Technische Beratung | 26.07.2018

Vogelfraßschäden – Auch heuer unbedingt melden

Die Erhebungen im vergangenen Jahr haben es bestätigt: Vogelfraßschäden stellen nach wie vor eine erhebliche Schadensquelle im Obst- und Weinbau dar, welche zu Ernteausfällen in Waldnähe von bis zu 40 Prozent führen. von Hermann Stuppner, Betriebsberatung

Vögel richten im Obst- und Wienbau nach wie vor erhebliche Schäden an.

Vögel richten im Obst- und Wienbau nach wie vor erhebliche Schäden an.

Kernobst-, Steinobst- und Rebanlagen werden hin zur Erntezeit häufig von verschiedenen Vogelarten heimgesucht. Vor allem in Waldnähe ist zum Teil ein erhebliches Schadausmaß in Form von Fraßschäden feststellbar. Dem hinzu kommen Folgeschäden wie Botrytis und Essigfäule sowie Bienen- und Wespenfraß.
Es ist zwar möglich um Beiträge für Maßnahmen zur Verhütung dieser Schäden anzusuchen, doch gibt es derzeit wenig konkreten Forschungsergebnisse und verwertbare Praxiserfahrung in Bezug auf Abwehrmethoden wie es z.B. Schutznetze sind. Unterschiedlichen Geländeneigungen und Anlagestrukturen erschweren zudem die Situation.

Schadenserhebung ist einzige Möglichkeit
Bis ins Jahr 2015 boten Sonderdekrete zum vorzeitigen Abschuss von Schadvögeln eine Schutzmöglichkeit für landwirtschaftliche Kulturen. Nachdem diese regelmäßig von Tierschutzorganisationen angefochten und in weiterer Folge vom Verwaltungsgericht wieder aufgehoben wurden, müssen zukünftig derartige Abschussdekrete sehr gut begründet werden. Die einzige Möglichkeit dazu ist eine Schadenserhebung über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren durchzuführen. Neben dem Schadensausmaß sind hier Örtlichkeit, Angabe der verursachenden Vogelarten sowie eine angemessene Fotodokumentation notwendig.

Im vergangenen Jahr fanden die ersten Schadenserhebungen statt, nun bedarf es einer weiteren Dokumentation für des Erntejahres 2018. Dadurch kann die Grundlage für die Erlaubnis von sogenannten „vorbeugende Eingriffe“ geschaffen werden, welche vom Amt für Jagd und Fischerei erteilt werden dürften.

Online-Formular ausfüllen und abschicken
Das Technische Büro der Abteilung Betriebsberatung im Südtiroler Bauernbund wird die erforderlichen Bewertungen vornehmen und entsprechende Dokumentationen erstellen. Für diese Erhebungen ist allerdings die Mitarbeit der betroffenen Landwirte unabdingbar. Dazu werden die Bauern – insbesondere jene welche im vergangenen Jahr bereits eine Schadensmeldung abgegeben haben – aufgerufen, die Schadbilder fotografisch festzuhalten und die Lokalität des Schadbefalls (Grundparzelle oder Örtlichkeit) den Fotos zuzuweisen.
Die betroffenen Landwirte können ihre Erhebungen in den jeweiligen Bezirksbüros abgeben oder online das entsprechende Formular ausfüllen (Link siehe unten) und an die Abt. Betriebsberatung schicken. In weiterer Folge werden von Technikern des Bauernbundes detaillierte Erhebung vorgenommen und entsprechende Dokumentationen und Bewertungen erstellt.
Da die Ernte in einigen Landesteilen unmittelbar bevorsteht, gilt es die bereits entstandenen Schäden baldmöglichst festzuhalten. Für weitere Informationen steht die Abteilung Betriebsberatung (Tel. 0471 999439 oder Email betriebsberatung@sbb.it) zur Verfügung.

Hier geht es zum Online-Formular zur Meldung der Schäden