Wirtschaft, Bauernbund | 04.09.2018

Flughafen: Sicherheit ausbauen, aber nicht Flugbetrieb

SBB-Obmann und Wirtschaftsring-Präsident Leo Tiefenthaler stellt klar: Am Flughafen Bozen soll die Sicherheit, nicht der Flugbetrieb ausgebaut werden. Ein TV-interview habe seine Äußerungen missverständlich wiedergegeben. Der Rücktritt von SBB-Ortsobmann Helmuth Alessandrini sei nicht notwendig gewesen. von Guido Steinegger

Leo Tiefenthaler: „Der Wille der Volksbefragung ist zu respektieren.“

Leo Tiefenthaler: „Der Wille der Volksbefragung ist zu respektieren.“

Für Aufregung hat vergangene Woche eine Aussage von Leo Tiefenthaler zum Flughafen Bozen gesorgt. Tiefenthaler ist derzeit nicht nur Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes, sondern auch Präsident des Südtiroler Wirtschaftsringes. Als solcher hatte er im Zuge des Landtagswahlkampfes das 100-Punkte Programm des Wirtschaftsringes vorgestellt. Ein Punkt darin befasst sich auch mit dem Flughafen Bozen.

RAI Südtirol hat Tiefenthaler zu diesem Punkt befragt und Teile seiner Aussagen veröffentlicht. „Die im ausgestrahlten Interview verkürzte Aussage mag den Eindruck erweckt haben, dass ich mich für einen Ausbau des Flugverkehrs oder der Landebahn ausspreche“, kommentiert Tiefenthaler, „dem ist aber nicht so.“ Es gehe dem Wirtschaftsring lediglich um nötige Anpassungen, um die Sicherheit am bestehenden Flughafen zu verbessern – selbstredend im Einklang mit dem Ergebnis der Volksbefragung zum Flughafen vom 12. Juni 2016.

Es geht nicht um den Flugverkehr
Tiefenthaler macht dies in folgenden drei Punkten deutlich:
1. Der Wille der Volksbefragung ist zu respektieren. Also dürfen weiterhin keine öffentlichen Gelder des Landes Südtirol in den Flugbetrieb am Flughafen Bozen fließen.
2. Der Flugverkehr soll nicht verstärkt werden. Entsprechend sind auch keine technischen Voraussetzungen dafür – z.B. Verlängerung der Landebahn – zu schaffen.  
3. Der Flughafen wurde mit der Volksbefragung allerdings nicht abgeschafft. Am Flughafen Bozen findet weiterhin Flugverkehr statt. Daher muss der Flughafen die Sicherheit der Passagiere und Mitarbeiter am Gelände garantieren. Dazu sind ebenso Anpassungsarbeiten nötig wie für den behindertengerechten Zugang.

Tiefenthaler bestätigt: „Mit meiner Forderung nach einem Ausbau wollte ich lediglich die in Punkt 3 genannten Anpassungen fordern.“ Er bedauert, dass ein anderer Eindruck entstanden ist. Besonders bedauert er, dass Helmuth Alessandrini aufgrund eines Missverständnisses als Obmann der Bauernbund-Ortsgruppe Bozen zurückgetreten ist: „Dieser Schritt wäre nicht nötig gewesen“, sagt Tiefenthaler.

Auch SBB-Wahlprogramm positioniert sich klar
Klar kommt die Haltung des Südtiroler Bauernbundes auch im Wahlprogramm zum Ausdruck, das dieser gemeinsam mit den bäuerlichen Landtagskandidaten Maria Hochgruber Kuenzer, Josef (Sepp) Noggler, Franz Locher und Joachim Reinalter im Sommer ausgearbeitet hat. Es geht darauf ein, dass die Südtiroler Bevölkerung die öffentliche Finanzierung des Flugplatzes im Rahmen der Volksbefragung abgelehnt hat. Dementsprechend – so steht es im Wahlprogramm – sollen keine öffentlichen Gelder mehr in den Flughafen gesteckt werden. Dann folgt eine klare Absage: „Ebenso müssen alle Pläne zur Flugplatzerweiterung fallengelassen werden. Die Ausweisung der verlängerten Piste im Bauleitplan der Gemeinde Leifers ist zurückzunehmen.“