Markt | 07.08.2020

Vorsicht vor Traktor-Betrügern

Der Handel von landwirtschaftlichen Maschinen läuft immer öfter auch über das Internet ab. Das bietet den Verbrauchern – sprich den Bauern – eine ganze Reihe an Vorteilen, birgt aber auch Gefahren. Zuletzt fielen vermehrt Online-Betrüger mit neuen Betrugsmaschen auf.

Bei besonders verlockenden Angeboten im Internet heißt es stets: Augen auf!

Bei besonders verlockenden Angeboten im Internet heißt es stets: Augen auf!

Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen häufen sich die Fälle, in denen Verbraucher beim Online-Kauf von Mini­baggern oder Traktoren einem Betrug zum Opfer fielen. Julia Rufinatscha, Rechtsberaterin im EVZ, berichtet: „Man könnte von einer Neuinszenierung einer dem EVZ bereits bekannten Betrugsmasche sprechen.“ 

Aktuelle Fälle mit Unternehmen in England

So habe es erst kürzlich den Fall von Herrn Maier gegeben, der so wie drei andere Verbraucher auf ein Angebot eines Unternehmens mit Sitz in England gestoßen war. „Während zwei der Käufer bereits eine Anzahlung von mehreren Tausend Euro getätigt hatten, konnten wir Herrn Maier und einen weiteren Verbraucher noch rechtzeitig darüber informieren, dass es sich beim englischen Unternehmen mit Sitz in Perth um einen Betrüger handelt. Unsere Kollegen in England hatten nämlich herausgefunden, dass das tatsächlich existierende Unternehmen, dessen Identität von den Betrügern geklont wurde, mit pharmazeutischen Produkten handelt und keine Website besitzt“, erzählt Rufinatscha.

Genauso erging es zwei französischen Verbrauchern, die bei einem italienischen Unternehmer Kleinmaschinen erwerben wollten und Anzahlungen in Höhe von 11.800 bzw. 14.900 Euro getätigt hatten. Wie bereits im vorherigen Fall besitzt die tatsächliche Firma, die zu betrügerischen Zwecken geklont und missbraucht wurde, keine Internetseite.

Auf typische Merkmale achten

Wie aber kann man solche betrügerischen Angebote von den restlichen unterscheiden? Das Europäische Verbraucherzentrum weist in einer Presseaussendung auf einige charakteristische Merkmale solcher Angebote hin: 

  • Es ist ein deutlich niedrigerer Verkaufspreis im Vergleich zu den anderen Angeboten angegeben.
  • Die Internetseite des Verkäufers wurde erst kürzlich eingerichtet, oder es existiert keine.
  • Das geklonte, tatsächliche Unternehmen hat meist keine Webseite.
  • Es werden bereitwillig Dokumente, beispielsweise Handelskammerauszüge, gesendet, um seriös zu wirken. Die Identität des tatsächlichen Unternehmens weicht dabei lediglich in der Tätigkeitsbeschreibung bzw. in der Vertriebsform (z. B. Online-Vertrieb) ab.
  • Es werden eine Probezeit sowie Transport und Rückgaberecht mit Rückerstattung des vollen Kaufpreises zugesichert.
  • Die Bezahlung soll über nicht rückverfolgbare Zahlungsmittel erfolgen (z. B. Banküberweisung).
  • Im Schriftverkehr befinden sich Rechtschreib- bzw. Schreibfehler.
  • Das Fahrzeug kann nicht vorher besichtigt werden, da es sich in einem anderen Land befindet.

Sollte das Verkaufsangebot einen oder gleich mehrere der oben genannten Punkte aufweisen, so ist es ratsam, vom Kauf abzusehen. Im Zweifelsfall kann das Europäische Verbraucherzentrum kontaktiert werden, bevor eine Anzahlung erfolgt.

Mit Polizei Kontakt aufnehmen

Dennoch kann es passieren, dass man in die Betrugsfalle tappt. Sollte es so weit kommen, ist die Kontaktaufnahme mit der Polizei am zielführendsten. Die Chancen, dass man das bereits bezahlte Geld wieder zurückbekommt, stehen leider schlecht. „Daher ist es grundsätzlich wichtig, dass man vor allem bei überaus ansprechenden Angeboten Vorsicht walten lässt“, warnt das EVZ in einer Aussendung. 

Kontakt zum EVZ

Für weitere Infos steht das Europäische Verbraucherzentrum Italien in Bozen zur Verfügung: Tel. 0471 980939;
E-Mail: info@euroconsumatori.org