Produktion | 30.10.2020

Trauben- und Weinmengen melden

Die Pflicht zur Erstellung der Trauben- und Weinproduktionsmeldungen ist mit einer EU-Verordnung geregelt und eine Voraussetzung für all jene, die um EU-Beihilfen wie z. B. Beiträge der Hagelschutz­versicherung an­suchen.

Die produzierte Menge an Trauben und Wein ist bis zum 16. November zu melden.

Die produzierte Menge an Trauben und Wein ist bis zum 16. November zu melden.

Seit etlichen Jahren müssen diese Meldungen in telematischer Form erstellt werden, was für den einen oder anderen Weinbaubetrieb in Italien zu einer Herausforderung werden kann. In Südtirol haben sich bereits seit Einführung der Meldung zwei Szenarien eingebürgert: Bis zu 50 Hektoliter Jahresproduktion ohne Pflicht der telematischen Registerführung unterstützt meistens die Bauernbund-Service-GmbH die Traubenproduzenten bei der Meldung, bei den anderen erledigen das vor allem die Kellereien selbst oder das Konsortium Südtirol Wein. 

Rebflächen müssen regulär in Lafis-Bogen eingetragen sein

Die Meldungen werden digital mittels SPID über die Plattform www.agrar.civis.bz.it erstellt. Voraussetzung ist die ordnungsgemäße Eintragung der Rebflächen in der Weinbaukartei, also im Lafis-Bogen. Jeder Weinbaubetrieb muss eine einzige Meldung hinterlegen, in der die gesamten geernteten Trauben eingegeben werden. 

Betriebe, die an mehrere Kellereien liefern, müssen in der Traubenmeldung alle Trauben zusammenfassen und gleichzeitig angeben, ob die Trauben selbst verarbeitet oder an Kellereien und an welche Kellerei geliefert werden. Wie bereits erwähnt, sind die Kellereien in diesem Sinne Dienstleister für die Lieferanten und erstellen die Traubenmeldung, die innerhalb 15. November – heuer bis 16. November, weil der 15. ein Sonntag ist – fällig ist. Der Informationsfluss dabei ist sehr wichtig, weil die Kellerei, welche die Meldung erstellt, entsprechend auch über eventuelle Lieferungen an andere Kellereien informiert werden muss. 

Betriebe, die selbst Trauben verarbeiten und Wein produzieren, müssen innerhalb 15. Dezember auf demselben digitalen Weg die Weinmeldung erstellen, in welcher die genaue Weinbezeichnung – hier muss auf die unterschiedlichen Typologien wie Riserva, Vigna geachtet werden – mitgeteilt wird und wie viel für jeden Typ Jungwein – noch nicht vom Leger abgezogen – und verkaufsfertigen Wein produziert wurde. 

Wer von den beiden Meldungen befreit ist

Von diesen Meldungen befreit sind: 

  • Traubenproduzenten, die die gesamten Trauben als solche konsumieren, trocknen oder zu Traubensaft verarbeiten;
  • Traubenproduzenten mit einer Rebfläche von max. 1000 Quadratmetern, wenn die Trauben nicht verkauft werden;
  • Traubenproduzenten, welche die gesamten Trauben an eine Genossenschaft liefern. In diesem Fall erstellt die Genossenschaft das Mod. F2 für die Mitglieder;
  • Weinproduzenten, die im eigenen Betrieb weniger als zehn Hektoliter Wein produzieren und diesen auch nicht verkaufen;
  • Weinproduzenten, die selbst weniger als zehn Hektoliter einkellern und den Rest der Trauben an eine Genossenschaft liefern, welche zur Weinmeldung verpflichtet ist. Die zehn Hektoliter selbst eingekellerten Weines dürfen nicht verkauft werden. 

Kurzum: Alle Betriebe, welche Trauben für die Weinproduktion haben und/oder Weine produzieren, die verkauft werden (Buschenschank, Hofladen usw.), müssen eine entsprechende Meldung vorweisen. 

Meldung fünf Jahre aufbewahren

Im Normalfall muss der Betriebsleiter die Traubenmeldung bei der Kellerei unterschreiben. Die Meldung muss mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Vielfach wird die Meldung auch über das Konsortium Südtirol Wein erstellt, welches die Kellereien bei der Abwicklung der bürokratischen Tätigkeiten unterstützt. Auch in diesem Fall liegen die Meldungen bei den Kellereien auf. 

Die EU sieht vor, dass die Meldungen auch bei einer „Nullernte“ gemacht werden müssen. Wer also aufgrund eines natürlichen Ernteausfalls oder aufgrund einer Neuanlage auf der gesamten Rebfläche heuer keine Ernte eingebracht hat, muss die Meldung trotzdem erstellen.

Wie lese ich meine -Traubenmeldung? 

Jede Traubenmeldung hat eine Nummer, die auf der ersten Seite aufscheint. Danach folgen die anagrafischen Daten des landwirtschaftlichen Betriebes. Im „Quadro C“ werden die Erntedaten zusammengefasst. Je nach Weintypologie (DOC, IGT, Tafelwein) werden die Gesamtmengen in Rot (N) oder in Weiß (B) angegeben sowie die Rebfläche, auf welcher die Trauben produziert wurden. Ebenso wird hier auch dargestellt, ob die Trauben für den Eigenbau (vinificazione in proprio) verwendet oder an einen Weinproduzenten (cessione e conferimento) abgegeben werden. 

Dieser Übersicht folgt eine meist lange Auflistung der jeweiligen Weinbezeichnung mit Angabe der einzelnen Parzellen und Reb­einheiten pro Gemeinde, wie sie in der Weinbaukartei eingetragen sind. Pro Rebeinheit wird auch eine hypothetische Traubenmenge angegeben, die vom Programm anhand der Gesamtmenge auf die einzelnen Rebeinheiten aufgeteilt wird. Wichtig ist es, dass in diesem Bereich die Weinbezeichnungen richtig und vollständig angegeben werden. So müssen zum Beispiel Zusatzbezeichnungen wie „klassisch“ oder die Produktion von „Vigna“ hier ersichtlich sein. 

Im letzten Abschnitt der Meldung, dem „Quadro F“, werden die Lieferungen an eine oder mehrere Kellereien im Detail angeführt – zuerst in einer zusammenfassenden Tabelle in Kilogramm der gelieferten Trauben aufgeteilt nach DOC, IGT, Tafelwein oder Überproduktionen, dann auch einzeln für jede Weinbezeichnung. Für jede Kellerei, die Trauben vom erklärenden Bauern erhält, gibt es hier eine einzelne Seite.