Bauernbund | 09.05.2018

Wiesen: „Extremer und bestürzender Einzelfall“

Der Fall der 19 toten Kühe in einem Stall in Wiesen hat auch beim Südtiroler Bauernbund und Südtirols Tierzuchtverbänden für Bestürzung gesorgt: „Es handelt sich um einen äußerst extremen Einzelfall, der uns ergreift und traurig macht“, unterstreicht Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler. von Tobias Egger

Leo Tiefenthaler: „Südtirols Bauern investieren laufend in das Wohl ihrer Tiere"

Leo Tiefenthaler: „Südtirols Bauern investieren laufend in das Wohl ihrer Tiere"

Die Tierhaltung stehe in Südtirol für das genaue Gegenteil, nämlich Bauern, die sich täglich mit großem Einsatz um ihre Tiere kümmern und in das Tierwohl investieren.
Die rund 8.000 rinderhaltenden Landwirte in Südtirol leben von ihren Tieren und kümmern sich deshalb um ihre artgerechte Haltung. Tierärzte und Experten loben allgemein die Tierhaltung in Südtirol sowie die kleinen Bestandsgrößen, die eine direkte Beziehung des Bauern zu seinen Tieren und eine optimale Tierpflege möglich machen. „Umso bestürzter sind wir über den Fall in Wiesen, der nicht weiter von dem täglichen Einsatz der Bauern und dem hohen Tierhaltungsstandard in Südtirol entfernt sein kann“, sagt Tiefenthaler.
 
Beratung und Kurse sehr gut angenommen
Die Landwirte würden laufend in das Tierwohl investieren, etwa durch den Bau von artgerechten Laufställen. Zudem würden die angebotenen Beratungen, Informationen und Weiterbildungen der Beratungsorganisationen, Zuchtverbände und des Bauernbundes von den Tierhaltern sehr gut angenommen. „Tierwohl ist ein Thema, für das die Bauern sensibilisiert sind und um das wir uns kümmern“, bestätigt der Obmann der Vereinigung der Südtiroler Tierzuchtverbände Siegfried Gatterer.
 
Auf Probleme hinweisen zeugt von Zivilcourage
Es falle schwer, die Hintergründe zu verstehen, die zu Verwahrlosung und Tod der Tiere in Wiesen geführt haben. „Dennoch müssen wir auch die menschlichen Probleme sehen, die hinter diesem bedauernswerten Fall stehen“, so Tiefenthaler. Der Bauernbundobmann unterstreicht die Wichtigkeit, Probleme rechtzeitig zur Sprache zu bringen: „Das Aufzeigen grober Missstände hat nichts mit Denunzieren zu tun, sondern ist ein Akt der Zivilcourage“, betont Tiefenthaler.