Förderungen, Politik, Südtiroler Landwirt | 07.11.2019

Neues in Sachen EU-Prämien

Im Spätherbst eines jeden Kalenderjahres laufen die vorbereitenden Tätigkeiten für die Flächenförderungs­kampagne des darauffolgenden Jahres auf Hochtouren. Im Hinblick auf die Prämienkampagne Ländliche ­Entwicklung (ELR) des Jahres 2020 gibt es einige Neuerungen. von Landesabteilung Landwirtschaft

Ab dem Jahr 2020 gelten für die Auszahlung der verschiedenen EU-Prämien zum Teil neue Regeln.

Ab dem Jahr 2020 gelten für die Auszahlung der verschiedenen EU-Prämien zum Teil neue Regeln.

Wie jedes Jahr werden in dieser Zeit fällige Pachtverträge erneuert und die Flächenbögen aktualisiert, um auf den neuesten Stand gebracht zu werden. Um gut vorbereitet in die Sprechstunde der Bauernbund-Service GmbH zu kommen, werden nachfolgend kurz die wesentlichen inhaltlichen Änderungen angeführt. Mit dem Jahr 2020 nähern wir uns dem Ende der aktuellen Programmplanungsperiode 2014–2020, die mit großer Wahrscheinlichkeit noch um ein Übergangsjahr bis 2021 verlängert wird. 

Im Jahr 2020 werden die Prämienansuchen der Maßnahme zehn (Agrarumweltklimamaßnahme) und der Maßnahme elf (Biologische Produktion) als Verlängerungsjahr fünf plus eins weitergeführt. Dies bedeutet gleichzeitig, dass im Verlängerungsjahr die jährlichen und mehrjährigen Verpflichtungen analog zum Fünfjahreszeitraum eingehalten werden müssen. 

Wer einen Antrag stellen muss – und wer nicht
Antragsteller, die im Jahr 2019 ihre Fünfjahresverpflichtung abgeschlossen haben und die Möglichkeit der Verlängerung nicht in Anspruch nehmen, können ohne Konsequenzen auf das Einreichen eines Beihilfenantrages verzichten. Antragsteller, die mit dem Jahr 2019 ihre Fünfjahresverpflichtung nicht abgeschlossen haben, müssen diese weiterführen. 

Das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum wurde von der EU-Kommission (Entscheidung C[2019] 3772 vom 14. Mai 2019) und von der Südtiroler Landesregierung (Beschluss Nr. 579 vom 9. Juli 2019) in einigen Punkten abgeändert. Im Zuge dieser Änderungen wurden zusätzliche Landesmittel für die Agrarumwelt- und Klimamaßnahme vorgesehen. 

Zwei wichtige Neuerungen für das Jahr 2020 betreffen die Alpungsprämie und die Ausgleichszulage für die Berggebiete.

Aufgrund der internen Konvergenz der Ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Rahmen der einheitlichen Betriebsprämie gibt es für die Almen über die Jahre höhere Hektarbeiträge. 

Andererseits fehlen – trotz zusätzlicher Landesmittel – in der ländlichen Entwicklung Mittel für andere Flächenbeiträge. 

Aus diesem Grund wird das Vorhaben Alpungsprämie in der Kampagne 2020 nicht mehr verlängert. Es müssen weiterhin aber all jene Betriebe um die Alpungsprämie ansuchen, die den fünfjährigen Verpflichtungszeitraum bisher noch nicht abgeschlossen haben.

Strengere Regeln für Ausgleichszulage
Eine weitere Änderung betrifft die Definition der Zugangsvoraussetzungen für die Maßnahme 13 hinsichtlich der Ausgleichszulage für Berggebiete:  

Eine Analyse hat ergeben, dass intensive Betriebe im Berggebiet keinen wirtschaftlichen Nachteil gegenüber Betrieben in nicht benachteiligten Gebieten haben. Als intensive ­Bergbetriebe gelten jene Betriebe mit einem Viehbesatz von über 2,5 GVE pro Hektar Futterfläche. 

Da kein wirtschaftlicher Nachteil besteht, wird ab der Prämienkampagne 2020 den Betrieben mit mehr als 2,5 GVE pro Hektar Futterfläche, ohne jegliche Toleranz, keine Ausgleichszulage mehr gewährt. Verträge zur Ausbringung überschüssigen Düngers bzw. Dünger-Abnahme-Verträge können nicht mehr angenommen werden.