Produktion | 02.10.2018

Goldregen für Almkäsereien

Ihren bislang größten Erfolg fuhren die Südtiroler Almsennereien bei der diesjährigen Almkäseolympiade in Galtür ein: Neben zwölf Gold-, acht Silber- und fünf Bronzemedaillen ging auch der Titel „Bester Schnittkäse“ nach Südtirol.

Die Preisträger aus Südtirol haben fast nicht mehr alle auf dem Gruppenfoto Platz.

Die Preisträger aus Südtirol haben fast nicht mehr alle auf dem Gruppenfoto Platz.

326 Almkäse von 160 Almen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Südtirol wurden von der Fachjury bewertet. Die Internationale Almkäseolympiade gilt als Treffpunkt der besten AlmkäserInnen der Alpen. Aus Südtirol nahmen 25 Almen mit 53 Produkten an der Olympiade teil.

Erfolgreiche Vinschger Almsenner

Die Vinschgauer Sennalmen freuten sich über besonders viele Auszeichnungen. Von 16 teilnehmenden Sennen erhielten neun eine Medaille, fünf davon die Goldene: Elisabeth Haid von der Kaproner Alm, Luise Steul von der Kortscher Alm, Battista Manni von der Oberdörfer Alm Burgeis und Armin Ennemoser und Erich Schaffler von der Eishof Alm. Stefan Ilmer von der Rableid Alm im Pfossental holte sich die Goldmedaille in der Kategorie „Jährige Schnittkäse“. Dies gilt als besondere Auszeichnung unter den Sennen, weil man weiß, dass „die Fehler mit dem Alter der Käse kommen“.

Lange Liste an besonderen Ergebnissen
Luise und Helena Steul – die beiden Schwestern, die die Almsennerei auf der Kortscher Alm führten – erhielten für alle drei eingereichten Produkte je eine Goldmedaille: für den Kortscher Alpkäse, den Ziegencamembert und den Ziegenschnittkäse. Auch Erich Schaffler und Armin Ennemoser von der Eishofalm im Pfossental holten sich mit zwei eingereichten Produkten zwei Medaillen: Gold für den Vinschgauer Alpkäse und Silber für den „Vinschgauer Alpkäse leicht“.
Norbert Zöschg von der Äußeren Schwemmalm in Ulten konnte an seinen Vorjahreserfolg anknüpfen. Seine Almprodukte wurden mit einer Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Johannes Hinteregger von der Kreuzwiesenalm erhielt eine Goldmedaille für seinen Ziegerkäse in der Kategorie „Spezialitäten“ und zwei Silbermedaillen für den Zirmkäse und den Schnittkäse. Hervorragend abgeschlossen hat auch die Hagner Alm in Welschnofen: Gold gab es für den Weichkäse mit Timutpfeffer und Bronze für den Almkäse mit Kräutern.
Den größten Erfolg feierte allerdings Sennin Elisabeth Haid von der Kaproner Alm in
Langtaufers. Sie erhielt für ihren Vinschgauer Alpkäse die Höchstpunktezahl von 20
Punkten und wurde von der Fachjury zur „Tagessiegerin Schnittkäse“ gekürt – und ihr
Almkäse damit zum besten Almkäse 2018.

Vier Medaillen für Neueinsteiger
In der 40-köpfigen Fachjury waren neben Fachleuten aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Liechtenstein auch Bertram Stecher vom Sennereiverband Südtirol, Ludwig Tschurtschenthaler von der Bergmilch Südtirol und Thomas Wallnöfer von der Fachschule für Landwirtschaft Fürstenburg in Burgeis vertreten.
Bertram Stecher, zuständig für den Bereich Almen und Hofkäsereien im Sennereiverband freut sich sehr über den gewaltigen Erfolg der Südtiroler Almen: „Besonders gefreut hat mich das ausgesprochen gute Abschneiden der jungen Sennen und Senninnen, die das erste Mal eigenverantwortlich gekäst haben: Vier Medaillen gab es für die Neueinsteiger. Das zeigt, dass die Sennalmwirtschaft lebendig ist und wohl auch bleibt“.

Prämierungssaison noch nicht abgeschlossen
Bereits kommendes Wochenende, am 6. Oktober, findet an der Fachschule für Landwirtschaft Fürstenburg die Südtiroler Almkäseverkostung statt. Hier stellen sich rund 50 Almen aus ganz Südtirol sowie aus den Bezirken Landeck und Imst mit ihrem Käse der Fachjury und dem Publikum. Die Veranstaltung ist für Interessierte frei zugänglich und es gibt für alle die Möglichkeit Almkäse zu verkosten, zu bewerten und auch zu kaufen.