Steuerberatung | 18.06.2019

Mehrwertsteuersätze für Kräutermischungen

Mit dem Ministerialrundschreiben Nr. 51/E/2019 tritt eine neue Regelung in Kraft, welche die Anwendung des richtigen MwSt.-Satzes für Waren, die Produkte mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen beinhalten, neu interpretiert.

Für Kräutergemische gilt eine neue Regelung. (Foto: EOS/Frieder Blickle)

Für Kräutergemische gilt eine neue Regelung. (Foto: EOS/Frieder Blickle)

Es gibt nun eine neue Regelung für Waren, deren Produkte unterschiedliche Mehrwertsteuersätze haben: Diese Regelung ist vor allem für Gewürz- und Kräutermischungen relevant, da hier nun primär das Prävalenzkriterium anzuwenden ist.
Es wird der Mehrwertsteuersatz (MwSt.-Satz) jenes Produktes (Kraut, Gewürz) angewandt, das dem Gesamtprodukt seine Charakteristik verleiht und vorwiegend vorkommt. Ein Produkt ist dann vorwiegend, wenn es in Quantität, Volumen und Wert gegenüber den anderen Inhalten überwiegt, wobei den ersten zwei genannten Aspekten – Quantität und Volumen – größere Bedeutung zukommt.
Wird zum Beispiel ein Säckchen mit verschiedenen Kräutern wie Thymian (10 % MwSt.) und  Minze (22 % MwSt.) verkauft, und der darin enthaltene Thymian verleiht dem Produkt die Charakteristik und ist zudem in Quantität und Volumen vorwiegend enthalten, dann gilt für das gesamte Gemisch der MwSt.-Satz für Thymian von 10 Prozent und nicht wie bisher der höhere MwSt.-Satz von 22 Prozent.
Das gleiche gilt bei Gewürzmischungen. Ist dort beispielsweise Basilikum, Salbei oder Rosmarin vorwiegend enthalten, dann darf die Gewürzmischung mit 5 Prozent MwSt. unterworfen werden.

Bisherige Vorgehensweise teils noch gültig
Bisher wurden Gewürz- und Kräutermischungen generell immer mit dem höchsten vorkommenden Mehrwertsteuersatz besteuert. Diese Regelung ist immer noch anzuwenden, wenn kein vorwiegendes Produkt auszumachen ist. Das heißt, es ist nicht bestimmbar, welches Kraut oder Gewürz vorwiegend vorkommt. Dann ist weiterhin der höchste Mehrwertsteuersatz anzuwenden.