Steuerberatung | 18.12.2019

MwSt.-befreit? – Voraussetzungen prüfen

Sind Landwirtschaftsbetriebe von der MwSt.-Registerführung befreit, müssen sie jetzt prüfen, ob sie die Voraussetzungen noch erfüllen. Andernfalls müssen sie die Registerführung nachholen und die anfallenden Steuern zahlen.

Der Umsatz muss zu zwei Drittel aus dem Verkauf selbst erzeugter Produkte bestehen. Foto: holzijue, Pixabay.com

Der Umsatz muss zu zwei Drittel aus dem Verkauf selbst erzeugter Produkte bestehen. Foto: holzijue, Pixabay.com

Landwirtschaftsbetriebe, die von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit sind, genießen zahlreiche Erleichterungen: Dazu gehören die Befreiung von der Rechnungslegung und von der Registrierung der Verkaufsrechnungen, Tageseinnahmen und Eingangsrechnungen, die Befreiung von der Abfassung der Mehrwertsteuer-Jahreserklärung und der Einzahlung der Mehrwertsteuer. 

Befreite Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei Verkäufen eine Eigenrechnung und müssen diese Eigenrechnung zusammen mit den erhaltenen Einkaufsrechnungen, soweit noch in Papierform, fortlaufend nummerieren und aufbewahren. 

Damit ein Landwirtschaftsbetrieb von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit ist, muss zum einen der Vorjahresumsatz (2019) unter 7000 Euro liegen. 

Zum anderen muss der Vorjahresumsatz zu zwei Drittel aus dem Verkauf von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten bestehen. 

Das sind Produkte, die einen Kompensierungssatz aufweisen (wie z. B. der Verkauf von einem Rind oder Milchlieferungen an die Genossenschaft). 

Kontrollen zum Jahresende 

Damit die Befreiung für 2019 nicht rückwirkend verloren geht, muss überprüft werden, ob sämtliche Verkäufe im laufenden Jahr (einschließlich der Veräußerung von Anlagegütern) zu zwei Dritteln aus dem Verkauf von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten bestehen. 

Andernfalls müssen die Mehrwertsteuerregister nachgeholt und die geschuldete Mehrwertsteuer auf nicht land­wirtschaftliche Produkte eingezahlt werden. Es fällt in diesem Falle eventuell auch die Nettowertschöpfungssteuer IRAP an.

Zum Thema

Was zählt zum Umsatz?

Häufig ist unklar, was genau zum Umsatz eines Betriebes gezählt werden kann und was nicht. 

Folgende Operationen zählen zum Umsatz: 

  • Verkauf landwirtschaftlicher Produkte; 
  • Verkauf nicht-landwirtschaftlicher Produkte;
  • Anlieferungen an die Genossenschaften; 
  • Verkäufe an befreite Landwirtschaftsbetriebe;
  • Dienstleistungen; 
  • Tageseinnahmen bei Verkäufen an Endverbraucher. 

Nicht zum Umsatz zählen: 

  • die Mehrwertsteuer (IVA);
  • Anlagegüter;
  • Umsätze aus anderen Tätigkeiten (z. B. UaB).