Produktion | 20.02.2020

Gartentherapie: Pilotbetriebe gesucht

Im Rahmen der Sozialen Landwirtschaft wurde vom Südtiroler Bauernbund zusammen mit der Südtiroler Bäuerinnenorganisation ein Projekt ins Leben gerufen, um praxisnahe Erfahrungen zum Thema „Pflanzen- und Gartentherapie auf dem Bauernhof“ zu sammeln. Was es für die Umsetzung noch braucht sind interessierte Bäuerinnen und Bauern.

Der Bauernbund startet mit dem Projekt „Pflanzen- und Gartentherapie“ und sucht dafür Höfe. Foto: Goumbik Pixabay

Der Bauernbund startet mit dem Projekt „Pflanzen- und Gartentherapie“ und sucht dafür Höfe. Foto: Goumbik Pixabay

Benachteiligten Personen eine Stütze sein, und gleichzeitig die Tätigkeit auf dem Bauernhof diversifizieren – das Gesetz zu Sozialer Landwirtschaft soll es bald ermöglichen, soziale Dienstleistungen als Form des Zu- und Nebenerwerbs auf dem Bauernhof anzubieten. Während die Durchführungsverordnung für das Gesetz noch ausständig ist, startet der Bauernbund in diesem Frühjahr mit einem Projekt zur „Pflanzen- und Gartentherapie auf dem Bauernhof“. Erste Betriebe sollen dabei bei der Umsetzung einer sozialen Tätigkeit unterstützt und begleitet werden.

Neues Bauernbund-Projekt

Die Pflanzen- und Gartentherapie ist eine praktische Maßnahme, die alternativ oder ergänzend zu anderen therapeutischen Interventionen angewandt wird. Das primäre Ziel der Therapie liegt in der Verbesserung des physischen, psychischen und seelischen Wohlbefindens einer Person und ihres Sozialverhaltens. Durch das Projekt werden ausgewählte Bauernhöfe für die Dauer eines Jahres von einem Expertenteam begleitet und in der Umsetzung der Pflanzentherapie auf dem landwirtschaftlichen Betrieb unterstützt. Der Ablauf dieser Tätigkeit erfolgt in der Regel im Beisein eines Betreuers, welcher den Bauern oder die Bäuerin bei der Arbeit mit der benachteiligten Person fachlich unterstützt. Durch die Erfahrungen aus dem Projekt wird die Wirkung der Pflanzen- und Gartentherapie bewertet. 

Ist mein Bauernhof geeignet?

Im Grunde ist jeder landwirtschaftliche Betrieb, der über einen Obst-, Gemüse- oder Kräutergarten verfügt, für die Teilnahme am Projekt geeignet. Eine grundsätzliche soziale Haltung (Geduld, Flexibilität, Einfühlungsvermögen) ist natürlich für eine soziale Tätigkeit wichtig. 

Bereits gesammelte Erfahrungen im Sozial- oder Gesundheitsbereich sind von Vorteil. Eine konkrete Ausbildung ist für die Teilnahme am Pilotprojekt allerdings nicht erforderlich.

Was das Pilotprojekt ermöglicht

Durch die Erkenntnisse aus dem Projekt können praxisnahe Leitlinien für die Pflanzen- und Gartentherapie verfasst werden. Diese regeln die künftige Umsetzung der Dienstleistung und ermöglichen es damit, den Betrieben eine zusätzliche Nebentätigkeit auf dem Bauernhof anzubieten. Mit der Teilnahme am Projekt kann sich der Bauer bzw. die Bäuerin schon im Vorhinein für die Gartentherapie die nötigen Kompetenzen aneignen. Man liefert dabei aber auch einen wichtigen Beitrag bei der Realisierung einer neuen Art des Zu- und Nebenerwerbs auf dem Hof sowie bei der Erweiterung von Angeboten für sozial benachteiligte Menschen. 


Weitere Informationen erhalten interessierte Bäuerinnen und Bauern telefonisch unter 0471 999207 oder per E-Mail an werner.micheletti@sbb.it.