Betriebsberatung | 10.12.2020

Ansuchen um Maschinenförderung

Ab sofort sind wieder Ansuchen für die Außen- und Innenmechanisierung möglich. Die Kombinationsmöglichkeiten mit den staatlichen Förderungen „Nuova Sabatini“ und dem Steuerbonus für Maschinen mit dem Industriestandard 4.0 können noch heuer ausgenutzt werden.

Für eine neue Mähmaschine darf laut neuen Richtlinien schon nach zehn Jahren wieder angesucht werden, nicht wie bisher erst nach 15 Jahren.

Für eine neue Mähmaschine darf laut neuen Richtlinien schon nach zehn Jahren wieder angesucht werden, nicht wie bisher erst nach 15 Jahren.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte die Landesregierung neue „Richtlinien für die Förderung von Investitionen in landwirtschaftliche Unternehmen“ genehmigt, in einem Beschluss Ende November hat sie dazu einige Änderungen beschlossen. Die Ansuchen können bereits seit 1. Dezember und bis spätestens 31. März 2021 gestellt werden.

Fördergelder für die Außenmechanisierung

Die Änderungen betreffen neben dem ­vorverlegten Einreichdatum auch die Beitragshöhe: Für Außenmaschinen gibt es nun 20 Prozent Beitrag mit mindestens 40 Erschwernispunkten und 30 Prozent ab 75 Punkten der beihilfefähigen Ausgaben. 

Es bedarf keiner Reduzierung des Höchstviehbesatzes mehr, um den maximalen Beitragssatz zu erhalten. Zudem wurden für Transporter und zweiachsige Mähgeräte die anerkannten Höchstkosten von 50.000 auf 80.000 Euro, für Mähmaschinen von 20.000 auf 25.000 Euro angehoben. 

Zur Erinnerung: Ein zweiachsiges Mähgerät ist als „landwirtschaftlicher Traktor für die Heuernte mit einem Eigengewicht von weniger als 5000 Kilogramm“ definiert – somit fällt darunter sowohl ein typisches Mähgerät als auch ein „normaler“ Traktor. Für eine Mähmaschine darf nun sogar schon nach zehn Jahren wieder angesucht werden, bei den anderen Maschinen bleibt die Frist bei 15 Jahren.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Landwirt mindestens zwei Hektar Wiese oder Wechselwiese bewirtschaftet und folgenden Viehbesatz einhält: mindestens 0,5 Großvieheinheiten (GVE) pro Hektar und maximal 1,8 bis 2,5 GVE pro Hektar je nach Höhenlage laut ländlichem Entwicklungsplan. Die Mindestinvestition beträgt 5000 Euro, gebrauchte Maschinen werden nicht gefördert. Es gibt auch Förderungen für überbetrieblich eingesetzte Maschinen. Welche, kann der Tabelle 1 entnommen werden. 

Bei diesen Maschinen muss der Landwirt fünf Jahre lang jährlich mindestens 40 Arbeitsstunden für Dritte leisten, 15 davon mit der geförderten Maschine.

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Erst Gesuch einreichen, dann kaufen

Die Verpflichtung, die der Bauer mit der Förderung eingeht, besteht darin, dass er die Maschine ab dem Datum der Endauszahlung fünf Jahre lang nicht verkaufen darf. Sehr wichtig: Die Maschine darf erst gekauft werden, nachdem das Beitragsgesuch ordnungsgemäß eingereicht wurde. Der Ankauf muss spätestens innerhalb 2021 erfolgen. Geschieht das nicht, darf für dieselbe Maschine auch in den darauffolgenden zwei Jahren nicht mehr angesucht werden.

Innenmechanisierung

Betroffen von den Neuerungen sind nicht nur die genannten Außenmaschinen, sondern auch Maschinen für das Stallinnere. Welche das sind, sieht man in der Tabelle 2. Bei diesen Maschinen beträgt der Beitragsprozentsatz immer 30 Prozent. Die Anforderungen an die Betriebsgröße und den Viehbesatz sind dieselben wie für Außenmaschinen. 

Die Mindestinvestition beträgt 5000 Euro, ausgenommen die Milchkühlanlagen und Milchtanks, für die mindestens 2500 Euro ausgegeben werden müssen. Für Melkroboter oder Melkkarusselle wird für Investitionen über 40.000 Euro kein Beitrag gewährt. Werden solche Investitionen im Zuge eines Stallneubaus getätigt und wird dafür über den ländlichen Entwicklungsplan angesucht, erhöht sich diese Obergrenze auf 80.000 Euro. 

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Kombinierbarkeit mit staatlichen Förderungen

Viele Landwirte planen noch heuer die Anschaffung einer neuen Maschine, um den Steuerbonus von 40 Prozent für Maschinen mit dem Industriestandard 4.0 auszunutzen. Dieser kann mit den angeführten Landesbeiträgen kombiniert werden ebenso wie mit der „Sabatini“-Förderung. 

Dafür muss ein Darlehen mit einer maximalen Laufzeit von fünf Jahren aufgenommen werden. Der Staat schenkt dann die Zinsen in der Höhe von 2,75 Prozent oder 3,575 Prozent (bei Industriestandard 4.0) pro Jahr. Die „Sabatini“-Gesuche können über die Abteilung Betriebsberatung des Südtiroler Bauernbundes (E-Mail: martine.abram@sbb.it oder Tel. 0471 999217) abgewickelt werden.

Abgabe der Gesuche

Die Gesucheinreichung erfolgt ausschließlich digital. Die Betriebe müssen das Gesuchformular von der Internetseite des Landes herunterladen, ausfüllen und unterschreiben, einscannen und zusammen mit einem Kostenvoranschlag und einem gültigen Ausweis oder Führerschein als PEC-E-Mail an lamagr.bio@pec.prov.bz.it schicken.

Wichtig: Auf der zweiten Seite des Gesuches ist das Kästchen „Höchstbeitrag laut geltenden Förderkriterien“ anzukreuzen! Weiters wird gefragt,  ob auch andere Beiträge beansprucht werden. Wenn der Betriebsleiter plant, auch um den staatlichen „Sabatini“-Zinsbeitrag anzusuchen, dann muss er das hier angeben.

Die gewünschten Internetseiten des Landes findet man am besten mithilfe des SBB­Beitragsfinders. Über den Link http://bit.ly/beitragsfinder gelangt man mit den Stichwörtern „Außenmaschinen“ und „Innenmechanisierung“ auf die gewünschte Seite der Abteilung Landwirtschaft. Infos erteilt das Amt für Landmaschinen und biologische Produktion, für die Innenmechanisierung Tel. 0471 415187, für die Außenmechanisierung Tel. 0471 415183 oder allgemein Tel.  0471 415120, ebenso die Bezirksämter für Landwirtschaft und die Abteilung Betriebsberatung des Südtiroler Bauernbundes, Tel. 0471 999421.