Innovation | 31.08.2018

Frischer Fisch vom Bauernhof

Die bäuerliche Fischzucht stellt eine mögliche Nische für Südtiroler Landwirte dar. Deshalb ist sie Thema eines Innovationsprojekts des Südtiroler Bauernbundes.

Die Aufzucht und Verarbeitung von Fisch gilt als Erwerbsmöglichkeit mit Zukunftspotenzial. (Foto: www.pixabay.com)

Die Aufzucht und Verarbeitung von Fisch gilt als Erwerbsmöglichkeit mit Zukunftspotenzial. (Foto: www.pixabay.com)

Fisch wird in Südtirol zwar konsumiert, aber zum größten Teil importiert. Tatsächlich ist Fisch aus Südtirol noch eine Rarität. Dabei legen Konsumenten zunehmend Wert auf regionale Produkte, woraus sich eine steigende Nachfrage sowie ein möglicher neuer Nebenerwerb für Landwirte ergibt. In einem vom Land Südtirol geförderten Projekt zur bäuerlichen Fischzucht beschäftigt sich die Abteilung Innovation & Energie im Südtiroler Bauernbund zusammen mit Experten mit den Grundlagen für eine erfolgreiche regionale Fischzucht. 

Klare Ziele 
Im Projekt werden neben den Grundinformationen zu Zucht und Haltung mögliche ökologische und nachhaltige Geschäftsmodelle der bäuerlichen Fischzucht sowie deren Vor- und Nachteile erarbeitet. „Es muss dabei keineswegs sein, dass ein und derselbe Betrieb die gesamte Produktionskette vom Ei bis zur Vermarktung der fertigen Speisefische alleine stemmt“, betont Abteilungsleiterin Astrid Weiss. Weiters versucht man mit diesem Projekt Einstiegshürden, wie beispielsweise das Erlangen  einer Konzession für die Fischzucht, zu minimieren oder etwa mögliche Vermarktungsschienen zu analysieren. Hierfür ist die Abteilung in ständigem Kontakt und Austausch mit den zuständigen Beamten in der Landesverwaltung. 

Aktuelle Ergebnisse und geplante Aktivitäten 
Um den Einstieg in die bäuerliche Fischzucht für interessierte Betriebe zu erleichtern, erarbeitet die Projektgruppe der Abteilung Innovation & Energie im Rahmen des Projekts Unterlagen, welche Interessierten frei zur Verfügung gestellt werden. 
Seit Juli ist beispielsweise ein interaktiver Wirtschaftlichkeitsrechner der Fischproduktion online abrufbar, welcher einen ersten Überblick darüber liefert, ob die Fischzucht für den eigenen Betrieb rentabel sein kann (http://bit.ly/inno-fischzucht). Im September erscheint zudem ein Praxisleitfaden zur Planung und Genehmigung von extensiven bäuerlichen Fischzuchtanlagen in Südtirol. Auch eine Vorlage für einen HACCP-Plan zur Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Fischprodukten wird in Kürze als Download auf der Homepage von SBB/Innovation zur Verfügung stehen. Im Herbst wird wieder eine Exkursion organisiert, um praxisnahe Einblicke in kleinstrukturierte Fischzuchtbetriebe zu erhalten. Des Weiteren findet im Winter eine Informationsveranstaltung mit verschiedenen Fachreferenten statt, und Anfang 2019 wird zum ersten Mal gemeinsam mit der Bauernbund-Weiterbildung ein mehrtägiger Kurs zum Einstieg in die Fischzucht angeboten werden. 

Bei Interesse beim SBB melden
Für landwirtschaftliche Betriebe, welche sich für eine qualitätsorientierte, heimische Fisch- und Krebszucht interessieren, bietet der Innovationsschalter eine Anlaufstelle und Einstiegshilfe (Tel. 0471 999363; E-Mail: innovation-energie@sbb.it). 
Wenn ein Betrieb die wichtigsten Grundvoraussetzungen erfüllt, ist auch eine Betriebsbesichtigung vor Ort möglich. Zudem werden interessierte Betriebe in eine Kontaktliste aufgenommen und laufend über Veranstaltungen, Exkursionen und Neuigkeiten informiert. 
Bei der Betreuung und Beratung kann der Bauernbund auf ein kompetentes Netzwerk an Experten zurückgreifen: Dazu gehören neben dem Südtiroler Peter Gasser, Leiter des „Fachbereiches Aquakultur“ am Versuchszentrum Laimburg, auch der Kärntner Markus Payr, Präsident des Österreichischen Verbandes für Fischereiwirtschaft und Aquakultur, und der Trentiner Fernando Lunelli vom Forschungszentrum „Fondazione Edmund Mach“ (FEM) in San Michele.
Durch die verschiedenen Projekttätigkeiten soll der Grundstein für den Aufbau der bäuerlichen Fischzucht gelegt werden. Der Erfolg hängt jedoch schlussendlich wesentlich von den innovationswilligen Bäuerinnen und Bauern ab.