Produktion | 08.01.2019

Sicheres Arbeiten mit Sturmholz

Schulungen zur unfallfreien Aufarbeitung von Windwurfholz organisieren die Agentur Landesdomäne und die Abteilung Forstwirtschaft. Die Teilnahme ist kostenlos. von LPA – Landespresseagentur

Ineinander verkeilte, entwurzelte Bäume, geknickte und abgebrochene Stämme, angeschobene und angelehnte Bäume: Die Sturmnacht vom 29. Oktober hat schwere Schäden in Südtirols Wäldern hinterlassen. Die Aufarbeitung von Windwurfholz birgt sehr große Risiken, sie zählt zu den gefährlichsten Arbeiten im Wald, da die umgeworfenen Stämme unter starker Spannung stehen. Da derartige Situationen schwer einzuschätzen sind, sollten die Arbeit nach dem Sturm ausgebildeten Waldarbeitern überlassen werden.

Gefahrenquellen erkennen und bewerten
Nun organisieren die Agentur Landesdomäne und die Abteilung Forstwirtschaft für Waldbesitzer und Interessierte aus den vom Windwurf betroffenen Gemeinden Schulungstage zur Windwurfaufarbeitung. Dabei wird vermittelt, wie die Gefahrenquellen nach einem Windwurf erkannt und richtig bewertet werden. Zudem werden auf lokalen Windwurfflächen die Grundregeln für sicheres Arbeiten sowie geeignete Schnitttechniken erprobt.

Die eintägigen (8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 16.30 Uhr) Schulungen in Kleingruppen von vier bis sechs Personen werden auf Anfrage organisiert, Anmeldungen nimmt die Forstschule Latemar entgegen (www.forstschule.it, forstschule.latemar@provinz.bz.it, Telefon 0471 612444). Die Teilnehmenden müssen einen Waldarbeiter-Grundkurs absolviert haben. Die Kurse werden je nach Nachfrage organisiert, es sind keine Teilnahmegebühren zu entrichten. Mitzubringen sind neben der persönlichen Schutzausrüstung – Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe, Forsthelm und Arbeitshandschuhe – auch ein Arbeitsgurt und eine Motorsäge mit Kombikanister.

Grundregeln beim Aufarbeiten von Windwurfholz
Grundsätzlich gilt: Das Aufarbeiten von Windwurfholz sollte immer von erfahrenen Waldarbeitern durchgeführt werden. Vollmechanisierte Holzernteverfahren - Harvester, Forwarder, Baggerprozessor - sind zu bevorzugen. Die Gefahren müssen sorgfältig beurteilt werden. Alle Beteiligten müssen vor Arbeitsbeginn genau eingewiesen werden.
Die Arbeitssicherheit steht vor dem Holzverlust. Es ist strikt darauf zu achten, keinesfalls alleine im Wald zu arbeiten. Bei starkem Wind, Regen, Nebel oder Schneefall muss die Arbeit eingestellt werden. Der Arbeitsbereich muss abgesichert, Hinweistafeln müssen aufgestellt, Wege gesperrt werden. Wichtig ist zudem, nur mit persönlicher Schutzausrüstung zu arbeiten.
Das Notrufsystem ist einzurichten, der Handyempfang muss vor Arbeitsbeginn getestet werden, GPS-Koordinaten des Standortes und die Bezeichnung der Örtlichkeit müssen bekannt sein, um sie im Unglücksfall sofort angeben zu können; dabei ist die App 112 Where are U hilfreich, die beim Absetzen eines Notrufes diese Koordinaten mitschickt.