Energie | 11.05.2018

Photovoltaikanlagen im Visier

Geförderte Photovoltaikanlagen stehen immer mehr unter Kontrolle. Der GSE (Gestore dei servizi energetici) überprüft dabei, ob die Anlagen die Voraussetzungen für die Auszahlung der Förderungen auch erfüllen. von Michael Eisendle

Bei Vor-Ort-Kontrollen muss der Inhaber dem Kontrollorgan Zutritt zur Anlage gewähren. (Foto: www.pixabay.com)

Bei Vor-Ort-Kontrollen muss der Inhaber dem Kontrollorgan Zutritt zur Anlage gewähren. (Foto: www.pixabay.com)

Die Anzahl der jährlichen Überprüfungen steigt von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2017 hat der GSE italienweit 5260 Anlagen überprüft; in knapp der Hälfte aller Kontrollen hat er auch Unregelmäßigkeiten festgestellt.
Bei der Überprüfung wird unter anderem die Dokumentation kontrolliert. Es gibt auch Vor-Ort-Kontrollen der Anlage. Dabei werden oft Anlagen ohne gültige Zertifizierungen oder durch unseriöse Anbieter installierte Photovoltaikmodule mit gefälschter CE-Kennzeichnung festgestellt.

Kontrolle sehr wahrscheinlich
Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit einer Kontrolle sehr hoch. Daher lohnt es sich für Inhaber von geförderten PV-Anlagen, bereits vor einer Kontrolle die entsprechenden Dokumente und Zertifizierungen sowie die Komponenten ihrer Anlage auf Unregelmäßigkeiten zu prüfen.

Wie die Überprüfung angekündigt wird und abläuft
Die Bestimmungen sehen vor, dass ein bestimmter Anteil der Kontrollen jährlich ohne Vorankündigung erfolgen muss.
Dagegen müssen jene Vor-Ort-Kontrollen, die vorangekündigt werden, dem Inhaber der Anlage mittels Einschreibebrief mit Rückantwort oder mittels Zustellung per PEC-E-Mail mindestens sieben Tage vor der Überprüfung mitgeteilt werden.
Dabei werden auch die einzureichenden Dokumente angegeben, die der Inhaber der Anlage dem GSE für die Kontrolle zur Verfügung stellen soll.
Der mit der Vor-Ort-Kontrolle Beauftragte muss sich entsprechend ausweisen und kann im Rahmen der Kontrolle sämtliche für die Überprüfung als sinnvoll erachteten Informationen und Dokumente anfordern und einholen sowie Fotografien anfertigen.
Im Zuge der Kontrolle wird ein Protokoll über die Kontrolltätigkeiten erstellt, in dem eventuelle Erklärungen des Inhabers der Anlage festgehalten werden. Eine Kopie des Protokolls wird an den Inhaber der Anlage ausgestellt.
Der Inhaber ist daraufhin berechtigt, schriftliche Einwände vorzulegen, die der GSE dann prüfen muss.

Bei Verstößen keine Förderung
Wenn aufgrund einer Überprüfung ein sogenannter „wesentlicher Verstoß“ festgestellt wird, verfügt der GSE die Abweisung des Antrags auf Förderung oder die Aberkennung der Förderung und vollständige Rückforderung der bereits ausbezahlten Beträge.

Die häufigsten Verstöße
Als wesentliche Verstöße zählen u.a.:
- Falschangaben in Anträgen oder das Einreichen wahrheitswidriger oder gefälschter Dokumente;
- das Fehlen erforderlicher Unterlagen, die der Anlagenbetreiber aufbewahren muss, wie Schaltplan, Bauende-Meldung, Rechnungen;
- hinderliches Verhalten des Inhabers der Anlage gegenüber dem Kontrollorgan
(z. B. durch Verweigerung des Zutritts zur Anlage oder zu den Unterlagen);
- Manipulation der Stromzähler;
- Nutzung gefälschter oder gestohlener Komponenten.

Absolut verpflichtend ist die Mitteilung an den GSE über jegliche Änderung an den Bestandteilen der Anlage, z. B. Austausch von Zählern, Wechselrichtern oder Modulen.
Weitere Informationen erteilen der SBB-Innovationsschalter (innovation-energie@sbb.it, Tel. 0471 999363,) und der Südtiroler ­Energieverband (alex.gamper@sev.bz.it, Tel. 0471 064400). eis