Steuerberatung | 04.09.2020

GIS-Befreiung für UaB-Betriebe

Gute Nachricht für alle, die UaB betreiben: Gebäudeeinheiten, die direkt für die Ausübung der­ ­Tätigkeit ­verwendet werden, sind – unter gewissen Voraussetzungen – für das Steuerjahr 2020 von der GIS ­befreit.

Je nach Ausmaß des Umsatzrückganges wird die GIS zur Hälfte oder zur Gänze erlassen. Foto: Tiberio Sorvillo

Je nach Ausmaß des Umsatzrückganges wird die GIS zur Hälfte oder zur Gänze erlassen. Foto: Tiberio Sorvillo

Mit dem Landesgesetz Nr. 9 vom 19. August 2020 hat der Südtiroler Landtag aufgrund der Covid-19-Krise GIS-Steuererleichterungen zur Unterstützung der Wirtschaft festgelegt. Betroffen sind in erster Linie die Immobilien im Tourismussektor, darunter auch Gebäudeeinheiten, welche für die Tätigkeit Urlaub am Bauernhof oder für die Privatzimmervermietung verwendet werden. Diese Gebäudeeinheiten sind für das Steuerjahr 2020 von der GIS befreit, falls sie selbst direkt für die Ausübung der Tätigkeit verwendet werden. Die Befreiung steht außerdem zu, falls sie dem Betreiber kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Umsatzrückgang ausschlaggebend

Voraussetzung ist, dass für die touristische Tätigkeit ein Gesamtumsatzrückgang für das Jahr 2020 von mindestens 20 Prozent im Vergleich zum Gesamtumsatz 2019 vorliegt. Falls jemand die Voraussetzung des Umsatzrückgangs von 20 Prozent nicht erfüllt, wird die GIS für das Jahr 2020 um 50 Prozent reduziert. Die geschuldete Steuer kann in diesem Fall innerhalb 30. Juli 2021 ohne Strafen und Zinsen entrichtet werden. Für bestimmte Kategorien von gewerblich genutzten Gebäudeeinheiten von Handwerkern, Unternehmern und Freiberuflern steht ebenfalls eine GIS-Steuererleichterung zu.

Damit die Betroffenen diese GIS-Steuer­erleichterung der Befreiung bzw. der Reduzierung auf 50 Prozent beanspruchen können, müssen sie innerhalb 30. September 2020 eine Eigenbescheinigung bei der jeweiligen Gemeinde abgeben, mit welcher die oben genannten Voraussetzungen bestätigt werden. Wer diese Frist nicht einhält, verliert den Anspruch auf die Befreiung bzw. Reduzierung.

Der Südtiroler Bauernbund wird innerhalb Mitte September über das Online-Portal „mein SBB“ für die betroffenen UaB-Betriebe diese Eigenbescheinigungen vorbereiten und die ihm bekannten Daten bereits vorausfüllen. Dies sind z. B. die anagrafischen Daten, die dem Bauernbund bekannten betroffenen Gebäudeeinheiten und die Daten zu Tätigkeitsbeginn und Tätigkeitsende. Die betroffenen UaB-Betriebe müssen diese ausgefüllten Daten genauestens kontrollieren und allenfalls die notwendigen Korrekturen vornehmen. Danach muss die Eigenbescheinigung persönlich beim jeweiligen Steueramt der Gemeinde abgegeben und vor dem Gemeindebeamten unterschrieben werden. 

Alternativ dazu kann die unterschriebene Bescheinigung auch zusammen mit einer Kopie des Personalausweises mittels Postversand bzw. mittels PEC-E-Mail an die jeweilige Gemeinde übermittelt werden.