Steuerberatung | 29.01.2020

Telematische Tageseinnahmen

Seit dem 1. Jänner 2020 müssen alle Einzelhändler, Gastronomen und gleichgestellten Unternehmen ihre Tages­einnahmen telematisch melden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Einnahmen korrekt zu dokumentieren. von Markus Frei

Die neue Pflicht betrifft seit Jahresbeginn auch alle „Urlaub auf dem Bauernhof“-Betriebe sowie Landwirtschaftsbetriebe, welche für das MwSt.-Normalsystem optiert haben und an Endverbraucher verkaufen (z. B. Direktvermarkter ab Hof oder über Bauernmärkte). Diese haben in der Vergangenheit meistens Steuerbelege (sog. „ricevute fiscali“) ausgestellt. Diese wurden mit Jahresbeginn abgeschafft, ebenso die Kassabelege (sog. „scontrini fiscali“). Vorerst aufrecht bleibt hingegen die Befreiung für Landwirtschaftsbetriebe im MwSt.-Pauschalsystem, welche landwirtschaftliche Produkte an Endverbraucher verkaufen.

Für die betroffenen Betriebe stehen nun mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, die Einnahmen korrekt zu dokumentieren. Zum einen können sie sich eine telematische Registrierkasse anschaffen oder als Alternative auf die elektronische Rechnung umsteigen. Der Umstieg auf die elektronische Rechnung ist vor allem für jene Betriebe interessant, welche nur wenige Rechnungen ausstellen. Der Südtiroler Bauernbund stellt dafür ein einfaches, unkompliziertes und kostengünstiges Rechnungsportal zur Verfügung. Dieses können alle Mitgliedsbetriebe mit MwSt.-Registerführung beim SBB unter www.mein.sbb.it nutzen.

Telematische Registrierkasse

Der Ankauf einer telematischen Registrierkasse empfiehlt sich vor allem für jene, welche viele Belege ausstellen und dafür nur wenig Zeit haben. Der Ankauf einer neuen Registrierkasse ist mit Kosten verbunden, für welche jedoch ein Steuerkredit von bis zu 250 Euro vorgesehen ist. Wenn jemand nun eine telematische Registrierkasse kauft, dann werden die Beträge zwar der Agentur der Einnahmen übermittelt, dem Südtiroler Bauernbund müssen sie dennoch mitgeteilt werden. Dafür steht allen Mitgliedsbetrieben unter „mein SBB“ die Online-Funktion „Tageseinnahmen“ zur Verfügung, mit welcher dies einfach und schnell erledigt werden kann.

Die Agentur der Einnahmen sieht jedoch auch eine Übergangslösung für das erste Halbjahr 2020 vor. Diese besteht darin, dass Steuerbelege und Kassabelege weiterhin bis zum 30. Juni 2020 ausgestellt werden können. In diesem Falle sind die Beträge jedoch innerhalb des Folgemonats der Agentur der Einnahmen telematisch zu melden. Betriebe, welche diese Variante wählen, müssen dem Südtiroler Bauerbund deshalb die Tageseinnahmen jeweils am Monatsende mitteilen, damit die Meldung termingerecht versendet werden kann. Auch in diesem Falle können die Mitgliedsbetriebe die Online-Funktion „Tageseinnahmen“ unter „mein SBB“ verwenden. Dabei ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass für die neue verpflichtende telematische Übergangsmeldung an die Agentur der Einnahmen mit einem Spesenbeitrag zu rechnen ist.

Als zusätzliche Alternative gibt es auch noch eine Web-Applikation, welche direkt von der Agentur der Einnahmen auf ihrer Internetseite zur Verfügung gestellt wird. Diese Applikation ist jedoch sehr umständlich, zeitaufwendig und daher keine empfehlenswerte Prozedur. Wichtig zu wissen ist, dass hohe Strafen vorgesehen sind, falls die Einnahmen nicht laut den neuen gesetzlichen Vorschriften belegt und gemeldet werden. Diese Strafen können bis hin zu einer Betriebsschließung führen.