Politik, Südtiroler Landwirt | 28.05.2020

Durchbruch bei Rentenversicherung

Die Landesregierung hat vergangene Woche die Änderung der Zugangskriterien zum Zuschuss auf die Rentenversicherung genehmigt und den möglichen Kreis von Antragstellern damit wieder deutlich erweitert. Für den Bauernbund geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. von Simone Mair Weissenegger

Mehrere Hundert Bäuerinnen und Bauern könnten von den neuen Kriterien für den Zuschuss auf die Rentenversicherung profitieren.

Mehrere Hundert Bäuerinnen und Bauern könnten von den neuen Kriterien für den Zuschuss auf die Rentenversicherung profitieren.

Der Zuschuss auf die Rentenversicherung der Bauern, Pächter und Teilpächter ist eine unterstützende Maßnahme der Region Trentino-Südtirol für landwirtschaftliche Betriebe, die sich in einer besonders ungünstigen Lage befinden und eine bestimmte Einkommensstufe nicht überschreiten. Betriebsinhaber, die diese Voraussetzungen erfüllen, haben die Möglichkeit, jährlich um eine teilweise Rückvergütung der Rentenbeiträge anzusuchen.

Die Rückvergütung beläuft sich – je nach Erschwernispunkten – auf 50 bis 70 Prozent der eingezahlten Beiträge in die Renten­versicherung der Bauern, Pächter und Teilpächter.

Zahl der Gesuchsteller war seit Jahren rückläufig

Die Kriterien für die Gewährung des Zuschusses auf die Rentenversicherung wurden seit einigen Jahren nicht mehr angepasst und entsprachen demnach nicht mehr den wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten. Mit der Zeit konnten viele ehemals anspruchsberechtigte Betriebsinhaber die vorgesehenen (Einkommens-)Kriterien nicht mehr erfüllen. Die Anzahl der Gesuchsteller ist auch deshalb seit 2010 rückläufig. Von ursprünglich 5400 Antragstellern konnten im Jahr 2019 nur mehr 3808 Betriebsinhaber den jährlichen Zuschuss beanspruchen. 

Die Zugangskriterien wurden nun aus diesem Grund angepasst – mit dem Ziel, wieder eine höhere Anzahl an klein strukturierten landwirtschaftlichen Betrieben mit dem Zuschuss zu unterstützen. 

Durch Bemühungen des Südtiroler Bauernbundes – und das besondere Engagement von Landeshauptmann Arno Kompatscher, Soziallandesrätin Waltraud Deeg, Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler und Regionalassessor Manfred Vallazza – ist es gelungen, eine Änderung der Kriterien zu erwirken und diese an die aktuelle Situation anzupassen. 

Kompatscher: „Vor allem Bergbauern profitieren“

Die Landesregierung hat der Änderung der Zugangskriterien am Dienstag, dem 19. Mai zugestimmt. Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärt dazu: „Mit den jetzt geänderten Zugangsbedingungen zum Zuschuss auf die Rentenversicherung haben wir den Kreis der Berechtigten – es betrifft vor allem Bergbauern – deutlich erweitert. Damit stärken wir unsere landwirtschaftlichen Betriebe nicht nur in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation, sondern auch darüber hinaus.“

700 zusätzliche Antragsteller möglich

Besonders in der aktuellen Situation ist es wichtig, den klein strukturierten Betrieben, die sich in einer besonders ungünstigen Lage befinden, verstärkt unter die Arme zu greifen. 

Mit der Anpassung wurden die Mindesterschwernispunkte für Betriebsinhaber von ursprünglich 25 auf 20 hinuntergesetzt. Gleichzeitig wurde die Einkommensobergrenze für Gesuchsteller auf 28.000 Euro erhöht. Somit können nun etwa 700 zusätzliche Betriebsinhaber um die Rückerstattung von mindestens 50 Prozent der eingezahlten Rentenbeiträge in die Bauernversicherung ansuchen. Die Kriterien sind bereits für die heurigen Ansuchen gültig. Die Gesuchstellung wird über die Patronate abgewickelt. Die Auszahlung erfolgt über die Agentur für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung (ASWE). 

Ansuchen bis 31. Juli möglich

Jene Betriebsinhaber, welche auch schon im vergangenen Jahr das Ansuchen für den Zuschuss eingereicht haben, werden vom zuständigen Bezirksbüro des Südtiroler Bauernbundes kontaktiert. Betriebsinhaber, die nun in diesem Jahr mit den neuen Kriterien erstmals Anrecht auf den Zuschuss haben, sind gebeten, sich beim zuständigen Bezirksbüro zu melden.
Für die Gesuchstellung wird jedem Antragsteller ein Termin zugewiesen. Als Einreichtermin für die diesjährigen Ansuchen wurde der 31. Juli festgelegt.


Ein Interview zum Thema mit Manfred Vallazza finden Sie in unserer Printausgabe.