Steuerberatung | 03.04.2020

Steuerbonus für Neuinvestitionen

Die neue Investitionsförderung ist 2020 auch für Landwirtschaftsbetriebe nutzbar. Der geförderte Prozentsatz liegt zwischen sechs und 40 Prozent der Anschaffungskosten. von Markus Frei

Maschinen und Geräte mit der neuesten Technik werden mit dem Steuerbonus unterstützt. Foto: www.agrarfoto.com

Maschinen und Geräte mit der neuesten Technik werden mit dem Steuerbonus unterstützt. Foto: www.agrarfoto.com

Gefördert werden alle neuen betrieblichen Sachanlagen (z. B. Maschinen und Geräte), welche im laufenden Jahr erworben werden. Ausgeschlossen ist der Kauf von Autofahrzeugen (Pkw) und Immobilien (Bau von Wirtschaftsgebäuden). Auch Landwirtschaftsbetriebe und Betreiber von Urlaub auf dem Bauernhof im Pauschalsystem können diese Möglichkeit nutzen.

Grundsätzlich gilt für alle Neuinvestitionen ein Steuerbonus von sechs Prozent, für intelligente computergesteuerte Maschinen und Geräte (sog. Impresa 4.0) beträgt er sogar 40 Prozent. Solche können beispielsweise in der Landwirtschaft eingesetzte Maschinen und Geräte sein, welche mit Elektronik, Sensoren und computergesteuerten Kontrollmechanismen ausgestattet sind. Dazu zählen bestimmte Traktoren, landwirtschaftliche Maschinen, Geräte für die Melk- und Fütterungstechnik sowie die Produktweiterverarbeitung.

Angabe Gesetzesnorm 

Auf der Einkaufsrechnung und auf allen anderen Unterlagen (z. B. Lieferschein, Kaufvertrag, Auftragsbestätigung) muss die Gesetzesnorm angeführt werden, aufgrund welcher der Steuerbonus zusteht, wie „Geförderter Gegenstand laut Gesetz Nr. 160/2019, Art. 1, Abs. 184–194“. 

Für Investitionen in solche intelligente computergestützte Anlagen über 300.000 Euro ist zudem die Bestätigung eines autorisierten Technikers oder eine Konformitätsbescheinigung des Herstellers vorgesehen. 

Eines dieser Dokumente ist beim Steuerbonus von 40 Prozent aufgrund der technischen Besonderheiten immer empfohlen, auch wenn für Käufe unter der genannten Grenze eine Ersatzerklärung des Notorietätsaktes genügt.

Verrechnung mit Steuerguthaben

Diese Förderung wird nicht in Form eines Zuschusses ausbezahlt, sondern kann nur als Steuerguthaben mit dem Zahlungsvordruck F24 verrechnet werden. Das heißt: Es müssen Steuern (z. B. MwSt., GIS), Gebühren oder Sozialabgaben (z. B. Bauernversicherung) anfallen, mit denen das Guthaben kompensiert werden kann. Die Verrechnung kann nicht in einem einzigen Jahr vorgenommen werden. Der Kompensierungszeitraum beträgt nämlich zwischen drei und fünf Jahren.

Dazu ein konkretes Beispiel: Ein computergestützter Traktor, welcher die Voraussetzung für den Steuerbonus in Höhe von 40 Prozent erfüllt, wird um 100.000 Euro zuzüglich MwSt. gekauft. Der Steuerbonus beträgt in diesem Fall 40.000 Euro (100.000 Euro x 40 Prozent = 40.000 Euro).

Dieses Steuerguthaben kann ausschließlich mit Mod. F24 in fünf jährlichen Raten verrechnet werden, in den fünf Folgejahren nach der Investition können also jeweils 8000 Euro kompensiert werden. Sind in den entsprechenden Jahren keine oder nicht ausreichende Steuern oder Sozialabgaben geschuldet, ist die Verrechnung nicht oder nicht vollständig möglich und das Guthaben geht somit ganz oder teilweise verloren. Eine Rückforderung des Guthabens ist nicht möglich.

Grundlegende Voraussetzung für die Verrechnung des Steuerbonus ist auch, dass die gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitssicherheit eingehalten und die Sozialabgaben regulär­ einbezahlt werden. Wird der geförderte Gegen­stand hingegen innerhalb zwei Jahren nach Anschaffung wieder verkauft, so muss der be­reits in Anspruch genommene Steuerbonus wieder zurückerstattet werden. Zudem ist für die intelligenten computergestützten Maschinen­ ­und Geräte, für welche der Steuerbonus in Höhe von 40 Prozent beansprucht wird, eine Mitteilung an das Ministerium für Wirtschaftsförderung (MISE) vorgesehen. Wie diese Mitteilung zu erfolgen hat, muss mit einem Ministerialdekret festgelegt werden, welches bei Redaktionsschluss jedoch noch ausständig war.

Steuerbonus ist mit anderen Beihilfen vereinbar

Der Steuerbonus ist mit anderen Beihilfen vereinbar. So kann beispielsweise für dieselbe Maschine gleichzeitig um einen Landesbeitrag (siehe „Südtiroler Landwirt“ Nr. 5/2020) angesucht und zudem die Sabatini-Förderung in Anspruch genommen werden (siehe dazu Landwirt Nr. 13/2019). Auch mit dem sog. Bando INAIL (siehe „Südtiroler Landwirt“ Nr. 3/2020) sollte der Steuerbonus vereinbar sein. Diesbezüglich wurde eine Anfrage gestellt, die Antwort von der INAIL fehlt jedoch noch. 

Mitteilung an SBB-Bezirksbüro

Da aus der Rechnung der Anspruch auf den Steuerbonus nicht immer ersichtlich ist, muss an die Abteilung Steuerberatung im zuständigen Bauernbund-Bezirksbüro eine entsprechende Mitteilung erfolgen.