Wirtschaft | 05.10.2020

Italien: Ökolandbau leicht gewachsen

Auch in Italien befindet sich der Ökolandbau weiter auf dem Vormarsch, allerdings mit moderatem Tempo.

Der Ökolandbau in Italien ist im vergangenen Jahr um zwei Prozent gewachsen. Foto: Alexander Vollmer, Pixabay

Der Ökolandbau in Italien ist im vergangenen Jahr um zwei Prozent gewachsen. Foto: Alexander Vollmer, Pixabay

Wie aus aktuellen Zahlen des Staatlichen Instituts für Marktforschung und Marktinformation (ISMEA) hervorgeht, wurden 2019 fast zwei Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nach den Kriterien des Ökolandbaus bewirtschaftet. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr einem Plus von zwei Prozent und einem Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 15,8 Prozent. Dabei entfielen gut 551.000 Hektar auf Weiden; rund 397.000 Hektar wurden für die Futterproduktion genutzt und weitere 330.000 Hektar für die Getreideerzeugung. Oliven wurden nach den Kriterien des Ökolandbaus auf 242.000 Hektar erzeugt, Biowein auf fast 110.000 Hektar. Die Anzahl der Biobetriebe beziffert ISMEA für 2019 auf 80.643, das sind zwei Prozent mehr als noch 2018. 

Regional hat Sizilien die Nase vorn, denn dort befinden sich mehr als 370.000 Hektar Biofläche. Apulien bringt es auf etwa 266.000 Hektar, und in Kalabrien werden 208.000 Hektar ökologisch genutzt. Die Nachfrage nach Produkten aus dem Ökolandbau hat in Italien zuletzt kräftig angezogen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden den Institutsangaben zufolge rund 3,3 Milliarden Euro mit Bioprodukten umgesetzt; damit wurde der Erlös der Vorjahresperiode um 4,4 Prozent übertroffen. Die großen Einzelhandelsketten haben laut ISMEA während der Corona-Beschränkungen die Verkäufe von Biowaren um elf Prozent gesteigert, wobei Eier und Frischgemüse besonders gefragt waren. 

Mit dem Konsum haben auch die Einfuhren von Biowaren zugelegt; die betreffenden Importe stiegen nach Angaben des Instituts 2019 um 13,1 Prozent. ISMEA-Direktor Raffaele Boriello sprach sich für weitere Investitionen in die Biobranche aus. Wenn die Nachfrage nach den Erzeugnissen des heimischen Ökolandbaus gestärkt werde, könnte nicht nur das Importvolumen verringert, sondern auch ein wichtiger Impuls für die Branche gegeben werden. Das könnte es ermöglichen, das im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie angepeilte Ziel von 25 Prozent Biofläche zu erreichen.