Produktion | 23.08.2018

Neues Wissen im Bio-Obstbau

Am 9. August präsentierte das Versuchszentrum Laimburg in der traditionellen Versuchsvorstellung seine aktuellen Tätigkeiten im ökologischen Apfelanbau. Über 200 Interessierte informierten sich über neue Erkenntnisse und Entwicklungen im ökologischen Anbau.

Im Projekt EcoOrchard geht es unter anderem um bessere Bedingungen für Florfliegen in Blühstreifen. (Foto: Versuchszentrum Laimburg)

Im Projekt EcoOrchard geht es unter anderem um bessere Bedingungen für Florfliegen in Blühstreifen. (Foto: Versuchszentrum Laimburg)

Die Versuchsvorstellungen im ökologischen Obst- und Weinbau werden alljährlich vom Versuchszentrum Laimburg in Zusammenarbeit mit der Fondazione Edmund Mach (San Michele, TN) organisiert. Traditionell widmet sich der Vormittag an der Fondazione Edmund Mach dem ökologischen Weinbau, während das Nachmittagsprogramm zum biologischen Obstbau am Versuchszentrum Laimburg in Pfatten stattfindet. In Vorträgen und Feldbegehungen stellte die Arbeitsgruppe Ökologischer Anbau des Versuchszentrums Laimburg unter der Leitung von Markus Kelderer eine Auswahl aktueller Versuchstätigkeiten vor. Die diesjährige Ausgabe befasste sich mit den Schwerpunktthemen Agrobiodiversität, nachhaltige Bodenbewirtschaftung, der Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln und der Regulierung pilzlicher Erreger im Obstbau.

EcoOrchard für mehr Biodiversität
Ziel des Projekts EcoOrchard ist es die funktionelle Agrobiodiversität in ökologisch bewirtschafteten Obstanlagen zu fördern. Das Projekt wird vom europäischen Förderprogramm für die ökologische Landwirtschaft CORE Organic Plus finanziert. Um ein besseres Habitat für Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen zu schaffen, wurden Blühstreifen in die Fahrgassen gepflanzt. Dabei haben sich die Blühsteifen gut etabliert, sodass ca. 60 % der eingesäten Arten nach drei Jahren Projektlaufzeit noch vorhanden sind.

DOMINO für nachhaltige Bodenbewirtschaftung
Das Projekt DOMINO, ein weiteres vom europäischen Förderprogramm für die ökologische Landwirtschaft CORE Organic Plus mitfinanziertes Projekt, soll innovative Strategien entwickeln, um Fruchtbarkeit, Biodiversität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Obstanlagen zu steigern. Das Projekt, das unter der Koordination der Università Politecnica delle Marche in insgesamt sechs europäischen Ländern umgesetzt wird, beschäftigt sich mit der nachhaltigen Düngung aus lokalen Abfallprodukten, der Bodenbewirtschaftung mit Einsaaten in Baumstreifen und in der Fahrgasse und innovative Abdecksysteme für Obstanlagen (Apfel, Kirsche, Marille) bzw. im Weinbau zur definitiven Minimierung des Kupfereinsatzes.

Pflanzenstärkungsmittel im Test
Bei Pflanzenstärkungsmittel handelt es sich um Stoffe und Gemische einschließlich Mikroorganismen, die ausschließlich dazu bestimmt sind, der Gesunderhaltung der Pflanzen zu dienen, soweit sie nicht als Pflanzenschutzmittel nach Art. 2 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 registriert sind bzw. dazu bestimmt sind, Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen. Im Rahmen seiner Dissertation an der Freien Universität Bozen hat Sebastian Soppelsa in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg die Wirkung einiger Präparate im Freiland getestet.

Pilzliche Erreger im Obstbau
Seit vielen Jahren führt das Versuchszentrum Laimburg Versuche zur Regulierung von Schorf, Mehltau, Gloeosporium und den Rußtaukrankheiten durch. „Der Fokus der Versuche zum Schorf liegt auf der Reduktion des Kupfereinsatzes, beim Mehltau auf der Identifikation von Alternativen zu Schwefel in den warmen und strahlungsintensiven Sommermonaten für den Ökologischen Apfelanbau“, erklärte Markus Kelderer.