Südtiroler Landwirt | 24.10.2019

Eigentümer noch besser versichert

Gute Nachrichten für Südtirols Grundeigentümer, Besitzer und Pächter: Die LTS-Haftpflichtversicherung wurde mit Juli 2019 neu abgeschlossen. Sie gilt als landesweite Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung auf touristisch genutzten Privatwegen. von Ulrich Höllrigl, Vizedirektor Südtiroler Bauernbund

Mit der Versicherung werden unter anderem auch Eigentümer von öffentlich zugänglichen Wanderwegen schadlos gehalten. Foto: IDM Südtirol/Alex Filz

Mit der Versicherung werden unter anderem auch Eigentümer von öffentlich zugänglichen Wanderwegen schadlos gehalten. Foto: IDM Südtirol/Alex Filz

Dabei wurde die Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden von drei auf zehn Millionen Euro erhöht. Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler ist über den Abschluss der neuen Polizze erfreut: „Für die Grundeigentümer, auf deren Grund vielfältige Freizeitaktivitäten stattfinden – nicht selten leider auch ohne deren Einverständnis –, ist die Versicherung eine wichtige zusätzliche Absicherung.“

Der vor über zehn Jahren erreichten Lösung mit der LTS-Versicherung waren viele Jahre intensiver Überzeugungsarbeit vorausgegangen: Immer wieder hatte der Südtiroler Bauernbund auf die Problematik rund um die touristische Nutzung landwirtschaftlichen Grundes hingewiesen. 

In einigen Fällen hatten die Bauern in die Tasche greifen müssen, um Personen zu entschädigen, die auf ihrem Grundstück einen Unfall erlebt hatten.

Die Grundeigentümer sind bereits seit 2008 vor diesem Risiko geschützt. LTS-Präsident Ambros Hofer betont, dass durch die Versicherung in den vergangenen Jahren die allermeisten Fälle schnell und unbürokratisch gelöst werden konnten: „Das wird auch in Zukunft der Fall sein, gerade weil der Versicherungsschutz auch auf Fälle ausgeweitet werden konnte, die bisher umstritten waren. Die Versicherung ist ein echter Beitrag zur Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus.“

Nicht nur Radwege

Mit der Versicherung werden die Eigentümer von öffentlich zugänglichen Fahrradwegen, Mountainbike-Routen, Langlaufloipen und Wanderwegen gegenüber Schadenersatzansprüchen schadlos gehalten. Zudem übernimmt die Versicherung die in solchen Fällen entstehenden Gerichtskosten. 

Kein Freibrief für Eigentümer und für Freizeitsportler

Die Haftungsfrage bei Unfällen auf privaten, aber öffentlich zugänglichen Wegen ist nicht eindeutig geklärt, die Gerichte haben in verschiedensten Fällen unterschiedlichste Urteile gesprochen. 

Mit der Versicherung der Grundeigentümer entfällt nun das Risiko, finanziell unter einem solchen Unfall zu leiden. Von der Deckung ausgeschlossen sind lediglich Unfälle, die auf grobe Fahrlässigkeit des Wegehalters zurückzuführen sind. Ein Freibrief für die Eigentümer ist die Versicherung also nicht. Genau so wenig wie für die Freizeitsportler, denn auch deren Verhalten fließt in die Fragen nach der Eigenverantwortung, Risikoakzeptanz und Haftung ein. 

Die Anzahl der Fälle ist glücklicherweise überschaubar. Es waren in den vergangenen Jahren maximal zehn, oft auch nur fünf bis sechs Fälle im Jahr.

Regelung für Wegenutzung durch Mountainbikes

Die Mountainbiker, besonders auch die E-Mountainbiker nehmen stark zu und damit auch die Belastung von Grund und Boden. Der Bauernbund empfiehlt weiterhin, dass Mountainbike-Strecken mittels Grundnutzungsvereinbarung mit den Grundeigentümern abgestimmt werden. 

Um den Stand des offiziellen Mountainbike-Streckennetzes und die Schwierigkeiten zu erörtern, gibt es Ende November ein Gipfeltreffen mit Bauernbund, Touristikern und Politik. 


Alle Details zur Versicherung finden Sie in der Printausgabe des Südtiroler Landwirts.