Wirtschaft, Bauernbund | 15.01.2021

Bauernbundpreis 2021 vergeben

Studierende des Bachelors Agrar-, Lebensmittel- und Bergumweltwissenschaften der Freien Universität Bozen (unibz) wurden vergangene Woche mit dem „Südtiroler Bauernbund“-Preis 2021 ausgezeichnet. Sie hatten sich mit dem geschlossenen Hof beschäftigt.

Die Siegergruppe: Giuditta Bee, Aurora Canziani, Anna Pozzatti, Rudger Seidel, William Summers.

Die Siegergruppe: Giuditta Bee, Aurora Canziani, Anna Pozzatti, Rudger Seidel, William Summers.

Der Preis wurde in diesem Jahr zum neunten Mal vergeben. Die Studierenden präsentierten vergangene Woche einer Jury ihre Gruppenarbeiten zum Thema „Die Bedeutung des geschlossenen Hofes für die Südtiroler Landwirtschaft“. Die persönliche Identifikation mit dem Thema war sicher mit ausschlaggebend, dass die fünfköpfige Siegergruppe mit ihrer Recherche im Vinschgau die Jury für sich einnehmen konnte. Georg Miribung, Forscher an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik, stellte fest: „Die Unterschiede in den Projekten waren minimal und alle Gruppen haben sehr gut gearbeitet.“  

Vorteile des geschlossenen Hofes aufgezeigt
Die Siegergruppe zeigte in ihrer Arbeit auf, welche Vorteile der geschlossene Hof gegenüber einem nicht-geschlossenen Hof bietet: Demnach begünstigt dieser nicht nur das Leben einer bäuerlichen Familie, sondern liefert einen wesentlichen Beitrag für die ländliche Entwicklung als homogener Raum. Hierdurch wird nicht nur die Landwirtschaft, sondern es werden auch andere Bereiche der lokalen Wirtschaft gefestigt. Es sollte darauf geachtet werden, den Hof als Betrieb wirtschaftlich auf mehrere Standbeine zu stellen, damit ein landwirtschaftliches Unternehmen den Herausforderungen der Globalisierung passend begegnen kann. 
Ulrich Höllrigl, Vizedirektor des Südtiroler Bauernbundes, dankte den Projektleitern Professor Christian Fischer und Georg Miribung, und den Studierenden: „Für uns als Bauernbund ist die Kooperation mit der Universität sehr wichtig. Die Ergebnisse dieses gemeinsamen Studienprojektes sind für uns als Verband stets sehr aufschlussreich. In diesem Jahr sind die Unterschiede zwischen geschlossenen und nicht geschlossenen Höfen sehr gut herausgearbeitet worden.“

Geschlossener Hof ist „Besonderheit Südtirols“
Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler verlieh den Preis und wies dabei auf die Bedeutung des geschlossenen Hofes hin: „Der geschlossene Hof ist eine Besonderheit Südtirols und hat wesentlich dazu beigetragen, die Südtiroler Landwirtschaft in ihrer Kleinstrukturiertheit und die Kulturlandschaft zu erhalten“, erklärte Tiefenthaler.

Im dreijährigen Studiengang Agrar-, Lebensmittel- und Bergumweltwissenschaften erwerben die Studierenden Kompetenzen in der Produktion und Vermarktung von pflanzlichen und tierischen Produkten, im nachhaltigen Management von Berggebieten, der Lebensmitteltechnologie sowie den Themen Agrarökonomie, -politik und -recht. Dieser Hintergrund konnte auch in die Aufarbeitung des diesjährigen Projektes maßgeblich einfließen, wie Georg Miribung unterstrich: „Die Südtiroler Landwirtschaft ist verflochten mit historisch gewachsenen Gegebenheiten. Diese müssen aber abgestimmt sein auf die Anforderungen, die eine moderne – sprich globale – landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion stellt. Derlei Überlegungen spielen im Rahmen des Studiums eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und das diesjährige Thema über die Zukunftsfähigkeit des geschlossenen Hofes passt in diesen Zusammenhang sehr gut.“

Große Freude bei den Studierenden
Den Studierenden war die Aufregung und Freude in diesem wissenschaftlichen Wettstreit anzusehen. Schließlich geschieht es nicht alle Tage, für eine Studienarbeit auch eine Auszeichnung zu erhalten. Damit die Projektergebnisse dieses Semesters in die Praxis einfließen können, werden die Ergebnisse im „Südtiroler Landwirt“ veröffentlicht.
Jurymitglieder waren Ulrich Höllrigl, Vize-Direktor des Südtiroler Bauernbundes, Lorenz Mair, Christoph Falkensteiner (Südtiroler Bauernbund), Antonia Egger Mair (Landesbäuerin), Christoph Weiss (Landesobmannstellvertreter Südtiroler Bauernjugend), Christian Fischer und Georg Miribung von der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen.