Bauernbund, Südtiroler Landwirt | 23.05.2018

Landwirtschaft von ihrer besten Seite zeigen

Den Bauern über die Schultern schauen können Interessierte beim 4. Bauernhof-Sonntag am 27. Mai. Er ist eine gute Gelegenheit, zu zeigen, was bäuerliche Familien leisten und so Vorurteilen zu begegnen. Heuer präsentiert sich der Bauernhof-Sonntag im neuen Kleid.  von Michael Deltedesco

Die bäuerlichen Organisationen sorgen beim Bauernhof-Sonntag für das leibliche Wohl.

Die bäuerlichen Organisationen sorgen beim Bauernhof-Sonntag für das leibliche Wohl.

Wie können schöne Äpfel produziert werden? Wie werden die Tiere in Südtirol gehalten? Und wie wird aus Trauben Wein? Fragen zur Landwirtschaft gibt es viele – und es werden immer mehr. Zunehmend mehr Menschen wohnen weit weg von der Landwirtschaft in Städten, wodurch zwangsläufig auch der Kontakt mit den Produzenten weniger wird und das Wissen über die landwirtschaftliche Produktion zurückgeht. „Um diese Menschen wieder näher an die Landwirtschaft heranzuführen und ihnen einen Einblick in die Arbeit auf einem Bauernhof zu geben, hat der Südtiroler Bauernbund gemeinsam mit den bäuerlichen Organisationen den Bauernhof-Sonntag ins Leben gerufen“, sagt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Alle zwei Jahre laden bäuerliche Familien in allen Bauernbund-Bezirken auf ihre Höfe ein. In diesem Jahr findet die Veranstaltung zum vierten Mal statt.

Sieben Gemeinden, elf Höfe
In sieben Gemeinden stellen am 27. Mai bäuerliche Familien ihre Höfe für den Bauernhof-Sonntag zur Verfügung. Vorgeschlagen haben die Höfe die Bezirksbauernräte selbst. Der Bauernhof-Sonntag wird in diesem Jahr auf folgenden Bauernhöfen stattfinden: am Bioreiterhof Vill und dem Bachguthof in Schlanders, am Wieserhof in Vöran, dem Biobauernhof St. Quirinus in Kaltern, am Ansitz Barthenau gemeinsam mit den Weingütern Gottardi und Brunnenhof in Mazon/Neumarkt, am Stampferhof in Völser Aicha, den zwei Höfen Schiestlhof und Grafhof in Natz sowie dem Enzhof in Steinhaus im Ahrntal.
„Die Höfe spiegeln mehr oder weniger die große Vielfalt der heimischen Landwirtschaft wieder. Die Besucher können Viehwirtschaftsbetriebe mit Milch- oder Fleischproduktion, Obstbau- oder Weinbaubetriebe besuchen, die integriert oder biologisch produzieren und vorwiegend von der eigenen Familie bewirtschaftet werden“, erklärt Tiefenthaler. Betriebe, die an Genossenschaften liefern, sind ebenso zu finden wie Betriebe, die ihre Produkt selbst vermarkten. Einige Höfe vermieten zudem Ferienwohnungen, fast alle unter der Qualitätsmarke „Roter Hahn“.

Information und ein tolles Rahmenprogramm

An allen Höfen können sich die Festbesucher über die Landwirtschaft informieren. „Geboten werden Hof- und Wiesenführungen. Auch werden auf vielen Höfen bäuerliche Produkte zur Verkostung angeboten“, fasst Leo Tiefenthaler wichtige Programmpunkte zusammen. Ebenso sind bäuerliche Handwerker und kleinere Bauernmärkte auf mehreren Höfen zu finden.  
Neben der Wissensvermittlung steht natürlich das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt. „Auf die Besucher wartet bäuerliche Küche mit lokalen Spezialitäten, für die die bäuerlichen Organisationen sorgen.“ Bei den Zutaten wird streng auf die regionale Herkunft geachtet. Darüber hinaus wird die Veranstaltung natürlich auch mit musikalischer Unterhaltung umrahmt.
Ein besonderes Programm wartet auf die kleinen Festbesucher. „Die Tagesmütter der Sozialgenossenschaft ‚Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben‘ haben ein buntes Kinderprogramm vorbereitet, damit auch die kleinen Festbesucher auf ihre Kosten kommen“, sagt Landesobmann Leo Tiefenthaler.  
Der vierte Bauernhof-Sonntag beginnt an allen sieben Austragungsorten mit einem festlichen Gottesdienst und einer anschließenden offiziellen Eröffnung.

Bauernhof-Sonntag in neuem Kleid
Vielen wird es bereits aufgefallen sein: Der vierte Bauernhof-Sonntag präsentiert sich in einem neuen Design. „Da die Veranstaltung ideal zur Initiative ‚Dein Südtiroler Bauer‘ passt, die ebenfalls das Ziel hat, die Leistungen der Landwirtschaft sichtbar zu machen, haben wir das Erscheinungsbild nach außen an die Initiative angepasst und sämtliche Werbemittel in blau gehalten“, erklärt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.
Dank den Gastgeberfamilien und bäuerlichen Organisationen
Damit der Bauernhof-Sonntag überhaupt realisiert werden kann, ist, neben den involvierten Bauernbund-Mitarbeitern, besonders den bäuerlichen Gastgeberfamilien vor Ort und den vielen freiwilligen Helfern der bäuerlichen Organisationen vor Ort zu verdanken. „Ohne sie alle könnte so eine Veranstaltung nicht durchgeführt werden und wir könnten die Landwirtschaft nicht von ihrer besten Seite zeigen. Daher gilt mein ganz großer Dank allen, die an der Organisation und Durchführung beteiligt sind“, sagt Tiefenthaler. Sein Dank gehe auch an die Raiffeisenkassen Südtirols und die Südtiroler Qualitätsprodukte, die den vierten Bauernhof-Sonntag unterstützen.

Ein Fest für alle
Der Bauernhof-Sonntag des Südtiroler Bauernbundes und der bäuerlichen Organisationen richtet sich an die bäuerliche und die nichtbäuerliche Bevölkerung gleichermaßen. „Wir wollen mit der Gesellschaft in Kontakt treten und ihnen die Landwirtschaft näherbringen. Dafür gibt es keinen besseren und authentischeren Ort als einen Bauernhof“, meint Tiefenthaler.
Zum Bauernhof-Sonntag sind aber natürlich auch die bäuerlichen Familien herzlich eingeladen. „Viele bäuerliche Familien blicken gerne hinter die Kulissen eines anderen Betriebes, um eine andere Realität kennenzulernen oder zu sehen, wie auf anderen Höfen gearbeitet wird und die eine oder andere Anregung mit nach Hause zu nehmen.“ Besonders eingeladen sind Familien mit Kindern. „Für sie ist der Bauernhof-Sonntag sicherlich eine besondere Attraktion“, verspricht Landesobmann Tiefenthaler.

Alle Infos gibt es im Sonderheft zum Bauernhof-Sonntag

(zum Download auf das Cover klicken)

Bauernhofsonntag 2018