Arbeitssicherheit | 28.05.2020

Haftpflichtpolizze überprüfen

Rechtzeitig vor der Anstellung von Arbeitnehmern sollten landwirtschaftliche Arbeitgeber ihre Haftpflicht­versicherungen kontrollieren. Vor allem sollten sie prüfen, was die Versicherung abdeckt.

Jeder landwirtschaftliche Betrieb sollte über eine gute Haftpflichtversicherung verfügen. Foto: Stefano Ferrario, Pixabay

Jeder landwirtschaftliche Betrieb sollte über eine gute Haftpflichtversicherung verfügen. Foto: Stefano Ferrario, Pixabay

Bei der Überprüfung der Haftpflichtversicherung ist besonders darauf zu achten, dass diese auch auf die Mitarbeiter (landwirtschaftliche Arbeiter) ausgedehnt ist. Diese Ausdehnung findet man im Vertrag unter dem Kürzel RCO (= Haftpflicht gegenüber dem Arbeitnehmer).

Bei Selbstbehalt auf Fixbetrag statt Prozentsatz bestehen

Dabei sollte für den Selbstbehalt ein fixer Betrag und nicht ein Prozentsatz vereinbart werden. Erleidet ein Arbeiter einen Arbeitsunfall, so hat die staatliche Unfallversicherungsanstalt INAIL in bestimmten Fällen das Rückgriffsrecht. 

Das könnte der Fall sein, wenn der Arbeitsunfall auf das Verschulden des Arbeitgebers zurückzuführen ist. In solchen Schadensfällen streckt die Unfallversicherungsanstalt die Ausgaben des Verunfallten (darunter fallen Behandlungs- und Krankenhauskosten, biologischer Schaden, eventuelle Spätfolgen wie bleibende Invalidität und Rentenansprüche) zwar vor, fordert sie aber in Folge beim Landwirtschaftsbetrieb wieder ein. 

Nachdem es sich in der Regel um sehr hohe Summen handelt, ist der Betrieb gut beraten, wenn er seine Haftpflichtversicherung mit dieser Deckung ausstatten lässt.

Zusätzlich ist zu empfehlen

  • Die Versicherungssumme pro Person und pro Schadensfall sollte mindestens 2.000.000 Euro betragen.
  • Der vorgesehene Selbstbehalt sollte fix die Summe von 1000 Euro pro Schadensfall nicht überschreiten.
  • Die Polizzen sollten von der Bauernbund-Versicherungsberatung überprüft werden.

Nur ordnungsgemäß angemeldete Arbeiter sind von einer solchen Garantie abgedeckt. Des Weiteren müssen auch die vorgeschriebenen INAIL-Abgaben des Unternehmens ordnungsgemäß entrichtet sein, damit die Versicherung die Deckung des Risikos übernimmt.

Weitere Informationen erhalten Bauernbund-Mitglieder bei den kostenlosen Versicherungsberatungen, welche der Südtiroler Bauernbund ab sofort wieder auf Bezirksebene anbietet (Termine siehe www.sbb.it/service/versicherungsberatung). Dort können die Mitglieder auch die bestehenden Versicherungspolizzen überprüfen lassen.