Steuerberatung | 30.08.2019

Neubau: reduzierter MwSt.-Satz

Auch beim Neubau im landwirtschaftlichen Grün von sogenannten Tupini-­Gebäuden kommt der reduzierte MwSt.-Satz von zehn Prozent zur Anwendung. ­Eine Aufteilung auf verschiedene MwSt.-Sätze ist nicht möglich.

Handelt es sich beim Neubau eines gesamten Wohngebäudes um ein sogenanntes Tupini-Gebäude, so kommt der reduzierte MwSt.-Satz von zehn Prozent zur Anwendung. Tupini-Gebäude sind Häuser, deren oberirdische Flächen mindestens zur Hälfte aus Wohnungen bestehen und zu weniger als 25 Prozent aus Geschäften. Als Wohnungen zählen dabei Gebäudeeinheiten, welche im Gebäudekataster unter der Kategorie A (außer Büros mit Kategorie A/10) eingetragen sind und keine Luxuswohnungen sind (Kategorien A/1, A/8 oder A/9).
Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise ein landwirtschaftliches Wohngebäude – bestehend aus einem landwirtschaftlichen Maschinenraum im Untergeschoss, einer Erstwohnung im Erdgeschoss sowie aus Wohnungen für Urlaub auf dem Bauernhof in den oberen Stockwerken – mit dem reduzierten MwSt.-Satz von zehn Prozent errichtet werden darf, wenn es die oben genannten Tupini-Kriterien erfüllt. Die Aufteilung der Bauspesen zwischen Privat- und Unternehmensbereich erfolgt aufgrund objektiver Kriterien wie beispielsweise einer Tausendsteltabelle.
Laut den jüngsten Klärungen der Agentur der Einnahmen ist in diesem Falle keine Aufteilung auf verschiedene MwSt.-Sätze zulässig. So ist es in diesem Falle nicht möglich, vier Prozent für die Erstwohnung im Erdgeschoss und zehn Prozent für die restlichen Gebäudeteile anzuwenden, welche für die Landwirtschaft und den Urlaub auf dem Bauernhof zweckbestimmt sind.
Werden die Kriterien für Tupini-Gebäude nicht erfüllt, so kommt für das gesamte Gebäude der ordentliche MwSt.-Satz von 22 Prozent zur Anwendung. 
Im Normalfall ist die beschriebene Klärung jedoch ein Vorteil, da die allermeisten Neubauten sogenannte Tupini-Gebäude betreffen und somit der reduzierte MwSt.-Satz von zehn Prozent auch für den landwirtschaftlichen Teil und die Wohnungen für Urlaub auf dem Bauernhof zur Anwendung kommt. 
Infolgedessen muss nicht der ordentliche MwSt.-Satz von 22 Prozent angewandt werden, was vor allem im MwSt.-Pauschalsystem eine große Ersparnis mit sich bringt. Wer hingegen für das Normalsystem optiert, kann zudem die anteilige MwSt. abziehen.

Der Steuerpflichtige sollte sich deshalb frühzeitig vor Beginn der Arbeiten in den SBB-Bezirksbüros über die in seinem Fall geltende Regelung informieren.