Südtiroler Landwirt, Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 21.06.2018

Chance „Soziale Landwirtschaft“

Am 8. Juni wurde das Landesgesetz zur sozialen Landwirtschaft vom Landtag genehmigt. Soziale Dienstleistungen am Bauernhof bieten viele Chancen – für die Gesellschaft, den Betrieb und den ländlichen Raum.

Soziale Landwirtschaft macht den Hof zum Bildungs-, Gesundheits-, Arbeits-  oder Erholungsort. (Foto: Florian Andergassen)

Soziale Landwirtschaft macht den Hof zum Bildungs-, Gesundheits-, Arbeits- oder Erholungsort. (Foto: Florian Andergassen)

Bereits seit über zehn Jahren beschäftigt sich die Südtiroler Bäuerinnenorganisation (SBO) mit dem Thema der sozialen Landwirtschaft. 2006 wurde die Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen, leben, wachsen“ gegründet, um die Kinderbetreuung am Bauernhof anzubieten. Mittlerweile ist die soziale Landwirtschaft für die SBO zu einem zentralen Auftrag geworden. Schule am Bauernhof, Kinder- und Seniorenbetreuung oder die Vermittlung von bäuerlichem Wissen können bereits auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Nun beginnt ein neues Kapitel, ist Landesbäuerin Erschbamer überzeugt: „Soziale Dienstleistungen auf dem Bauernhof schaffen einen Mehrwert: ein Mehr an Wohlbefinden, ein Mehr an Unterstützung. Sie fügen sich ein in ein Netz, in dem es schon vieles gibt. Und wo noch viel mehr gebraucht wird.“

Bäuerinnen spielen zentrale Rolle
Der Bauernhof mit seinen Menschen, seinen Tieren und Pflanzen kann Bildungs-, Gesundheits-, Arbeits- oder Erholungsort für Menschen in besonderen Situationen sein. „Wir Bäuerinnen“, erklärt Erschbamer, „spielen dabei eine zentrale Rolle. Vor allem für Frauen, die bereits aus sozialen Berufen kommen, können sich hier neue Möglichkeiten auftun. Es ist Aufgabe unserer Organisation, Bäuerinnen in ihrer Vielfältigkeit zu stärken. Und soziale Dienstleistungen sind ein Baustein davon.“

Brücke zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft
Soziale Landwirtschaft ist ein Gewinn für alle: für die betroffenen Personen, die aus einem zusätzlichen Angebot auswählen können, für den bäuerlichen Betrieb, für den sich neue Möglichkeiten eröffnen, und für den ländlichen Raum, der dadurch erhalten und lebendig bleibt. „Soziale Landwirtschaft ist zudem eine zusätzliche Brücke zwischen der Landwirtschaft und der Gesellschaft“, so die Landesbäuerin.
Ein funktionierendes Netzwerk von Partnern aus Sozial-, Bildungs- und Landwirtschaftspolitik ist dabei unerlässlich. „Allen, die sich für diesen Weg starkgemacht haben, vor allem unserer Landtagsabgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer und unserem Landesrat Arnold Schuler, sei mein Dank gesagt. Ein ‚Vergelt’s Gott!‘ geht auch an all jene, die bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit uns zusammenarbeiten. Ich unterstreiche, dass dieses neue Angebot nur durch ein Miteinander auf Augenhöhe gelingen kann. Ich wünsche uns eine Vision, ein Ziel, den Mut und die Ausdauer, um aus der sozialen Landwirtschaft eine Chance für viele Menschen zu machen“, so die Landesbäuerin.

Info-Veranstaltungen im Herbst/Winter
Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation ist einerseits Dienstleister und andererseits Netzwerkpartner. Ihr Ziel ist es mit den Partnern bestehende Angebote auszubauen und neue, notwendige und gewünschte Dienstleistungen zu entwickeln. In den Sommermonaten werden deshalb weitere Konzepte ausgearbeitet und ausgebaut. Ab Herbst-Winter wird es dazu Informationsveranstaltungen geben, wo genauere Auskünfte über die Möglichkeiten und Chancen, die die Soziale Landwirtschaft bietet, gegeben werden.
Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgeben.
Mehr Informationen zu den Info-Veranstaltungen finden Sie unter www.baeuerinnen.it

Interessierte melden
Falls Sie interessiert sind, im Bereich der Sozialen Landwirtschaft tätig zu werden, eine Idee haben oder einfach mehr darüber erfahren wollen, können Sie sich im Landesbüro der Südtiroler Bäuerinnenorganisation melden.

Kontakt: Tel. 0471 999460, E-Mail: info@baeuerinnen.it