Südtiroler Landwirt, Produktion | 10.05.2018

Praktisches Hilfsmittel

Mit dem Fortschritt der Technik und der Entwicklung im Bereich Stallbau wurden die Landwirte im Laufe der Zeit vor immer neue und größere Herausforderungen gestellt. Der BRING – Beratungsring Berglandwirtschaft will ihnen mit einem neuen Leitfaden nun eine Orientierungshilfe bieten. von Alexander Alber, BRING

Beim Neu- oder Umbau eines Stalles muss man immer auch an die Kälber – die Kühe von morgen – denken.

Beim Neu- oder Umbau eines Stalles muss man immer auch an die Kälber – die Kühe von morgen – denken.

Den Überblick zu behalten, ist auch im Stall immer schwieriger: Gerätschaften und Maschinen gibt es in einer kaum mehr überschaubaren Bandbreite, Stalleinrichtung und deren Komponenten in unzähligen Variationen. Ebenso groß wie das Angebot ist die Preisspanne – hier eine Entscheidung zu treffen, ist für den Landwirt nicht immer einfach. Wenn man bedenkt, dass die Verschuldung an den Betrieben sehr oft durch einen (zu) üppigen Maschinenparkund/oder aus horrend hohen Baukosten resultiert, sollten die Landwirte bei solchen Investitionen eingehend überlegen und kritisch hinterfragen, was sie wirklich brauchen.

Wirtschaftsgebäude und Maschinen bzw. Geräte sollen und dürfen kein Statussymbol sein, sondern das, wozu sie bestimmt sind: Hilfsmittel, um dem Landwirt die Arbeit zu erleichtern. Auch ist es unerlässlich, sich Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen, ganz nach dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Hier liegt das größte Einsparpotenzial für die Landwirte.

Um den Landwirten bei ihren Bauvorhaben hilfreich zur Seite stehen zu können, hat der BRING – Beratungsring Berglandwirtschaft in Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern für Landwirtschaft Ost und West und unter Miteinbezug eines Amtstierarztes einen Leitfaden zum Wirtschaftsgebäude für Milchvieh ausgearbeitet. Darauf aufbauend können die Berater und Landwirte zusammen mit ihren Technikern die beste Individuallösung für den einzelnen Betrieb ermitteln. Der Leitfaden soll den Landwirten aufzeigen, welche Stallsysteme es gibt und welche sich in Hinblick auf die eigenen Anforderungen, aber auch jene des Konsumenten bzw. des Marktes anbieten.

Tiergesundheit und Tierwohl beachten
Das Thema Tiergesundheit ist europaweit auf dem Vormarsch und stellt in vielen Ländern mittlerweile das zentrale Element in der Tierhaltung und der tierischen Produktion dar. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, muss man bei der Umsetzung des Bauvorhabens auf wichtige Punkte eingehen. Den Tieren muss aus baulicher Sicht ausreichend Platz, Licht und Luft geboten werden. Sie sollen sich frei bewegen und ihr arttypisches Verhalten ausleben können.
Neben der richtigen Dimensionierung des Stallbereichs geht der Leitfaden auch auf die Futterlagerstätten und die Düngerlagerstätten ein. Für die richtige Dimen­sionierung des Stallgebäudes muss auch die Lagerstätte für das Futter optimal umgesetzt werden. Nur ein Grundfutter von höchster Qualität bringt den Tieren die Inhaltsstoffe, die sie für ihre Leistung benötigen, und erspart dem Landwirt Geld, das er ansonsten für Futterkauf und möglicherweise auch den Tierarzt benötigen würde. Um diese hohe Qualität zu erreichen, kann eine Belüftungsanlage helfen. Wie sie bestmöglich umgesetzt werden kann, kann der Landwirt gemeinsam mit den Beratern festlegen. Auch auf die Düngerlagerstätte muss er besonderes Augenmerk legen. Hier gelten rechtliche Auflagen, an die die Ausführung und Dimensionierung ebendieser gebunden sind. Zusätzlich gilt es, die Richtlinien des Gewässerschutzes einzuhalten.

Finanzierungsplan ist ein Muss
Bei Bauvorhaben zerbrechen sich die Landwirte in ihrem Übereifer häufig den Kopf über die technische Umsetzung. Wichtige – um nicht zu sagen essenzielle – Überlegungen finden oft jedoch kaum Beachtung. Grundlegende Fragen wie beispielsweise die Finanzierung des Vorhabens oder aber die Frage, was sich der Landwirt bzw. sein Betrieb überhaupt leisten kann, sollten vorab geklärt sein.
In der Praxis zeigt sich, dass dies nicht immer der Fall ist. Um diese Punkte abzuklären, muss ein Finanzierungsplan erstellt werden. Dafür können sich die Landwirte an die Berater des BRING und/oder an das zuständige Bezirksamt für Landwirtschaft wenden. Über Kostenvoranschläge aus den verschiedenen Bereichen (Baumeisterarbeiten, Zimmermannsarbeiten, Sanitär- und Elektrobereich, Stalleinrichtung usw.) kann wiederum ermittelt werden, welches Angebot das Beste für den Landwirt ist und wo er sich wie viel Geld einsparen kann.

Leitfaden beim BRING und online erhältlich
Der Leitfaden soll die Grundlage für die Überlegungen des Landwirts für sein Bauvorhaben sein und helfen, zusammen mit der Beratung durch BRING und Bezirksamt für Landwirtschaft die für ihn beste, kostengünstigste und nachhaltigste Lösung zu finden. Das praktische Hilfsmittel kann in den Büros des BRING und der Bezirksämter bezogen oder duch einen Klick auf das untenstehende Cover heruntergeladen werden.


Für Download auf das Cover klicken


LW9_Leitfaden BRING 2