Südtiroler Landwirt | 25.10.2018

Bauern im Landtag stark vertreten

Drei der Bauernbund-Kandidaten haben es bei den Landtagswahlen unter die ersten zehn Bestgewählten auf der ­SVP-Liste gebracht. Ein Erfolg, der garantiert, dass die Landwirtschaft auch in den nächsten Jahren mitreden wird. von Ulrich Höllrigl

Die Landtagswahlen 2018 sind geschlagen.

Die Landtagswahlen 2018 sind geschlagen.

Drei von vier der vom Bauernbund und den bäuerlichen Organisationen unterstützten Kandidaten, die aus der Mitglieder-Basiswahl hervorgegangen sind – nämlich Franz Locher, Sepp Noggler und Maria Hochgruber Kuenzer haben es in den Landtag geschafft, und zwar mit einem ausgezeichneten Ergebnis: Alle drei sind mit sehr guten Vorzugsstimmenergebnissen unter den ersten zehn auf der SVP-Gewählten-Liste. Franz Locher an sechster Stelle mit 11.205 Stimmen, Josef (Sepp) Noggler an achter Stelle mit 10.078 und Maria Hochgruber Kuenzer an neunter Stelle mit 9456 Vorzugsstimmen.

Persönlicher Kontakt und Gespräche
Die drei haben überall im Land gepunktet und in allen Bezirken bäuerliche Stimmen erhalten. Der Wahlkampf, der vor allem auf  den persönlichen Kontakt und das direkte Gespräch der Kandidaten mit der bäuerlichen Bevölkerung setzte, hat also gefruchtet. Ob bei Almabtrieben, bäuerlichen Veranstaltungen, Treffen auf Ortsebene: Überall suchten die Kandidaten den direkten Draht zu den Menschen auf dem Land. Darüber hinaus spielten die sozialen Medien im diesjährigen Wahlkampf eine größere Rolle: In Kurzvideos zeigten sich die Kandidaten nicht nur von ihrer politischen, sondern auch von ihrer persönlichen Seite.

Bäuerliche Vertretung gesichert
Leo Tiefenthaler, Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes, zeigt sich erfreut: „Ich bin mit dem Ergebnis unserer bäuerlichen Kandidaten sehr zufrieden, auch angesichts der Tatsache, dass die SVP etwas Federn lassen musste und zwei Mandate verloren hat. Eine sehr gute bäuerliche Vertretung im Südtiroler Landtag ist also auch in den nächsten fünf Jahren gesichert.“

Auch Vallazza und Schuler mit gutem Ergebnis
Erfreulich sei zudem, dass auch Manfred Vallazza, Bauernbund-Mitarbeiter im Bezirk Pustertal und Bezirksbauernratsmitglied aus Wengen im Gadertal, mit 8021 Vorzugsstimmen an 12. Stelle den Einzug in den Landtag geschafft hat. Auch Vallazza hatte sich an der Bauernbund-Basiswahl im vergangenen Winter beteiligt und war im Pustertal der bestgewählte Basiswahl-Kandidat, trotzdem hatte es auf Landesebene nicht ganz für ihn gereicht, um als Bauernbund-Kandidat zur Wahl antreten zu dürfen.
Auch Landesrat Arnold Schuler, der ja nicht zur Basiswahl des SBB angetreten ist, hat wieder gut abgeschnitten und hat am drittmeisten Vorzugsstimmen erhalten. „Wir werden auch weiterhin gut mit ihm zusammenarbeiten“, so Tiefenthaler.
Thomas Widmann, Landwirt und Wirtschaftsvertreter, schaffte den Sprung in den Landtag wiederum gut platziert. Damit ist ein guter Teil der SVP-Mandatare im Südtiroler Landtag bäuerlich. „Wir erwarten uns deshalb ein offenes Ohr für die Anliegen der bäuerlichen und ländlichen Bevölkerung“, ist Tiefenthaler überzeugt.
Gefruchtet hat auch der Appell, möglichst viele Vorzugsstimmen zu vergeben. Auch dadurch ist es möglich, dass mehr bäuerliche Vertreter in den Landtag einziehen, als es dem Anteil der bäuerlichen Bevölkerung in der Gesellschaft entsprechen würde.

Andere Parteien mit landwirtschaftlichen Vertretern
Und eines darf nicht vergessen werden: Auch bei anderen Parteien sind landwirtschaftliche Vertreter gewählt worden, zum Beispiel  bei den Freiheitlichen Parteiobmann Andreas Leiter Reber, ebenfalls Basiswahl-Kandidat, und beim Team Köllensperger der Freienfelder bäuerliche Bürgermeister Peter Faistnauer, beide Bauernbund-Mitglieder.
Die SVP hat trotz des Verlustes von 3,8 Prozent den klaren Auftrag erhalten, dieses Land auch weiterhin zu regieren. Eine Erkenntnis aus dieser Landtagswahl ist deshalb, dass die bäuerliche Bevölkerung weiterhin zu einem guten Teil zur SVP steht. Das war bereits bei den Vorwahlen des Bauernbundes der Fall, und diese Landtagswahlen haben es noch einmal bestätigt.

Kein Erfolg für Joachim Reinalter
Ein Wermutstropfen ist das Abschneiden von Joachim Rainalter, der vierte Kandidat aus der Basiswahl, der den Einzug in den Landtag leider nicht geschafft hat. Er wird in seinen Funktionen aber weiterhin engagiert für die Landwirtschaft arbeiten.
„Die bäuerlichen Kandidaten wurden insgesamt gut gewählt. Über die Vertretung in der Landesregierung werden wir natürlich in der SVP reden“, erklärt Bauernbund-Direktor und Vorsitzender des SVP-Landwirtschaftsausschusses Siegfried Rinner. „Die Landwirtschaft hat ja ein deutliches Zeichen gesetzt, das sollte nicht übersehen werden.“ Zunächst müsse aber ein Koalitionspartner gefunden werden. Die italienische Volksgruppe wird am stärksten von der Lega Nord repräsentiert.

Grafik LTW 2018