Marketing | 04.12.2020

Corona: Förderung für Schankbetriebe

Speise- und Schankbetriebe erhalten einen Verlustbeitrag zwischen 1000 und 10.000 Euro, sofern sie Produkte von Direktvermarktern und Produkte „Made in Italy“ verwenden. Die Ansuchen können bis zum 15. Dezember eingereicht werden.

Auch Schankbetriebe (Buschen-, Hof- und Almschänke) können um diesen Beitrag ansuchen. Foto: Pixabay

Auch Schankbetriebe (Buschen-, Hof- und Almschänke) können um diesen Beitrag ansuchen. Foto: Pixabay

Um für die Förderung berechtig zu sein, müssen Betriebe für die Monate März bis Juni 2020 einen Umsatzverlust von mindestens 25 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2019 aufweisen. Diese Voraussetzung gilt nicht, wenn der Betrieb nach dem 1. Jänner 2019 die Tätigkeit aufgenommen hat. Auch Schankbetriebe (Buschen-, Hof- und Almschänke) können um diesen Beitrag ansuchen. In diesem Fall wird der Umsatzrückgang nur auf die betreffende Schanktätigkeit berechnet.

Für das Ansuchen berechtigt sind Betriebe die eine vorwiegenden ATECO-Tätigkeitskodizes und eine entsprechende Eintragung im Handelsregister – wie im Anhang 1 aufgelistet – vorweisen. 

Der Betrieb muss nach dem 14. August 2020 zwischen 1000 und 10.000 Euro Produkte folgender Kategorien eingekauft haben (ohne MwSt.): 

  • Produkte von Direktvermarktern 
  • Erzeugnisse, die aus einer nationalen Lieferkette vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt gewonnen werden (z. B. 100% Prozent italienische Milch,  Rohschinken (DOP) und 100 Prozent italienischer Kochschinken, verschiedene Wurstwaren, Olivenöl „extra vergine“ aus 100 Prozent italienischen Oliven und/oder DOP, frisches oder haltbar gemachtes Gemüse in der Dose oder im Glas aus italienischen Lieferketten, Weine (DOP und IGP), Balsamico-Essig (DOP und IGP) etc.; die ganze Liste befindet sich im Anhang 1).

Der Betrieb muss mindestens drei der oben genannten Produktgruppen einkaufen, wobei keines davon mehr als 50 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen darf. Der Kauf muss durch Rechnungen belegt werden. Es können auch die Eigenrechnungen für die interne Fakturierung vom Landwirtschaftsbetrieb auf den Schankbetrieb berücksichtigt werden. Die Bezahlung muss nachvollziehbar sein (z. B. Banküberweisung, Eigenerklärung bei Eigenrechnungen).

Höhe des Beitrages und Ansuchen

Der Beitrag beträgt zwischen 1000 und 10.000 Euro. Der Beitrag darf den Gesamtbetrag der Käufe nicht übersteigen und trägt nicht zur Bildung der Einkommenssteuerbemessungsgrundlage bei. 

Der Betrieb kann über das sogenannte „Portale della Ristorazione“ der Post ansuchen. Das Online-Ansuchen ist ausschließlich mit dem betriebseigenen SPID-Zugang (lautend auf den Betriebsinhaber) möglich. Eine Delegierung an Dritte (z. B. SPID-Zugang des Ehepartners, Südtiroler Bauernbund u. ä.) ist nicht möglich. Im Ansuchen müssen Umsatzverlust, ATECO-Kodex, De-Minimis-Erklärung, Steuerunterlagen (Rechnungen usw.) erklärt bzw. eingereicht werden. 

Als Alternative kann das Formular auch heruntergeladen, ausgefüllt und beim Postamt abgegeben werden. 

Für die Bearbeitung hebt die Post in beiden Fällen einen Betrag von 30 Euro ein. Falls das Ansuchen online gestellt wird, ist auch dieser Beitrag online zu entrichten (Kreditkarte).

Auszahlung

Nach einer formalen Überprüfung leitet die Post die Unterlagen an das Ministerium weiter und zahlt 90 Prozent des Beitrages als Vorschuss aus. Nach 15 Tagen müssen die Quittungen der bezahlten Rechnungen im Portal hochgeladen oder per PEC-Mail versendet werden, sofern sie nicht zeitgleich mit dem Ansuchen abgegeben werden.

Der Mindestbetrag von 1000 Euro wird immer ausgezahlt. Die verbleibenden Mittel werden auf alle Begünstigten aufgeteilt, bis die Obergrenze von 10.000 Euro pro Betrieb erreicht ist bzw. die vorgesehenen Mittel erschöpft sind. Wenn die Summe der Anträge die verfügbaren Mittel übersteigt, kürzt das Landwirtschaftsministerium die Höhe des Zuschusses im Verhältnis zu den eingereichten Anträgen. 

Kontrollen und Sanktionen

Das Landwirtschaftsministerium wird mindestens fünf Prozent der Gesuche überprüfen. Bei Falscherklärungen muss der Beitrag zurückerstattet, sowie zusätzlich eine Verwaltungsstrafe in doppelter Höhe des Beitrages gezahlt werden.

Was ist zu tun?

Das Ansuchen muss vom gesetzlichen Vertreter des Betriebes eingereicht werden. Eine Delegierung an Dritte (wie z. B. SBB) ist nicht zulässig. Die Mitarbeiter der Bauernbund-Abteilung Steuerberatung im jeweiligen Bezirksbüro sind den Mitgliedern allerdings bei der Klärung der Voraussetzungen gerne behilflich (vorzugsweise per E-Mail, Kontakte siehe unten). Betriebe, die ihre Steuerbuchhaltung über einen externen Steuerberater abwickeln, kontaktieren diesen.

Mit SPID kann der gesetzliche Vertreter unter folgendem Link ansuchen: https://www.portaleristorazione.it/come-aderire-da-web.html. Alternativ kann das Formular unter https://www.portaleristorazione.it/come-aderire-da-ufficio-postale.html heruntergeladen, ausgefüllt und direkt bei der Post abgegeben werden. Die jeweiligen Anleitungen sind direkt auf der Seite (unter dem Menüpunkt „Documentazione“) zu finden. Außerdem hat der Bauernbund eine Anleitung zum Ausfüllen der Papierformulare erstellt.

Kontakte im Südtiroler Bauernbund 

Bezirk

Kontakt

Vinschgau

Steuerberatung
Dr.-Heinrich-Vögele-Straße 7, Schlanders
Tel.: 0473 737843 - zuerwerb.schlanders@sbb.it

Meran

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Schillerstraße 12, Meran
Tel.: 0473 213460 - steuer.meran@sbb.it

Bozen

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K.-M.-Gamper-Str. 10, Bozen
Tel.: 0471 999412 - steuer.bozen@sbb.it

Unterland

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Ballhausring 12, Neumarkt
Tel.: 0471 829440 - steuer.neumarkt@sbb.it

Eisacktal

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Konrad-Lechner-Str. 4/A, Brixen
Tel.: 0472 262 460 - steuer.brixen@sbb.it

Pustertal

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St. Lorenzner St. 8/A, Bruneck
Tel.: 0474 556840 - steuer.bruneck@sbb.it