Weiterbildung, Südtiroler Landwirt | 27.09.2018

Der Qualität verpflichtet

Seit jeher orientiert sich die SBB-Weiterbildungsgenossenschaft an hoher Qualität. Diese Qualität schlägt sich auch im jüngst erschienenen Weiterbildungsprogramm 2018/19 nieder. Die Themenpalette reicht heuer vom klassischen Handmähen bis zu moderner Drohnentechnik.  von Christian Rainer

Das neue Weiterbildungsprogramm spannt den Bogen von der Sense bis zur Drohne.

Das neue Weiterbildungsprogramm spannt den Bogen von der Sense bis zur Drohne.

Wer sich im Sektor Landwirtschaft weiterentwickeln will, hatte selten so viele Möglichkeiten wie heute: Das gemeinsame Programm 2018/19 von SBB-Weiterbildungsgenossenschaft, Beratungsring Berglandwirtschaft BRING und Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau umfasst eine Vielzahl an Themen und Bildungsformaten. Der Südtiroler Bauernbund schickt die Broschüre in den nächsten Tagen allen Mitgliedern per Post zu.
Die SBB-Weiterbildungsgenossenschaft setzt seit jeher auf hohe Qualität. Dafür hat sie heuer große Anerkennung geerntet. Beim österreichischen Staatspreis für Unternehmensqualität errang sie den ersten Platz in der Kategorie „Kleine Unternehmen“. Den Preis vergibt das österreichische Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort jährlich zusammen mit Quality Austria.
Positiv hatte die Jury in Wien vor allem bewertet, wie sich die SBB-Weiterbildung stets um Verbesserung bemüht; dazu ihre klaren strategischen Ziele, die motivierten Mitarbeiter und Führungskräfte und ganz besonders die hohe Innovationsrate. Leo Tiefenthaler, Bauernbund-Landesobmann, sieht die Auszeichnung vom Juni als Auftrag: „Sie ist eine tolle Anerkennung. Jetzt gilt es, den Weg der Qualität fortzusetzen!“ Soll heißen: Die SBB-Weiterbildung will den Mitgliedern auch in den kommenden Jahren eine abwechslungsreiche, innovative und vor allem qualitativ hochwertige Weiterbildung anbieten. „Unser Programm 2018/19 steht dafür“, sagt Tiefenthaler.

Genießer und Goaßlschnöller
Gute Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen setzen nicht nur auf Bewährtes,  sondern zeichnen sich durch Mut für Neues und innovative Konzepte aus. Daher will die SBB-Weiterbildungsgenossenschaft Jahr für Jahr neue Themenschwerpunkte setzen. Eine jährliche Innovationsrate von 30 bis 40 Prozent ist ein eindeutiger Beleg dafür – ebenso das neue Weiterbildungsprogramm.
Wie in den Jahren zuvor wartet es mit einigen Neuheiten und „Exoten“ auf. So
gibt es zusammen mit dem Bildungshaus Kloster Neustift ab November „Lehrgänge für Genießer“ (Details unter Veranstaltungen auf S. 39), und zwar für die Produkte Brot, Fleisch und Essig und Öl. Die Teilnehmer erhalten Fachinformationen zu diesen Produkten – von der Herstellung des Rohstoffs bis hin zum genussfähigen Endprodukt – und werden sich nach den Veranstaltungen als Botschafter dieser Produkte bezeichnen können. Die Genussschulungen sollen nicht nur Fachkenntnisse vermitteln, sondern vor allem auch den Austausch von Produzent und Konsument fördern. Denn gerade die Verbraucher sehnen sich immer mehr nach regionalen, authentischen Produkten.
Neu im Programm sind die gesetzlich vorgesehenen Schulungen für Ausbringer von Pflanzenschutzmitteln – Grund- und Auffrischungskurs. Letzterer zählt gleichzeitig als Auffrischung Arbeitssicherheit für Arbeitgeber und -nehmer. Mit diesem Kurs schlagen Bauern also zwei Fliegen mit einer Klappe. Ein Teil des Auffrischungskurses kann darüber hinaus als Online-Kurs absolviert werden – ebenfalls eine Neuheit.
Neben Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen usw. halten zusehends auch Fische auf Südtirols Bauernhöfen Einzug. Die dreitägige Weiterbildung „Bäuerliche Fischzucht als Erwerbschance“ soll der Zucht von Saiblingen, Forellen und Flusskrebsen am Bauernhof Impulse geben und interessierten Landwirten wichtiges Fachwissen vermitteln.
Sternekoch Johann Reisinger ist für seine natürliche, unverfälschte Küche bekannt. In seinem Kochseminar wird er aus seltenen Wildobstarten und Gemüseraritäten besondere Gaumenfreuden zubereiten. Nicht weniger als das „maximale Minimum“ ist dabei sein Ziel – die Seminarteilnehmer dürfen gespannt sein!
Laut hergehen wird es im Mai 2019 auf der Villanderer Alm, wenn die Bäuerinnen und Bauern die „Goaßln schnölln“ und eine alte Tiroler Tradition aufleben lassen. Die Profis des Verbandes Südtiroler Goaßlschnöller werden die Technik vorführen und die regional unterschiedlichen Ausprägungen aufzeigen – der Vinschger schnöllt anders als der Pusterer! Goaßl ist also nicht gleich Goaßl!
Ruhiger, dafür umso mystischer wird es hingegen im Seminar von Schriftsteller und Mondexperte Thomas Poppe zugehen: In „Mythos Mond“ wird er den Einfluss des Erdtrabanten auf die Landwirtschaft beleuchten.
Neu im Programm ist auch die Präzisionslandwirtschaft: Das Seminar „Die Landwirtschaft von oben: Drohnen und Sensortechnik“ wird die neuesten technischen Entwicklungen aufzeigen.
Neben den Neuheiten finden sich in der Broschüre bewährte Seminare und Lehrgänge wie der „Spezialisierungslehrgang Urlaub auf dem Bauernhof“, die Lehrgänge „Buschen- und Hofschänke“, „Hofeigene Produkte im UaB-Betrieb“, „Vitalangebote am Bauernhof“ oder die „Ausbildung zum diplomierten Käsesommelier“. Seit Jahren sind sie fixe Bestandteile im Weiterbildungsprogramm.

Zukunftstrend „Digitales Lernen“
Vor gut einem Jahr hat die SBB-Weiterbildungsgenossenschaft die Online-Lernplattform „lernen.sbb.it“ ins Leben gerufen. Seitdem hat sie das Angebot auf der Plattform stetig ausgebaut. Matthias Bertagnolli, Leiter der SBB-Weiterbildungsgenossenschaft, ist überzeugt: „Durch die neue Lernplattform können unsere Bäuerinnen und Bauern in die neue Form des Lernens eintauchen und sich von zu Hause aus weiterbilden – noch dazu zeitlich flexibel und völlig autonom.“ Neben diversen Arbeitssicherheitskursen sind auf der Plattform auch EDV-Schulungen, ein Kurs zur UaB-Hofmappe und ein HACCP-Kurs verfügbar.

Teilnehmer sehr zufrieden
Besonders stolz ist Matthias Bertagnolli  darauf, dass die Bäuerinnen und Bauern die hohe Qualität der Seminare, Lehrgänge und -fahrten zu schätzen wissen: Die Zufriedenheitsrate der Teilnehmer betrug im letzten Jahr beachtliche 91 Prozent. Die Ausfallquote war hingegen verschwindend gering: Weniger als fünf Prozent der Veranstaltungen mussten abgesagt werden. „Wir treffen den Nerv der Bäuerinnen und Bauern“, sagt Bertagnolli. Es zeige aber auch, dass Südtirols Bäuerinnen und Bauern auf Weiterbildung setzen und somit in ihre persönliche und betriebliche Zukunft investieren.

Demnächst im Postkasten

Die neue Weiterbildungsbroschüre mit allen (Online-)Seminaren, Lehrgängen und Lehrfahrten wird den Bäuerinnen und Bauern in den kommenden Tagen kostenlos per Post zugesandt. Sie liegt auch im Hauptsitz des Südtiroler Bauernbundes in Bozen sowie in den Bauernbund-Bezirksbüros auf.

Wer unten auf das Cover klickt, kann die Broschüre online durchblättern


Cover