Südtiroler Landwirt, Förderungen | 10.05.2018

Um Tiergesundheitsprämie ansuchen

Rinderhalter können jetzt um die Tiergesundheitsprämie ansuchen. Die Ansuchen sind auf jeden Fall vor dem Almauftrieb und bis spätestens Montag, 16. Juli beim zuständigen Landesamt einzureichen. Damit die Tiere prämienberechtigt sind, muss der Almverantwortliche die Tierbewegungen melden. von Norbert Zenleser, Landesamt für Viehzucht

Bald kommen die Tiere wieder auf die Alm. Die Ansuchen um Tiergesundheitsprämie sind unbedingt vor Almauftrieb einzureichen. (Foto: www.pixabay.com)

Bald kommen die Tiere wieder auf die Alm. Die Ansuchen um Tiergesundheitsprämie sind unbedingt vor Almauftrieb einzureichen. (Foto: www.pixabay.com)

Für die Tiergesundheitsprämie gelten bis zum Jahr 2020 jene Förderkriterien, die im November 2015 von der EU-Kommission als mit dem Binnenmarkt vereinbar erklärt worden waren.
Beim Ausfüllen der Förderansuchen sind verschiedene Punkte zu beachten: zum Beispiel das Einreichdatum, die Angabe der zertifizierte E-Mail Adresse (PEC) und verschiedene weitere Erklärungen.

Wichtigste Regeln
- Das Ansuchen muss auf alle Fälle vor dem Weideauftrieb eingereicht werden. Der letzte Tag für die Abgabe des Beihilfeansuchens beim Landesamt für Viehzucht oder bei den Bezirksämtern für Landwirtschaft ist Montag, der 16. Juli.
- Die Tierbewegungen müssen gemeldet sein!  Damit der Almbewirtschafter diese Daten fristgerecht eingeben kann, muss die vollständig ausgefüllte Liste mit den zu alpenden Tieren rechtzeitig dem Alpverantwortlichen übergeben werden. Dies soll möglichst vor Alpungsbeginn erfolgen.
- Sofern eine nachvollziehbare Begründung vorliegt, können bereits eingetragene Almbewegungen nachträglich abgeändert werden. Allerdings ist dies nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Amtstierarzt möglich. Deshalb gilt hier eine besondere Sorgfaltspflicht.
- Es müssen die pro Tier entstandenen Kosten für den Viehauftrieb angegeben werden. Wenn diese niedriger als 150 Euro pro Tier sind, wird die Beihilfe auf effektiv entstandene Kosten reduziert.
- Das Ansuchen muss vollständig ausgefüllt sein.
- Die Antragsteller bzw. Antragsteller müssen im Formular eine zertifizierte E-Mail-
Adresse (PEC) angeben.
- Die Antragsteller müssen erklären, in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätige landwirtschaftliche Unternehmer zu sein, und sie müssen in der Landesvieh­datenbank als Tierhalter eingetragen sein. Weiters müssen sie erklären, „aktive ­Betriebsinhaber“ laut EU-Verordnung Nr. 1307/2013 zu sein, so wie dies auch für die Betriebsprämie und Ausgleichszulage vorgeschrieben ist.

Weitere Voraussetzungen
Beihilfeberechtigt sind Rinder ab einem Alter von fünf Monaten bis zu einem Höchstalter von drei Jahren. Das Mindestalter ist bei Tieren aus Mutterkuhhaltung auf drei Monate reduziert – Stichtag für die Bestimmung des Alters der Tiere für die Gewährung der Beihilfe ist der 30. Juni 2018. Für die heurige Beihilfe kommen jene Tiere infrage, die vor dem 1. Februar 2018 geboren sind und laut Viehdatenbank mindestens seit dem 1. Februar 2018 im landwirtschaftlichen Betrieb des Antragstellers gehalten werden. Für Mutterkuhhaltungsbetriebe gilt ein Mindestalter von drei Monaten, d. h., die betreffenden Tiere müssen vor dem 1. April im eigenen Betrieb geboren oder seit 1. April im eigenen Betrieb gehalten werden.
Der Höchstviehbesatz auf den Weideflächen darf nicht höher sein als 1,0 Großvieheinheiten pro Hektar.

Für die Gewährung der Beihilfe müssen die Tiere mindestens 60 aufeinander folgende Tage geweidet werden. Die Beweidung muss auf einer im LAFIS eingetragenen Almfläche erfolgen. Ausnahme sind Almflächen die sich außerhalb der Provinz Bozen befinden.
Während der gesamten Weidezeit muss eine periodische Betreuung der Tiere gewährleistet werden.
Ein vorzeitiger Weideabtrieb vor Ablauf der vorgeschriebenen Weidezeit von 60 Tagen muss dem zuständigen Amt innerhalb von zehn Tagen gemeldet werden.
Für ein und dasselbe Tier kann die Beihilfe nur ein einziges Mal im Leben des Tieres beantragt werden. Die Beihilfe wird für maximal 20 Stück pro Antragsteller und Jahr gewährt.

Höhe und Auszahlung der Beihilfe
Die Höhe der Beihilfe beträgt bis zu 150 Euro für jedes beihilfeberechtigte Tier. Sollten für die Auszahlung der Beihilfe an alle Antragsteller im obgenannten Ausmaß nicht ausreichend Finanzmittel verfügbar sein, wird die Beihilfe zugunsten der Antragsteller nach folgender Ausschlussliste zugewiesen:
Zuerst werden – bei den jüngsten Tieren beginnend – jene ausgeschlossen, die auf Weiden in Gebieten aufgetrieben werden, die im Anhang II der EU-Entscheidung Nr. 558/2004 nicht als IBR-/IPV-freie Zonen eingestuft sind.
In der Folge werden die anderen Tiere ausgeschlossen, für die um eine Prämie angesucht wird – beginnend bei den jüngsten, solange bis die verfügbaren Haushaltsmittel ausreichen.
Die Auszahlung der Beihilfe erfolgt über das Landesamt für Viehzucht nach Überprüfung der Gesuche und der darin enthaltenen Angaben sowie nach Betriebs- oder Weidekontrollen.
Die Gesuchsformulare für das Jahr 2018 sind im Landesamt für Viehzucht, bei den Bezirksämtern für Landwirtschaft, beim Südtiroler Bauernbund und bei den Zuchtverbänden erhältlich.
Das Gesuchsformular kann auch auf der Internetseite der Landesabteilung Landwirtschaft abgerufen werden.