Jahr wird nur eine begrenzte Zahl an Neupflanzungen möglich sein.

Da aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation der Parteienverkehr nicht wie üblich abgewickelt werden kann, müssen die Antragsteller vorab telefonisch einen Termin vereinbaren. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine persönliche Abgabe des Gesuches ohne vorherige Terminvereinbarung nicht möglich ist. Die Termine können unter den Nummern 0471 415080/-81/-83 (für das Eisack­tal Tel. 0472 821244) vereinbart werden.

Weiters besteht die Möglichkeit, die für den Antrag erforderliche Interessenbekundung telematisch mittels PEC ausschließlich im PDF-Format zu schicken. Hierbei ist es wichtig, dass das jeweilige Gesuch mit einer Kopie eines Ausweises von der eigenen PEC-Adresse an die PEC-Adresse des Amtes für Obst – und Weinbau (obstweinbau.fruttiviticoltura@pec.prov.bz.it) bzw. für die Gesuche des Eisacktales an jene des Bezirksamtes von Brixen (lwbrixen.agribressanone@pec.prov.bz.it) geschickt werden. 

Anträge ab 1. Februar möglich

Die Interessenbekundungen können ausschließlich von 1. Februar bis 12. März 2021 eingereicht werden. Das Formular der Inte­ressenbekundung kann man ab dem 1. Februar auf der Webseite der Abteilung Landwirtschaft unter http://bit.ly/obst-weinbau herunterladen. Die Interessenbekundung muss vollständig und richtig ausgefüllt sowie unterschrieben sein. Der Interessenbekundung ist zudem ein Orthofoto mit dem genau eingezeichneten Standort und dem Ausmaß der Neuanlage beizulegen.

Ist die Interessenbekundung ordnungsgemäß und termingerecht eingereicht, so überprüft das Amt die Zugangsvoraussetzungen und erstellt im Falle einer positiven Bewertung das telematische Ansuchen, welches innerhalb 29. März vom Antragsteller unterzeichnet werden muss. 

Mehrere Einschränkungen

Da davon auszugehen ist, dass die angesuchten Flächen die verfügbaren Flächen wiederum weit überschreiten werden, wurden in Anlehnung an das Ministerialdekret auf Landesebene für die Zuteilung von Genehmigungen im Weinbau folgende Einschränkungen eingeführt (Dekret des Abteilungsdirektors vom 16. Dezember 2020, Nr. 25725):

  • Jeder Antragssteller darf 2021 um eine Fläche von max. 3000 Quadratmeter ansuchen.
  • Zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe im Land- und forstwirtschaftlichen Informationssystem (allgemein als LAFIS bezeichnet) eingetragene Brachen oder unproduktive Flächen, Almen sowie Wald gelten nicht als Landwirtschaftsflächen. Für diese Flächen kann nicht um die Zuteilung von Genehmigungen angesucht werden.
  • Der Antragsteller muss Flächen für welche eine Zuweisung beantragt wird, in seinem Betriebsbogen eingetragen haben und darüber entweder im Eigentum, nacktem Eigentum, Fruchtgenuss oder Miteigentum verfügen. Andernfalls muss die Fläche mit einem schriftlichen Pachtvertrag mit der Mindestlaufzeit von 15 Jahren oder einem Konzessionsvertrag bewirtschaftet werden, wobei die beantragte Fläche vom Antragsteller seit dem 1. Jänner 2020 mit einem für die Eintragung in das Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen (APIA) gültigen und im Betriebsbogen innerhalb 10. November 2020 eingetragenen Rechtstitel bewirtschaftet werden muss. Im Falle der Bewirtschaftung im Miteigentum darf die Betriebsfläche nach dem 11. November 2020 nicht mehr auf verschiedene Betriebe aufgeteilt werden.
  • Die beantragten Flächen müssen die Eignung als Stillwein oder Sektgrundwein aufgrund der agronomischen Bewertung im Sinne des Dekretes des Abteilungsdirektors vom 6. Dezember 2019, Nr. 25077, in geltender Fassung aufweisen.
  • Der Antragsteller ist verpflichtet, die Rebanlage nur auf jenen Katasterparzellen zu errichten, die er im entsprechenden Antrag angegeben hat.

Eignung im GIS-Browser prüfen

Für die Zuteilung werden wie bisher nur jene Anträge zugelassen, bei welchen die für die Pflanzung vorgesehenen Flächen eine weinbauliche Eignung zur Erzeugung von Stillwein oder Sektgrundwein laut agronomischer Formel aufweisen. Dieser Standort ist im GIS-Browser ersichtlich, welcher speziell darauf ausgerichtet ist, weinbaurelevante Zonenabgrenzungen auf den Luftbildern einzusehen.

Im Rahmen der Planung einer neuen Rebanlage und der Ansuchen um Zuteilung einer entsprechenden Genehmigung ist die Abgrenzung der für Stillwein bzw. Sektgrundwein agronomisch geeigneten Zonen von grundlegender Bedeutung. Die Zonen sind automatisch dunkelgrün (Stillwein) und hellgrün (nur Sektgrundwein) eingeblendet. 

Dieser GIS-Browser ist über den Link http://bit.ly/weinbauzonen_browser abrufbar. Jeder Landwirt kann somit seine Parzelle suchen, indem er zuerst die Katastralgemeinde eingibt wird und dann die Parzelle (z. B. Jenesien 5897/1). Daraufhin muss man noch zwischen Grundparzelle und eventueller Bauparzelle auswählen. Falls möglich, wird jedem Antragssteller zumindest eine Fläche von 1000 Quadratmetern zugewiesen. Die Erkenntnis aus den letzten Jahren zeigte jedoch, dass aufgrund der hohen Nachfrage derzeit lediglich circa 700 Quadratmeter zugeteilt werden konnten.

Ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung muss die Pflanzung innerhalb von drei Jahren verwirklicht und die zugewiesene Fläche für mindestens fünf Jahre als Weinbau bewirtschaftet werden. Von der Verpflichtung der Beibehaltung der Rebkultur ausgenommen sind lediglich Fälle höherer Gewalt und Rebflächen mit phyto­sanitären Problemen. 

Die zugewiesene Fläche darf ausschließlich in jener Region bzw. autonomen Provinz mit Reben bepflanzt werden, für welche angesucht wurde, und wie bereits erwähnt nur auf jenen Parzellen, die im Gesuch angegeben wurden. 

Keine Pflanzung vor der Genehmigung

Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass die definitive Zuweisung erst Ende Juni 2021 abgeschlossen sein muss, sodass erst danach mit einer Genehmigung vonseiten des Amtes zu rechnen ist. Vor Erteilung derselben darf nicht gepflanzt werden. Sollte die zugewiesene Fläche weniger als 50 Prozent der beantragten Fläche betragen, hat der Antragsteller die Möglichkeit, innerhalb 30 Tagen ab Genehmigung eine Verzichtserklärung einzureichen. 

Dem einzelnen Antragsteller werden vor der obgenannten Veröffentlichung des Dekretes der Genehmigung für die Neupflanzung von Rebflächen im Amtsblatt der Region mittels zertifizierter elektronischer Post die Gesuchsnummer seines telematischen Antrages sowie weitere Informationen in Bezug auf die Genehmigung mitgeteilt. Im Moment der Veröffentlichung des Dekretes zur Genehmigung für die Neuanpflanzung von Rebflächen infolge des Antrages um staatliche Zuweisung ist jeder einzelne Gesuchsteller dazu angehalten, aus eigener Initiative im Amtsblatt der Region oder auf der Internetseite der Abteilung Landwirtschaft in das veröffentlichte Dekret einzusehen und mithilfe der erhaltenen Gesuchnummer die ihm zugewiesene Fläche in Erfahrung zu bringen. 

Nach Ablauf dieser Frist gilt die Genehmigung als angenommen und unterliegt, falls nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit zur Gänze realisiert, bestimmten Sanktionen, welche für jede Genehmigung separat ausgestellt werden müssen (siehe Tabelle)

Sanktionen werden außerdem verhängt, wenn der Antragsteller vor Erteilung der Genehmigung pflanzt, wenn er ohne Genehmigung eine widerrechtliche Pflanzung vornimmt, wenn er eine größere Fläche bepflanzt, als ihm zugeteilt wird, oder wenn er nicht zugelassene Keltertraubensorten pflanzt. Die kleinstmöglichen Verwaltungsstrafen betragen hierfür 6000 Euro je Hektar, wobei eine Rodung der widerrechtlich bepflanzten Rebflächen innerhalb von vier Monaten ab Mitteilung erfolgen muss. Dabei ist zu beachten, dass die kleinstmögliche Verwaltungsstrafe von 6000 Euro auch für Flächen bis zu einem Hektar fix anzuwenden ist. 

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