Steuerberatung | 07.10.2020

Übergangslösung endet

Seit dem 1. Jänner 2020 müssen alle Einzelhändler, Gastronomen und ­gleich­gestellten Unternehmen ihre Tageseinnahmen telematisch melden. Die Übergangslösung endet am 31. Dezember.

Wer viele Belege ausstellt, sollte sich eine telematische Registrierkasse anschaffen.

Wer viele Belege ausstellt, sollte sich eine telematische Registrierkasse anschaffen.

Die Übergangslösung, welche von der Agentur der Einnahmen für das erste Halbjahr 2020 vorgesehen war, endete bereits am 1. Juli. Aufgrund der Corona-Krise und wegen der damit zusammenhängenden Lieferengpässe bei den telematischen Registrierkassen wurde die Möglichkeit um weitere sechs Monate bis zum 31. Dezember verlängert. 

Diese Möglichkeit besteht darin, dass anstelle des Handelsbelegs weiterhin Steuer- und Kassabelege ausgestellt werden können. Die Beträge sind dennoch der Agentur der Einnahmen zu melden, und zwar mit einer entsprechenden telematischen Meldung innerhalb des Folgemonats. Betriebe, welche diese Variante anwenden, müssen dem Südtiroler Bauerbund die Tageseinnahmen jeweils am Monatsende mitteilen, damit die Meldung termingerecht versendet werden kann.

Grundsätzlich Pflicht für alle

Diese Möglichkeit endet somit auch für „Urlaub auf dem Bauernhof“-Betriebe sowie Landwirtschaftsbetriebe, welche für das MwSt.-Normalsystem optiert haben und an Endverbraucher verkaufen (z. B. Direktvermarkter ab Hof oder auf Bauernmärkten). Vorerst aufrecht bleibt hingegen die Befreiung für Landwirtschaftsbetriebe im MwSt.- Pauschalsystem, welche landwirtschaftliche Produkte an Endverbraucher verkaufen. 

Mehrere Möglichkeiten für Betriebe

Für die betroffenen Betriebe stehen weiterhin mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, die Einnahmen korrekt zu dokumentieren: Zum einen kann eine telematische Registrierkasse angeschafft werden, oder als Alternative kann auch auf die elektronische Rechnung umgestiegen werden. Der Umstieg auf die elektronische Rechnung ist vor allem für Betriebe interessant, die nur wenige Rechnungen ausstellen. Der Ankauf einer telematischen Registrierkasse empfiehlt sich vor allem für jene, welche viele Belege ausstellen und dafür nur wenig Zeit haben. 

Als zusätzliche Alternative gibt es auch noch eine Web-Applikation, welche direkt von der Agentur der Einnahmen auf ihrer Internetseite zur Verfügung gestellt wird. Diese Applikation ist jedoch sehr umständlich, zeitaufwendig und daher nicht empfehlenswert. Wichtig zu wissen ist, dass hohe Strafen vorgesehen sind, falls die Einnahmen nicht laut den neuen gesetzlichen Vorschriften belegt und gemeldet werden, welche ab dem 1. Jänner des kommenden Jahres gelten. Diese Strafen können bis hin zu einer Betriebsschließung führen.