Steuerberatung | 13.09.2019

Telematische Tageseinnahmen: frühzeitig handeln

Ab 1. Jänner 2020 müssen alle Einzelhändler, Gastronomen und gleichgestellten Unternehmen ihre Tageseinnahmen telematisch übermitteln.

Seit 1. Juli gilt die verpflichtende telematische Übermittlung der Tageseinnahmen für all jene Unternehmen, deren Vorjahresumsatz 400.000 Euro übersteigt. Ab 1. Jänner 2020 sind dann alle Unternehmen von dieser neuen Vorschrift betroffen. Die neue Pflicht hat zur Folge, dass die Einnahmen nicht mehr mittels Steuerbeleg (ricevuta fiscale) oder Kassabeleg (scontrino fiscale) dokumentiert werden können. Sie verlieren ihre fiskalische Gültigkeit. 
Stattdessen muss dem Kunden ein sogenannter Handelsbeleg (documento commerciale) ausgehändigt werden. Dieser neue Beleg wird mithilfe der elektronischen Registrierkasse erstellt.
Um die neuen Vorschriften zu erfüllen, kann die alte Registrierkasse den neuen Bestimmungen angepasst werden. Wer keine Registrierkasse verwendet, weil er beispielsweise ausschließlich Steuerquittungen ausstellt, muss sich eine neue anschaffen. 
Es ist jedoch zu erwarten, dass es in den kommenden Monaten hin zum Stichtag 1. Jänner 2020 immer schwieriger werden wird, einen Techniker zu finden, der die alte Registrierkasse an die neuen technischen Voraussetzungen anpasst. 
Gleich schwierig wird es wohl werden, eine neue Registrierkasse zu erwerben, da es höchstwahrscheinlich zu Lieferengpässen kommen wird. 
Deshalb empfiehlt der Südtiroler Bauernbund allen Betroffenen, sich frühzeitig zu informieren, Angebote einzuholen und den entsprechenden Auftrag an den Lieferanten zu erteilen. 
Nur so ist es möglich, vor dem Stichtag im Besitz einer Registrierkasse zu sein, welche den neuen technischen Erfordernissen entspricht.
Als Alternative zu den Steuer- und Kassabelegen gibt es ab 1. Jänner nur noch die elektronische Rechnung oder eine Web-­Applikation, welche auf der Internetseite der Agentur der Einnahmen zur Verfügung gestellt wird. 
Diese Applikation ist jedoch sehr umständlich, zeitaufwendig und daher keine empfehlenswerte Prozedur. 
Wichtig zu wissen ist, dass hohe Strafen vorgesehen sind, falls die Einnahmen nicht laut den neuen gesetzlichen Vorschriften belegt und übermittelt werden. Diese Strafen können bis hin zu einer Betriebsschließung führen.