Bauernbund | 09.05.2019

Mahnfeuer gegen den Wolf

Bauernbund-Ortsgruppen beteiligen sich auch dieses Jahr wieder an einer europaweiten Initiative von Schäfern und Tierhaltern, die mit Mahnfeuern auf die Gefahren durch den Wolf für die traditionelle Weidewirtschaft aufmerksam macht. Nicht nur in Südtirol, wie erst der Fall vom vergangenen Wochenende in Mauls beweist, wird der Wolf zu einem immer größeren Problem.

Bereits im letzten Jahr beteiligten sich zahlreiche SBB-Ortsgruppen an den europaweiten Mahnfeuer gegen den Wolf. Heuer werden es deutlich über 30 SBB-Ortsgruppen sein, die auf die Bedeutung der traditionellen Weidewirtschaft aufmerksam machen wollen.

Bereits im letzten Jahr beteiligten sich zahlreiche SBB-Ortsgruppen an den europaweiten Mahnfeuer gegen den Wolf. Heuer werden es deutlich über 30 SBB-Ortsgruppen sein, die auf die Bedeutung der traditionellen Weidewirtschaft aufmerksam machen wollen.

Bereits zum dritten Mal setzen Bauern aus verschiedenen europäischen Staaten mit Mahnfeuern ein sichtbares Zeichen gegen den Wolf. „Trotz Relativierungen und Schönrederei von verschiedenen Seiten zeigt sich immer deutlicher, dass die traditionelle Alm- und Weidewirtschaft und das Großraubtier Wolf nicht vereinbar sind“, erklärt Leo Tiefenthaler, der Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes, der die Initiative mit Nachdruck unterstützt.
Herdenschutzmaßnahmen sind in Südtirol nur schwer umzusetzen. „Das Einzäunen ist sehr aufwändig, teuer und aufgrund des Geländes häufig nicht möglich.“ Für eine ständige „Bewachung“ der Tiere fehlen die dafür nötigen, gut ausgebildeten Hirten. Und auch der Einsatz von Herdenschutzhunden ist problematisch. Sie sehen Wanderer und Radfahrer nämlich als Gefahr für die Herde und können so für den Menschen selbst gefährlich werden. „Daher sind wir weiterhin überzeugt, dass Südtirol wieder wolfsfrei werden muss“, so Tiefenthaler.

Weidewirtschaft schützen

„Dazu braucht es einen nationalen Wolfsplan, der wolfsfreie Zonen und die Regelung der Wolfspopulation vorsieht, so wie es in anderen europäischen Ländern die Regel ist.“ Der hohe Schutzstatus des Wolfes sei nicht mehr zeitgemäß, da die Wolfspopulation in den letzten Jahren stark angestiegen und der Wolf bei weitem nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. „Jetzt geht es vielmehr darum, den Schutzstatus für die Weidetiere und somit für die traditionelle Weidewirtschaft zu erhöhen, damit die Bauern nicht ständig in Angst um ihre Tiere leben müssen.“
Geschieht dies nicht, befürchtet der SBB, dass immer mehr Bauern ihre Schafe, Ziegen und Kälber nicht mehr weiden. „Da sie die Tiere aber auch nicht im Stall einsperren wollen, werden wohl viele die Tierzucht aufgeben und damit die traditionelle Alpung bleiben lassen.

Was das für das Landschaftsbild und die Biodiversität auf den Almen bedeuten würde, kann sich jeder selbst ausrechnen.“ Zudem seien zugewachsene Freiflächen und verstrauchte Almen weder von Einheimischen noch von Gästen gewünscht.
Am kommenden Freitag (morgen) jedenfalls werden heimische Bäuerinnen und Bauern in vielen Südtiroler Gemeinden Mahnfeuer entzünden, um ein klares und gut sichtbares Zeichen an die Bevölkerung und an die Politik senden, dass es um nichts weniger als um die Zukunft der Almwirtschaft geht. „Die Landespolitik hat mit dem Wolfsgesetz reagiert. Nun gilt es, auf Rom und das Umweltministerium Druck auszuüben.“

Rekordzahl an Ortsgruppen, die Mahnfeuer entzünden
Über dreißig Ortsgruppen aus allen Bezirken, so viele wie noch nie, werden sich an der Initiative beteiligen, vielerorts gemeinsam mit den bäuerlichen Organisationen wie der Südtiroler Bauernjugend. Unter anderem haben die Ortsgruppen Eppan, Ritten, Flaas, Karneid, Völs am Schlern, Völser Aicha, Lajen, Villanders, Klausen, Feldthurns, St. Ulrich, Villnöss, Vahrn, Freienfeld, Brenner, Naturns, Hafling, Partschins, Schnals, Ahrntal, Sexten, Bruneck, Algund, Bruneck, Percha, Martell, Sonnenberg, Reschen, Dorf Tirol, Jenesien, Barbian und Kurtatsch ihre Teilnahme an der Aktion bekanntgegeben. Auch die Sarner und Passeirer Ortsgruppen werden mehrere Mahnfeuer entzünden. “Damit wollen wir ein sichtbares Zeichen setzen und unserer Forderung nach einem wolfsfreien Südtirol Nachdruck verleihen“, so der Bergbauernvertreter im Landesbauernrat Alberich Hofer. Einige weitere Ortsgruppen werden noch hinzukommen.
Und auch in anderen europäischen Regionen erwarten die Initiatoren, wie z. B. der Förderverein der Deutschen Schafhaltung, eine rege Beteiligung. „Denn die Wölfe bereiten mittlerweile in sehr vielen Staaten Probleme“, so Tiefenthaler. Die Mahnfeuer seien daher auch ein Zeichen der Solidarität mit den gesamten Tierhaltern in Europa.