Bauernbund | 13.09.2018

Mahnfeuer gegen den Wolf

Wenn am Abend des 15. September Schäfer und Tierhalter in ganz Europa Mahnfeuer gegen den Wolf ­entzünden, dann wollen sie damit die politischen Entscheidungsträger zur Umkehr bewegen. Auch mehrere Bauernbund-Ortsgruppen machen mit. von Christoph Falkensteiner

Am Samstag werden auch in Südtirol in mehreren Gemeinden Mahnfeuer brennen. (Foto: www.pixabay.com)

Am Samstag werden auch in Südtirol in mehreren Gemeinden Mahnfeuer brennen. (Foto: www.pixabay.com)

Durch die Schäden an den Herden und die unkontrollierte Vermehrung der Wölfe sehen sich immer mehr Tierhalter in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Konrad Senn, Bauernbund-Ortsobmann in Villanders, bringt es auf den Punkt: „Eine Koexistenz von Wolf und Weidehaltung ist in einem so dicht besiedelten und touristisch erschlossenen Gebiet wie Südtirol nicht möglich. Ich bin es leid, zusehen zu müssen, wie fast täglich irgendwo im Land Nutztiere gerissen werden und qualvoll verenden, während die Politik – vor allem in Brüssel und Rom – tatenlos zusieht.“

Solidarität im ganzen Land
Im Meraner Raum beteiligt sich die Ortsgruppe Partschins mit mehreren Mahnfeuern an der Aktion, auch wenn die Bauern in dieser Gemeinde bisher vom Wolf verschont geblieben sind. Ortsobmann Josef Sprenger erklärt: „Der Bauernstand muss zusammenhalten. Heute sind die Bauern in Ulten oder im Schlerngebiet betroffen, morgen wir. Dann sind wir froh um jede Unterstützung von außen. Unsere Solidarität gilt allen Ortsgruppen und Tierhaltern im Land, die mit dem Wolf zu kämpfen haben.“

Auch in Karneid, im Pustertal und im Vinschgau bereiten sich Ortsgruppen auf die Entzündung von Mahnfeuern vor, beispielsweise im Ahrntal, in Niederdorf, Bruneck, Sexten, Vintl (Pfunders), Schluderns oder Martell. Der Marteller Ortsobmann Josef Masch­ler ist überzeugt: „Ohne Regulierung oder Möglichkeit der Entnahme wird die Anzahl der Wölfe in die Höhe schnellen. Die Bewirtschaftung unserer Almen steht auf dem Spiel.“

Klare Botschaft an die Politik
Pünktlich um 19.30 Uhr sollen die Mahnfeuer entzündet werden. Die Botschaft ist klar: Entweder die Politik reagiert auf die Bedrohung durch den Wolf oder sieht zu, wie immer mehr Tierhalter ihre Tätigkeit aufgeben. Eine Umkehr könnte dann allerdings bereits zu spät sein.