Steuerberatung | 29.11.2020

Neuauflage für Verlustbeiträge

Aufgrund der ansteigenden Krankheitsfälle durch Covid-19 und der daraus resultierenden Einschränkungen wurde für spezifische Tätigkeitskategorien erneut ein staatlicher Verlustbeitrag vorgesehen.

Zu den Tätigkeiten zählen unter anderem die Beherbergungsbetriebe (z. B. Privatzimmervermieter und UaB), die Gastronomie, Diskotheken und Nachtlokale, Thermalanlagen, Beförderung in Taxi und Mietwagen, kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten, Sport, Unterhaltung und Erholung, Seilbahnen und Skilifte, Museen und Bibliotheken sowie Kultur- und Freizeitvereinigungen.

Für jene Gebiete, welche vom Staat als rote Zone ausgewiesen sind, sind auch der Einzelhandel und die Schönheitssalons vom neuen Verlustbeitrag betroffen. Südtirol befindet sich in der roten Zone.

Die betroffenen Tätigkeiten müssen als Haupttätigkeit ausgeführt werden und eine zum 25. Oktober 2020 aktive MwSt.-Position aufweisen. Außerdem müssen die Betriebe einen Umsatzrückgang von 33 Prozent im Monat April 2020 gegenüber dem gleichen Monat 2019 aufweisen. Kein Umsatzrückgang ist nachzuweisen, wenn die Tätigkeit ab dem 1. Jänner 2019 begonnen wurde.

Reine Landwirtschaftsbetriebe sind nicht von diesem Verlustbeitrag betroffen. Außerdem fallen sie auch für zusätzlich ausgeübte Tätigkeiten zumeist nicht in den Anwendungsbereich dieses Verlustbeitrages, weil sie diese Tätigkeiten als Nebentätigkeit ausüben. Zum Beispiel ist Urlaub auf dem Bauernhof zwar in der Tabelle der betroffenen Tätigkeiten aufgelistet, aber diese Tätigkeit wird gewöhnlich als Nebentätigkeit ausgeführt.

Grundlage für die Berechnung des neuen Verlustbeitrages ist der Verlustbeitrag, welcher im Zuge der ersten Covid-19-Welle gewährt worden ist. Dieser ursprüngliche Verlustbeitrag (bzw. der Mindestbetrag von 1000 Euro) wird zusätzlich um einen nach Tätigkeit unterschiedlichen Prozentsatz zwischen 150 und 400 Prozent erhöht. 

Für alle Betriebe, die bereits den vorherigen staatlichen Verlustbeitrag erhalten haben, erfolgt die Auszahlung der neuen Beihilfe automatisch über die Agentur der Einnahmen. Es muss kein Ansuchen gestellt werden, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. Haupttätigkeit). Die ersten Auszahlungen des Verlustbeitrages auf das Bankkonto der betroffenen Betriebsinhaber sind bereits erfolgt.

Betriebsinhaber, die für den vorherigen staatlichen Verlustbeitrag hingegen keinen Antrag gestellt haben, mittlerweile die Voraussetzungen aber erfüllen, können ein entsprechendes Ansuchen in telematischer Form stellen. Dies sollte allerdings nur wenige Betriebsinhaber betreffen.