Südtiroler Landwirt | 17.01.2019

Schadholz: Geld für Aufarbeitung

Mit Prämien zwischen 9 und 16,50 Euro pro Kubikmeter Schadholz werden Waldbesitzer nach den Sturmschäden von Ende Oktober finanziell unterstützt. Das hat die geschäftsführende Landesregierung beschlossen. von LPA

Die Höhe der Prämie richtet sich nach den Mehrkosten für die Holzbringung unter erschwerten Bedingungen.  (Foto: LPA, Abteilung Forstwirtschaft)

Die Höhe der Prämie richtet sich nach den Mehrkosten für die Holzbringung unter erschwerten Bedingungen. (Foto: LPA, Abteilung Forstwirtschaft)

Die Landesregierung hat in ihrer Sitzung vom 8. Jänner Richtlinien zur Förderung mit Landesmitteln für die unmittelbare Aufarbeitung und Bringung von Schadholz festgelegt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die durch das Katastrophenereignis in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober geschädigten Waldeigentümer durch Beihilfe in Form von Prämien zu unterstützen, damit sie für die unmittelbare Aufarbeitung und Entfernung der umgerissenen Bäume sorgen. 
Forstwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler erklärt: „Fachgerecht durchgeführte Vorkehrungen, wie Entrindung oder Entfernung von Stämmen oder Stöcken, beugen einem massenhaften Auftreten von Schädlingen vor und gewährleisten damit den Gesundheitszustand der Wälder und die öffentliche und private Sicherheit.

Wer Anspruch auf eine Prämie hat
In ganz Südtirol wird eine Sturmholzmenge von rund 1,5 Millionen Vorratsfestmetern (Vfm) geschätzt, wobei sich rund zwei Drittel auf die Gemeinden Welschnofen, Deutschnofen, Aldein, Tiers, Enneberg und Kastelruth verteilen. Anspruch auf diese Prämie haben alle Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer, die vom Katastrophenereignis betroffen und in das Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen eingetragen sind.

Höhe der Prämien ist von der Art der Bringung abhängig
Die Prämie besteht aus den errechneten Mehrkosten für Holzbringungen unter erschwerten Bedingungen. Als Prämiensatz gelten neun Euro pro Kubikmeter für die Bringung des Sturmholzes mit Seilwinde, Traktor oder Harvester. 
Erfolgt die Bringung mit einem Pferd, gelten 12 Euro pro Kubikmeter, 15 Euro sind es bei Zuhilfenahme eines Seilkrans, und 16,50 Euro, falls ein Hubschrauber hinzugezogen wird. Die Prämiensätze dürfen nicht kumuliert werden, falls für die gleiche Holzmenge zwei oder mehrere Bringungsarten angewandt werden. 

Bringungsart festlegen
Eine eventuelle Holzbringung mit Hubschrauber ist nur prämienberechtigt, wenn diese Bringungsart im Auszeigeprotokoll auch festgelegt und begründet ist. 
Die gängigsten Bringungsarten sind jene mit Harvester – einer speziellen Holzernte-Maschine, die halbautomatisch Fällung, 
Entastung und Sortimentsbildung vornimmt –, durch Bodenzug, mit Traktor und Seilbringung. Die Bringung mit Pferd bei einem derartigen Schadensausmaß gilt als unrentabel und die Bringung mit Hubschrauber zu teuer.

Antrag vor Beginn der Arbeiten einreichen
Der Antrag für den Erhalt der Prämien für Aufarbeitung und Bringung von Sturmholz muss vor Beginn der Arbeiten auf den von der Landesverwaltung bereitgestellten Vordrucken abgefasst und bei der zuständigen Forstbehörde eingereicht werden. Der Antrag wird über das gebietsmäßig zuständige Forstinspektorat an das Landesamt für Bergwirtschaft in Bozen übermittelt.


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Kurse für Waldbesitzer

Sicheres Arbeiten mit Sturmholz
Veranstalter: Agentur Landesdomäne, Abteilung Forstwirtschaft 
Inhalt: Gefahrenquellen nach einem Windwurf erkennen und richtig bewerten, Grundregeln für sicheres Arbeiten sowie geeignete Schnitttechniken; mitzubringen sind neben der persönlichen Schutzausrüstung auch ein Arbeitsgurt und eine Motorsäge mit Kombikanister.
Zielgruppe: Waldbesitzer und Interessierte aus den vom Windwurf betroffenen Gemeinden; Voraussetzung ist Abschluss eines Waldarbeiter-Grundkurses
Ort: Forstschule Latemar
Termin: nach Vereinbarung, jeweils 8.30–12 Uhr und 13–16.30 Uhr
Gebühr: keine
Anmeldungen: www.forstschule.it, E-Mail: forstschule.latemar@provinz.bz.it, Tel. 0471 612444