Betriebsberatung | 15.02.2019

„Sabatini“-Förderung wieder möglich

Die geförderten Maschinendarlehen des Landes sind bis auf Weiteres nicht zugänglich. Dafür ist ab sofort die staatliche „Sabatini“-Maschinenförderung wieder verfügbar. Die Abteilung Betriebsberatung des Bauernbundes hilft auf Wunsch beim Einreichen der Gesuche. von Stephan Mutschlechner, SBB-Betriebsberatung

Mit der „Sabatini“-Förderung unterstützt der Staat den Ankauf landwirtschaftlicher Maschinen.

Mit der „Sabatini“-Förderung unterstützt der Staat den Ankauf landwirtschaftlicher Maschinen.

Da diese Förderung noch nicht sehr bekannt ist, soll sie an dieser Stelle kurz beschrieben werden: Es handelt sich um einen Zinsbeitrag in der Höhe von 2,75 Prozent für einen Kredit von maximal fünf Jahren Laufzeit. Das heißt, der Antragsteller muss ein Darlehen aufnehmen und bekommt dafür vom Staat 2,75 Prozent Zinsen geschenkt, auch wenn er für sein Darlehen einen niedrigeren Zinssatz bezahlt.

Zu beachten sind dabei folgende Punkte:

  • Die Investition muss mindestens 20.000 Euro betragen (Betrag ohne Mehrwertsteuer) – und es muss sich um den Kauf einer neuen Maschine oder Anlage handeln.
  • Das Darlehen darf höchstens so hoch sein wie die Investition.
  • Es darf nichts Schriftliches – Rechnung, Bestellung und so weiter – existieren, das vor dem Datum des „Sabatini“-Gesuchs verfasst wurde.

Förderung nicht auf einzelne Maschine beschränkt

Anders als man das von den Landesdarlehen gewohnt ist, kann mit einem Gesuch nicht für eine bestimmte Maschine, sondern für alles Mögliche angesucht werden –  auch für mehrere Maschinen, die sogar bei verschiedenen Händlern gekauft werden können.

Leider ist es sehr schwierig, zu konkreten Informationen zu kommen. Sicher förderbar sind Maschinen, die der landwirtschaftlichen Produktion und der Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten dienen. Bauarbeiten sind nicht zulässig, wohl aber Geräte und Anlagen, wie z.B. Bewässerungsanlagen. Zulässig müssten auch Material für die Neuanlage von Obst und Wein sowie Hagelnetze sein, auch wenn die offizielle Antwort auf diese Nachfrage noch aussteht.

Darlehen von höchstens fünf Jahren ist Voraussetzung

Der Landwirt muss ein Darlehen von maximal fünfjähriger Laufzeit bei einer Bank aufnehmen, die sich am „Sabatini“-Programm beteiligt. Das ist beispielsweise bei den Raiffeisenkassen, bei der Südtiroler Volksbank und der Südtiroler Sparkasse der Fall.

Auch über einen Leasingvertrag ist diese Förderung möglich. Bei einer Investition von beispielsweise 50.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) beläuft sich der Zinsbeitrag auf insgesamt 3859 Euro, das entspricht etwa acht Prozent der Investition. 

Allerdings müssen mit diesem Beitrag auch die Finanzierungskosten (Bankzinsen und Nebenkosten für das Darlehen) sowie die Spesen im Zusammenhang mit der Gesuchstellung bezahlt werden. 

Bauernbund-Betriebsberatung ist bei den Gesuchen behilflich

Der Zinsbeitrag wird nicht als einmalige Summe, sondern einmal pro Jahr ausgezahlt, wobei der Landwirt Jahr für Jahr ein Auszahlungsgesuch machen muss. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren sind also neben dem Beitragsgesuch, einem Gesuch „Mitteilung des Abschlusses der Investition“ noch weitere sechs Liquidierungsgesuche zu stellen. 

Man sieht, die Abwicklung des Gesuchantrages ist mit einem großen bürokratischen Aufwand verbunden. Alle Formulare liegen nur in italienischer Sprache vor. Deswegen bietet der Südtiroler Bauernbund seinen Mitgliedern eine Dienstleistung an, die 150 Euro plus Mehrwertsteuer kostet. Dafür übernimmt der Südtiroler Bauernbund das Einreichen und Abfassen aller Gesuche.

Da der Antrag digital unterschrieben werden muss, ist dafür ein sogenannter Unterschrifts-Stick bei der Handelskammer zu erwerben. Dafür werden ein gültiger Ausweis, die Steuernummer-Karte und eine E-Mail-Adresse benötigt, die Kosten belaufen sich auf 40 Euro, die Verlängerung nach drei Jahren kostet 20 Euro. 

Das „Sabatini“-Gesuch kann ausschließlich digital über die PEC-Mail-Adresse eingereicht werden.

Zur Vereinbarkeit mit anderen Beiträgen

Der Sabatini-Zinsbeitrag kann mit den Landesbeiträgen für Maschinen kombiniert werden. Eine Kumulierung mit dem INAIL-Beitrag ist nicht möglich. Wenn jemand dafür ansucht und beim Klick-Tag leer ausgeht, kann er danach um die „Sabatini“-Förderung ansuchen. 

Infos beim Bauernbund

Detailliertere Informationen erhält man hier online oder telefonisch bei der Abteilung Betriebsberatung (Tel. 0471 999439) am Bauernbund-Hauptsitz in Bozen.