Südtiroler Landwirt, Produktion | 12.11.2020

Die Interpoma wird digital

Die Corona-Pandemie stellt vieles auf den Kopf – auch Traditionsveranstaltungen wie die Apfelfachmesse -Interpoma müssen sich neu erfinden. Das Herzstück der Messe – der „Interpoma Congress“ – findet am 19. und 20. November online statt, ebenso die Begegnungen zwischen Produzenten und Händlern.

Wegen der Corona-Pandemie kann die beliebte Apfelfachmesse Interpoma in diesem Jahr nur im virtuellen Raum stattfinden.

Wegen der Corona-Pandemie kann die beliebte Apfelfachmesse Interpoma in diesem Jahr nur im virtuellen Raum stattfinden.

„Interpoma verbindet 2020: Digitale Tage für die Apfelwirtschaft“: So lautet das – auf Deutsch übersetzte – Motto, unter dem die Interpoma 2020 im Internet stattfindet. 

Geplant war ursprünglich eine Mischform von Online-Veranstaltungen und Präsenz vor Ort. Aufgrund der rasanten Entwicklung der Pandemie und der immer weitergehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens wurde mittlerweile alles, was vor Ort am Messegelände stattfinden sollte, ins Internet verlagert. 

Herzstück bleibt Kongress
Herzstück der Veranstaltung ist der „Interpoma Congress“, jene internationale Konferenz, die alle zwei Jahre hochkarätige Redner aus den weltweiten Hauptanbaugebieten des Apfels und ein ebenso hoch qualifiziertes und spezialisiertes Publikum anzieht, um sich über die wichtigsten Neuerungen in Bezug auf Apfelproduktion, -lagerung und -vermarktung auszutauschen. 

Während die Kongressbesucher bisher immer direkt vor Ort im MEC – Meeting & Event Center Südtirol am Kongress teilnehmen konnten, werden dieses Jahr erstmals internationale Apfelexperten der Konferenz dank Übertragung via Live-Stream bequem von zu Hause aus beiwohnen können. 

Der „Interpoma Congress“ wird von Gerhard Dichgans, dem ehemaligen Direktor des Verbandes Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) und international renommierten Berater der Apfelbranche, koordiniert und ist in zwei Sitzungen unterteilt. Am Vormittag des 19. November geht es um die schwierige Beziehung zwischen Landwirtschaft und Verbraucher und um Nachhaltigkeit im Apfelanbau. Wilhelm Kremer-Schillings, bekannt als „Bauer Willi“ – ein deutscher Landwirt, der sich besonders für einen konstruktiven Dialog zwischen „Bauer und Bürger“ einsetzt – wird zum ersten Thema sprechen. Konkret wird er darüber nachdenken, warum die Verbraucher von den Produzenten immer mehr Zertifizierungen und Garantien für gesunde Produkte verlangen, aber gleichzeitig nicht bereit sind, einen angemessenen Preis für ein Qualitätsprodukt zu bezahlen. Christian Josephi von der deutschen Kommunikationsagentur „Panama PR“ wird Tipps geben, wie man im Zeitalter von Social Media effizient und korrekt kommuniziert. 

Den Abschluss des ersten Tages bilden Vorträge von Alfred Strigl vom österreichischen Nachhaltigkeitsunternehmen Plenum und von Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, der über nachhaltige Entwicklungsstrategien für den Apfelanbau und Südtirol als Wiege der Biodiversität spricht. 

Beim zweiten Modul am Freitagvormittag, dem 20. November, wird der Schwerpunkt auf den neuen Herausforderungen liegen, die der Klimawandel für den Apfelanbau und die Sorteninnovation mit sich bringt. Zum ersten Thema sprechen Prof. Massimo Tagliavini und Damiano Zanotelli von der Freien Universität in Bozen, Alain Vialaret – Exdirektor der französischen Firma Blue Whale – und Professorin Luciana Tavella von der Universität in Turin. Walter Guerra vom Versuchszentrum Laimburg eröffnet den letzten Teil des Kongresses, der der Unterlagenzüchtung gewidmet ist. Zusätzlich zu seiner Rede wird er weltweiten Überblick über Alternativen zu M9 geben – mit den Reden von Gennaro Fazio von der Cornell University (USA), Vincent Bus von Plant & Food Research (Neuseeland) und Felidas Fernandez von NIAB EMR (Großbritannien).

Um am Kongress teilzunehmen, ist eine Anmeldung auf der Internetseite der Interpoma  erforderlich. Die Anmeldegebühr beträgt 69 Euro. 

Alle Teilnehmer erhalten zudem via Post „ipoma“ zugeschickt, ein exklusives „Inter­poma“-­Magazin mit spannenden Geschichten aus der Welt des Apfels. Der Kongress wird simultan auf Italienisch, Deutsch und Englisch übersetzt sowie am zweiten Tag zusätzlich auch auf Französisch.

Neben dem Kongress bietet die Messe Bozen zur Interpoma noch den „Interpoma Future Hub“ am Freitagnachmittag mit den innovativsten Start-ups der Apfelwirtschaft und das „Interpoma Business Match“ – eine virtuelle und kostenfreie Plattform für Unternehmen und Kunden.