Bauernbund, Wirtschaft | 21.06.2018

BBT-Zulaufstrecke: Viele offene Fragen

Die Vorgehensweise bei der Suche nach Deponieflächen für die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel (BBT) in Vahrn sorgt bei den betroffenen Grundeigentümern weiter für Unmut. Bei einem Treffen haben sie ihren Ärger über die vielen noch offenen Fragen zum Ausdruck gebracht.

Beim Treffen in Vahrn haben die Bauern ihren Unmut klar geäußert.

Beim Treffen in Vahrn haben die Bauern ihren Unmut klar geäußert.

Nicht erst seitdem bekannt wurde, dass auch der „Gatschwald“ als Deponiefläche ins Auge gefasst wurde (in der Zwischenzeit aber angeblich wieder gestrichen ist), ist bei den betroffenen Grundeigentümern in Vahrn Feuer am Dach. Bei einem Treffen, das die Bauernbund-Ortsgruppe Vahrn organisiert hatte, wurde vor allem kritisiert, dass Zusagen lediglich mündlich gemacht wurden und viele Vorschläge der Grundeigentümer unbeantwortet geblieben sind.

Unterschiedliche Aussagen sorgen für Verwirrung
Zudem hat es zu ein und demselben Thema unterschiedliche mündliche Aussagen von den verschiedenen Projektbetreibern gegeben. „Das sorgt bei den Grundeigentümern verständlicherweise für große Verärgerung und Verunsicherung“, stellte der Vahrner SBB-Ortsobmann Ernst Schweigkofler klar. So wurden den Grundeigentümern bereits für Mitte April aktuelle Planunterlagen zur Durchsicht versprochen. „Bis heute haben wir aber keine neuen Pläne gesehen“, ärgerte sich Schweigkofler.

Frage der Entschädigung nicht geklärt
Noch nicht geklärt ist auch die Frage der Entschädigung. „Die Grundeigentümer, die ihren Grund zur Verfügung stellen sollen, haben das Recht zu erfahren, wie die zeitweilige Besetzung entschädigt, die Deponiegebühr berechnet und eventuelle Nebenschäden abgegolten werden. Beim Bau des BBT war das alles schon vorher klar“, ergänzte der Vahrner SBB-Obmannstellvertreter Paul Huber.
Sorgen bereitet den Grundeigentümern auch, wie ihre Flächen nach einer eventuellen Benützung aussehen werden. „Wir wissen trotz verschiedener Treffen immer noch nicht, wie Grenz- und Flächenverschiebungen erhoben werden und wie die Grundstücksgrenzen nach Bauende wieder ersichtlich gemacht werden“, sagte Schweigkofler. Ebenso nur sehr vage mündliche Aussagen gibt es, was den Zeitplan für die Errichtung, den Betrieb und den Abschluss der Arbeiten betrifft.

Keine Infos zu Renaturierung
Gänzlich im Dunkeln tippen die Grundeigentümer, wenn es um die Renaturierung bzw. die Wiederherstellung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen geht, die ihnen sehr wichtig sind. „Wir möchten wissen, wer für die Renaturierung zuständig ist und wie sie ausgeführt wird. Zudem ist auch zu klären, wer die Verlegung der Bewässerungsleitungen vornimmt“, mahnte Huber an.
In einem Schreiben hat der Direktor der BBT-Beobachtungsstelle Martin Ausserdorfer Stellung bezogen und einige Fragen klären können. „Viele andere Fragen bleiben aber weiterhin offen“, bemängelt Schweigkofler.

Ohne Zusagen kein Entgegenkommen
Die Grundeigentümer haben konkrete Vorstellung von den Sicherheiten und Gegenleistungen für die Bereitstellung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen. „Wenn unsere Vorschläge nicht berücksichtigt werden und die mündlichen Zusagen nicht eingehalten werden, wird es kein Entgegenkommen der Grundeigentümer für eventuelle Vertragsabschlüsse für die Deponieflächen in Vahrn geben“, stellte Huber klar. Und dieser Wink mit dem Zaunpfahl ist durchaus ernst zu nehmen.