Südtiroler Landwirt, Weiterbildung | 15.06.2018

„Landwirt“ lädt zur Leserreise

Zum dritten Mal bietet der „Südtiroler Landwirt“ seinen Leserinnen und Lesern eine aufregende Reise an: Im Februar 2019 fahren die Teilnehmer nach Zentralamerika und erleben dort Regenwald, Vulkanlandschaften und tropische Landwirtschaftsbetriebe in zwei äußerst unterschiedlichen Ländern. Jetzt steht das Programm fest. von Guido Steinegger

Regenwald und Vulkane prägen die Landschaft in Costa Rica und Nicaragua. Im Bild der berühmte Vulkan Arenal (Costa Rica). (Foto: www.pixabay.com)

Regenwald und Vulkane prägen die Landschaft in Costa Rica und Nicaragua. Im Bild der berühmte Vulkan Arenal (Costa Rica). (Foto: www.pixabay.com)

Nach Brasilien 2015 und Namibia 2017 geht es vom 31. Jänner bis 16. Februar 2019 in die zwei zentralamerikanischen Länder Costa Rica und Nicaragua. Eine erste Information zur Leserreise hat der „Südtiroler Landwirt“ in seiner Ausgabe vom 25. Mai veröffentlicht. Daraufhin haben sich bereits zahlreiche Interessenten gemeldet. Einige Plätze sind jedoch noch frei – wer mitfahren möchte sollte sich also beeilen.

Hier ist das definitive Programm (Änderungen vorbehalten)


Besondere Einblicke in die Länder
Es ist zwar erst die dritte Leserreise, die der „Südtiroler Landwirt“ anbietet. Aber für einige treue Leserinnen und Leser ist es doch schon eine liebgewonnene Tradition. Denn die Fachzeitschrift des Südtiroler Bauernbundes nimmt sich alle zwei Jahre etwas ganz Besonderes vor. So soll die Leserreise einen Mix aus verschiedenen Einblicken bieten, den man als einzelner Tourist so kaum planen kann: Neben den Sehenswürdigkeiten erwartet die Teilnehmer daher immer ein Einblick in die Landwirtschaft des Landes. Zudem will der „Südtiroler Landwirt“ mit seiner Gruppe auch immer hinter die sozialen Kulissen blicken und erfahren, wie die Leute im Land leben.

Regenwald, Vulkane, Ozean
Was die Besucher der beiden Länder als erstes in ihren Bann zieht, ist die Natur. Was sich da zwischen dem karibischen Meer und dem pazifischen Ozean erstreckt, scheint über weite Strecken ein von grünem Pflanzenteppich überspanntes Land. Dazwischen ragen die vielen Vulkane mit ihren bizzarren Landschaften, aber auch fruchtbaren Hängen heraus.
Vor allem in Costa Rica – also an den ersten und letzten Reisetagen – wird die Reisegruppe durch Urwälder und über Lavafelder wandern, den atemberaubenden Blick auf die berühmten Vulkane Irazú und Arenal oder auf die farbenreichen Seen dort genießen und in den verschiedenen Reservaten Affen, Nasenbären, Gürteltieren und Goldhasen, Vogelarten aber auch Pflanzen nachspüren. Aber auch ein Abstecher an den Pazifik ist geplant, und so mancher Reiseteilnehmer wird danach behaupten können, erstmals in seinem Leben die Füße ins Wasser des weltgrößten Ozeans getaucht zu haben.

Viel Landwirtschaft
Selbstverständlich darf auf der Reise einer Agrarzeitung der Blick auf die Landwirtschaft der besuchten Länder nicht fehlen. Costa Rica und Nicaragua haben hier sehr viel zu bieten: zum Beispiel exotische Früchte, die Delikatesse Palmenherzen, die Klassiker Kakao und Kaffee, aber auch Erdnüsse und die vitaminreiche, aus Indien stammende Moringa-Pflanze … Entsprechend großen Raum nehmen Besuche bei produzierenden Betrieben, aber auch an der Agraruniversität CATIE (Tropisches Landwirtschaftliches Institut für Forschung und Studium) ein.
Interessant auch ein Besuch gleich zu Beginn der Reise: Der italienische Agronom Virgilio Vidor experimentiert mit über 500 Trauben-Hybriden und hat die erste 100-prozentig tropische costaricanische Traube kreiert.

Leute und Städte
Im Gegensatz zu den Andenstaaten in Südamerika und den nördlicheren Ländern Mittelamerikas haben die alten Indio-Kulturen im Einzugsgebiet der Leserreise wenig sichtbare Spuren hinterlassen. Entsprechend stehen auf dieser Reise Natur und Landwirtschaft im Mittelpunkt.
Dennoch haben die Teilnehmer Gelegenheit, das eine oder andere reizvolle Städtchen zu erleben. Im bedeutenden Wallfahrtsort Cartago besuchen sie die Basilika „Nuestra Señora de los Ángeles“, und in der wohl saubersten Stadt Lateinamerikas Grecia die einzige Metallkirche Mittelamerikas.

Staatsmodelle im Vergleich
Äußerst interessant ist der Vergleich zwischen den Staatsmodellen und der Wirtschaft in den beiden Ländern. Zwar sind beide von ähnlicher Landschaft zwischen Karibik und pazifischem Ozean geprägt – mit viel Natur, Vulkanen und Seen. Und doch sind die Länder sehr unterschiedlich. Auch diesen Einblick möchte der „Südtiroler Landwirt“ bieten und hat sich auch aus diesem Grund für einen Besuch in beiden Ländern entschieden.

Costa Rica: Schweiz Mittelamerikas
Costa Rica wird oft die Schweiz Zentralamerikas genannt. Es gilt laut Wikipedia als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas. Bereits 1948 wurde die Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft. Das Land gewinnt fast 100 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen.
Stark gefördert wird der Ökotourismus. Auch Ara Tours, der örtliche Partner von Primus Touristik, hat schon zweimal die höchstmögliche Auszeichnung für Nachhaltigkeit erlangt (Certificación para la sostenibilidad turistica). Rund 27 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Region ist Costa Rica seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie und blieb durch frühzeitige sozialpolitische Maßnahmen von Unruhen, Bürgerkriegen und Diktaturen verschont. 1983 erklärte Costa Rica seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität.“ Bis heute behaupten die Einwohner stolz, zu den glücklichsten Menschen der Welt zu gehören.

Viel Armut in Nicaragua
Ganz anders Nicaragua: Auch nach der 1821 endenden Kolonialzeit litt das Land unter Bürgerkriegen und politischer Einflussnahme von außen, vor allem den USA.
Seit den späten 70er Jahren des 20. Jahrhunderts regieren mit Unterbrechungen die Sandinisten, die von vielen ausländischen Mächten als kommunistisch eingestuft werden. Heute regiert der frühere Rebellenkommandeur Daniel Ortega. Er hat sich von seinen früheren, sozialistischen Idealen verabschiedet und fährt mittlerweile einen eher neoliberalen Wirtschaftskurs.
Kritiker werfen ihm seither vor, eine autoritäre Familiendynastie an der Staatsspitze zu etablieren und öffentliche Gelder über dunkle Kanäle in die Taschen seines Clans zu leiten.
Nicaragua gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Laut Wikipedia leben 50 Prozent der Bevölkerung in Armut. In Lateinamerika ist Nicaragua heute nach Haiti das zweitärmste Land. Die Gründe sind vielfältig: Zum einen die Folgen der Geschichte, aber auch einseitige Wirtschaftsstruktur und jahrzehntelange Oligarchiewirtschaft. Dazu kommen Naturkatastrophen und sehr viel Korruption.

Bewährte Partner für die Reise
Für die Reiseorganisation setzt der „Südtiroler Landwirt“ auf seine bewährten Partner: Die SBB-Weiterbildungsgenossenschaft ist für die Anmeldung zuständig und bleibt auch während der Reise Ansprechpartner für die Reiseteilnehmer. Wie gewohnt wird sie auch das Vorbereitungs- und Nachtreffen organisieren.
Die Reiseplanung selbst liegt in den Händen von Primus Touristik, das in Absprache mit dem „Südtiroler Landwirt“ und der SBB-Weiterbildungsgenossenschaft das Programm zusammengestellt hat. Letzte Details dazu sind noch abzuklären.
Vor einiger Zeit gab es in Nicaragua Proteste gegen eine umstrittene Rentenreform von Daniel Ortega. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Der „Südtiroler Landwirt“ beobachtet mit seinen Partnern die Entwicklung. Im Ernstfall gibt es – mit entsprechenden Preisänderungen – ein Ausweichprogramm ausschließlich in Costa Rica.

Die Reise startet mit dem Bus von verschiedenen Abholorten in Südtirol. Nach einer Übernachtung in Zürich sind von dort Direktflüge mit SWISS geplant. Sie bringen die Gruppe nach San Jose, die Hauptstadt Costa Ricas, und von dort wieder zurück.

Vormerkung ab sofort möglich
Vormerkungen sind ab sofort möglich bei: Judith Biasion, SBB-Weiterbildungsgenossenschaft (E-Mail: judith.biasion@sbb.it oder Tel. 0471 999455).