Südtiroler Landwirt, Politik | 10.05.2018

Wasser im Mittelpunkt

Wasser ist neben Grund und Boden die Lebensgrundlage der Landwirtschaft. Entsprechend wichtig war kürzlich eine Aussprache, bei der Bauernvertreter und Mitglieder der Landesregierung gleich über verschiedene Themen rund ums Wasser diskutieren.

Wasser: Einfache Genehmigungsverfahren für möglichst effiziente Nutzung gefordert.

Wasser: Einfache Genehmigungsverfahren für möglichst effiziente Nutzung gefordert.

Es war eine Aussprache mit hochkarätigen Teilnehmern: Vertreter des Landesverbandes der Bonifizierungskonsortien, des Beratungsrings für Obst und Weinbau, des Beratungsrings für die Berglandwirtschaft BRING und des Südtiroler Bauerbundes diskutierten mit Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrat Richard Theiner und Landesrat Arnold Schuler. Die Themen rund um das Wasser waren vielfältig und außerordentlich bedeutend für die Landwirtschaft.

Beim Restwasser nicht einer Meinung
Der Wassernutzungsplan wurde im August 2017 veröffentlicht, und wird zumindest für die nächsten zehn Jahre die Nutzung des Wassers in Südtirol regeln. Bei der Auslegung der Bestimmungen zum Restwasser gibt es aber bereits jetzt Meinungsverschiedenheiten zwischen der bäuerlichen Interessenvertretung und den zuständigen Landesämtern. Insbesondere die Vertreter des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau, Präsident Paul Wellenzohn und Direktor Gottfried Niedermair drängten auf die Ausweisung der sogenannten Trockengebiete, damit dort die Sonderregelungen für die Landwirtschaft greifen können. Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Theiner sicherten zu, dass sowohl die Ausweisung der Trockengebiete als auch die Maßnahmen eng mit den Konzessionären abgestimmt werden.

Frühere Beregnung ermöglichen
Ebenso strittig war die Vorgehensweise bei der Vorverlegung der Beregnungskonzessionen. Alle waren sich zwar einig, dass die Vegetationsperiode immer früher beginnt und daher das Wasser für die Beregnung auch benötigt wird. Während die Konsortien aber ein einfaches Verfahren fordern, wollen die Landesämter eine genaue Prüfung der Voraussetzungen für die Vorverlegung. Hoffnung gibt die Aussage des Landeshauptmannes, der eine einfache und möglichst umfassend anwendbare Regelung angemahnt hat.

Genehmigungen vereinfachen
Auch bei der Sanierung der Beregnungsanlagen müssen die Genehmigungen vereinfacht werden und auch hierzu haben die politischen Vertreter ein Entgegenkommen zugesichert. Den Bauernvertretern war auch die effiziente Nutzung der Anlagen für die Beregnung und die Trinkwasserversorgung ein Anliegen. Dabei wurde ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren für die sogenannten Doppelnutzungen gefordert. Bei Doppelnutzungen können jene Leitungen, die für die Beregnung oder die Trinkwasserversorgung gebaut wurden, auch für die Stromproduktion verwendet werden. Ebenso wurde für die Stromproduktion auf Almen und Bergbauernhöfen eine Vereinfachung der Konzessionsvergabe angemahnt.

Knackpunkt Gebühren
Bereits seit Monaten führen Bauernbund und Konsortien mit den zuständigen Landesämtern Gespräche über die zukünftigen Gebühren, die für die Beregnung fällig werden. Bereits derzeit sind für die Wassernutzung bekanntlich Konzessionsgebühren (Wasserzinse) fällig, doch sollen diese weiter ausgebaut werden. Den Vertretern der Landwirtschaft liegt auch in diesem Fall neben deren Höhe die einfache Abwicklung der Gebühren sehr am Herzen.
Natürlich wurde auch über das Geld gesprochen. Die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel wird die Bäuerinnen und Bauern viel Geld kosten. Dafür sollen auch öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, fordern die Vertreter der Landwirtschaft. Bestmöglich nutzen müsse man dabei auch die Finanzierungsmöglichkeiten auf römischer und europäischer Ebene, betonte Direktor Rinner.
Das Ergebnis der Aussprache zeigt: Sie war wohl nur ein erster Schritt, um die Verfahren im Wasserrecht einfacher und bürgerfreundlicher zu gestalten.