Wirtschaft | 21.10.2020

Tirol: Weitere Wolfrisse nachgewiesen

In den Grenzgebieten des Bundeslandes Tirol zu Südtirol ist es in den vergangenen Wochen zu mehreren Wolfrissen gekommen. Untersuchungen zufolge stammen die Tiere aus drei verschiedenen Populationen. von AIZ

Im Bundesland Tirol ist es nachweislich zu mehreren Wolfrissen gekommen.

Im Bundesland Tirol ist es nachweislich zu mehreren Wolfrissen gekommen.

Mehrere Risse betreffen das nördliche Wipptal: Anhand der Proben eines am 8. Oktober auf einer Heimweide in Navis gerissenen Schafes wurde ein Wolf aus der nördlichen Population, also aus dem deutsch-polnischen Raum, nachgewiesen. Damit sind nunmehr im Wipptal Wölfe aus zwei verschiedenen Herkunftspopulationen genetisch bestätigt. Bei Rissen im Gemeindegebiet von Ellbögen am 8. September sowie in Navis am 15. August erbrachten die genetischen Untersuchungen jeweils die DNA eines Tieres aus der italienischen Population. Ein Wolf aus der nördlichen Population wurde heuer im August bereits einmal am Wattenberg nachgewiesen. Dies teilte das Land Tirol mit.

Weitere Risse in Osttirol und Kirchdorf
Nach dem Riss vom 5. Oktober im Gemeindegebiet von Innervillgraten wurde bei einem toten Schaf vom 7. Oktober neuerlich ein Wolf aus der italienischen Population genetisch bestätigt. Möglicherweise handelt es sich dabei um dasselbe Tier, das auch für die Risse in Leisach und Lavant verantwortlich ist. Bei Ziegenrissen im Gemeindegebiet von Kirchdorf vom 8. Oktober wurde die DNA eines Wolfs aus der dinarischen Population, also aus Südosteuropa, nachgewiesen. Ein männlicher Wolf aus ebendieser Population wurde im heurigen Jahr bereits in Kirchdorf sowie mehrfach im Kaiserwinkel genetisch bestimmt.

Die aktuellen Ergebnisse der genetischen Untersuchungen aus Navis, Innervillgraten und Kirchdorf geben Aufschluss über die Tierart und die Quellpopulationen. Die Befunde der drei Proben bestätigten Wölfe aus drei verschiedenen Populationen. Für die Bestimmung des jeweiligen Individuums und des Geschlechts muss auf die Ergebnisse der Genotypisierung gewartet werden.